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Kaufmann

Christoph Kaufmann, genannt Kaufmann, ist ein Dichter des Sturm-und-Drang und ein Bekannter von Lenz. Kaufmann kommt mit seiner Braut ins Steintal und findet bei Pfarrer Oberlin ebenfalls eine Unterkunft. Von seinem Aussehen und seiner Braut erfährt der Leser in Büchners Erzählung nichts. Kaufmann verweilt nicht lange in Waldbach, da er in die Schweiz weiterreisen möchte, um Johann Caspar Lavater[1] persönlich zu treffen, von dem er ein großer Bewunderer ist.
Der Dichter nimmt zwar nur eine kleine Rolle in Büchners Erzählung ein - er kommt lediglich in einem der fünf Abschnitte vor -, ist aber dennoch ein wichtiger Charakter, wenn man seine Funktion in der Erzählung genauer betrachtet.

Kaufmanns Funktion in der Erzählung

  • Vermutlich war es Kaufmann, auf dessen Empfehlung hin Lenz überhaupt ins Steintal ging.
    • Auf Oberlins Frage hin, wer er sei, antwortet Lenz, dass er ein Freund von [...] sei.
    • In anderen Versionen der Erzählung fällt bei dieser Aussparung Kaufmanns Name.
  • Kaufmann verkörpert Lenz‘ altes Leben, das durch sein Erscheinen plötzlich in das Blickfeld der Erzählung rückt.
    • Für den Leser war Lenz‘ Vergangenheit zuvor unwichtig, durch Kaufmann gewinnt sie jedoch an Bedeutung.
  • Durch Kaufmann erfährt der Leser erst vom schlechten Verhältnis zwischen Lenz und dessen Vater.
    • Er spricht als erster das Thema an, wie lange Lenz noch in Waldbach bleiben möchte und wann er nach Straßburg zurückkehrt.
  • Kaufmann kennt Lenz‘ psychische Krankheit und dessen altes Leben.
    • Lenz ist das jedoch unangenehm, da er nicht möchte, dass Oberlin und die Dorfbewohner davon erfahren.
    • Kaufmann erzählt Oberlin auf der Reise in die Schweiz wohl einiges über Lenz, was Oberlins Verhalten gegenüber Lenz ändert.
  • Die wohl wichtigste Funktion nimmt Kaufmann im Kunstgespräch mit Lenz ein.
    • Kaufmann vertritt im Gespräch die Seite des Idealismus.
    • Das Kunstgespräch bildet den Kern der Erzählung, in der Georg Büchner seine Meinung zum Idealismus in der Kunst und Literatur durch Lenz darstellt.
    • Kaufmann nimmt dabei die Gegenposition zu Büchner und Lenz ein, wodurch der Leser sich ein Bild beider Seiten machen kann, ohne dabei zu sehr von den Absichten des Autors beeinflusst zu werden.

[1] Johann Caspar Lavater: *1741 - †1801; Schriftsteller, Philosoph und Pfarrer in Zürich.

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