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Anezka

Infos zur Person

  • Anezka ist eine junge Frau von 20 Jahren und „stammt[e] aus einem [...] wunderscheenen Dorfe namens Dobrovice“ (S. 90, Z. 2 ff.) in Böhmen
  • Zusammen mit einer Vielzahl anderer junger Frauen aus Böhmen bewohnt sie „ein gelbes Haus in der Rotensterngasse“ (S. 87, Z. 9) in Wien
  • Die Geliebte des Protagonisten verdient ihren Lebensunterhalt als Tänzerin, „Kindermädchen, Köchin oder Haushaltshilfe [...] ohne behördliche Genehmigung“ (S. 90, Z. 5 ff.)
  • Das Gesicht der jungen Frau wird vom Protagonisten als „Strahlenkranz strohblonder Haare“ (S. 50, Z. 30 f.) mit „großen, braunen Augen“ (S. 53, Z. 8) und einer „böhmischen Zahnlücke“ (S. 54, Z. 30) beschrieben. Für Franz ist es „das schönste Gesicht, das [er] [...] je in seinem Leben gesehen hatte“ (S. 51, Z. 1 ff.)

Charakter

  • Lebenslustig: Die junge Frau besitzt eine Gabe dafür, die Welt in einem positiven Licht zu sehen. Die damit verbundene Leichtigkeit ist es, die Franz auf den ersten Blick an Anezka fesselt, als er sie „hell und lachend“ (S. 50, Z. 30) auf dem Jahrmarkt am Wiener Prater auf dem Karussell sieht (vgl. S. 51)
  • Selbstständig und distanziert: Anezka hat ihre Heimat in Böhmen verlassen, um in Wien ihr Glück zu suchen und Arbeit zu finden. Dementsprechend ist sie es gewöhnt, auf sich alleine gestellt zu sein. Sie ist weder auf Franz noch auf jemand anderen angewiesen. Letzteres ist auch daran bemerkbar, dass sie sich ihm gegenüber rarmacht und seine Annäherungsversuche abweist
  • Abhängig von anderen: Gleichzeitig befindet sie sich als illegale Arbeiterin in Wien, was sie in eine verletzliche Lage bringt. Aufgrund dessen ist es ihr wichtig, so wenig Menschen wie möglich Einblicke in ihr privates Leben zu gewähren. An der Bekanntschaft mit einem NS-Offizier, welchen Franz in der Bar „Zur Grotte“ mit Anezka sieht, ist zu erkennen, dass die junge Frau trotz ihrem Traum von einem selbstständigen Leben abhängig ist von anderen. Diese Abhängigkeit, ob finanzieller oder sozialer Natur ist zweitrangig, führt auch dazu, dass sie gegen ihre eigenen Grundprinzipien handelt und sich mit einem Befürworter des NS-Regimes einlässt
  • Egoistisch: Als die Tänzerin bemerkt, dass sie Franz bei ihrem ersten Treffen nicht zu sich einladen wird, entscheidet sie kurzerhand, dass es sich nicht für sie lohnt, noch weiter Zeit mit ihm zu verbringen. Also lässt sie den jungen Mann stehen und verschwindet im Getümmel, während Franz sie fieberhaft sucht und bereits Gefühle für sie entwickelt. Anezka ist keineswegs romantischer, sondern eher pragmatischer Natur und schätzt in jeder Bekanntschaft, die sie eingeht, ab, welchen Nutzen und Vorteil ihr letztere Verbindung bringen wird
  • Direkt: Ohne zu zögern gibt „ihm [Anezka] einen Kuss mitten auf die Stirn“ (S. 56, Z. 15), als sie sich mit Franz auf dem Jahrmarkt befindet. Die Böhmin nimmt sich, was sie will und besitzt auch keine Scheu davor, dem Protagonisten zu zeigen, dass sie ihn körperlich anziehend findet. Ihr böhmischer Akzent unterstreicht zusätzlich noch ihr ungekünsteltes und freimütiges Wesen

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