Sprache
Süßkind arbeitet mit einer gehobenen Sprache, die allerdings zeitgleich einen guten Lesefluss aufweist. Eine nähere Analyse findest du im Folgenden:
- Gehobene Sprache mit vielen altertümlichen Begriffen,
z.B. „Scheusal“ (S. 5) oder „Begehrlichkeit“ (S. 302) - Verwendung vieler Fachbegriffe aus der Parfumeurskunst,
z.B. Pistill (S. 116) oder Mazerieren (S. 229) - Rhythmischer Lesefluss
- Verschachtelter Satzbau,
z.B. „In der Rue de la Mortellerie, nahe dem Fluß, kannte sie einen Gerber namens Grimal, der notorischen Bedarf an jugendlichen Arbeitskräften hatte - nicht an ordentlichen Lehrlingen oder Gesellen, sondern an billigen Kullis.“ (S. 37) - Viele Nebensätze
- Passive Satzkonstruktionen,
z.B. „Es stanken die Straßen nach Mist, es stanken die Hinterhöfe nach Urin“ (S. 5) - Deskriptive Sprache zur besseren Veranschaulichung,
z.B. „Über sein Schaufenster spannte sich ein prächtiger grünlackierter Baldachin“ (S. 59) - Viele Adjektive, vor allem bei der Beschreibung von Düften,
z.B. „Brenzlig süß rochen die obersten Scheite“ (S. 32) - Ironischer Unterton zur Bewertung,
z.B. „lieber Jean-Baptiste“ (S. 164) - Grenouille wird mit vielen Negativattributen beschrieben,
z.B. „Selbstüberhebung, Menschenverachtung, Immoralität, Gottlosigkeit“ (S. 5) - Mischt sprachliche Muster, d.h. Süskind verwendet den hohen Stil und niedrigen Stil in einem Satz,
z.B. „Er wollte wie mit einem Prägestempel das apotheotische Parfum ins Kuddelmuddel seiner schwarzen Seele pressen“ (S. 55)