Dagobert Briest
Infos zur Person
- Dagobert Briest gehört zur Familie Effis und stellt ihren Vetter dar
- Der junge Mann ist wohnhaft in Berlin, wo er seine Tante, seinen Onkel sowie seine Nichte des Öfteren und mit Freude willkommen heißt
- Beruflich übt Dagobert die Stelle eines Leutnants aus, am Regiment Alexander in Berlin
- Laut seiner Cousine Effi handelt es sich bei dem Vetter „nur [um] einen großen Kadett in Leutnantsuniform“ (Kap. 5, Z. 133 f.)
Charakter
- Ausgeglichen: Während es zwischen Luise Briest und ihre Tochter immer wieder zu harmlosen, doch regelmäßigen Unstimmigkeiten kommt, ist es bei ihrem Aufenthalt in Berlin beispielsweise Dagobert, „der so wundervoll zu chaperonieren und kleine Differenzen immer rasch auszugleichen verstand“ (Kap. 3, Z. 145 f.). Durch seine angenehme Art fällt es den Damen schwer, weiterhin an ihrem Disput festzuhalten und die Atmosphäre entspannt sich wieder
- Fröhlich: Meist in heiterer Stimmung, fällt dem jungen Leutnant zu jeder Gelegenheit der passende Spruch ein. Es verwundert also wenig, dass man ihm nachsagt, dass er „über die besten Witze Buch führte“ (Kap. 3, Z. 131 f.). An diesem Punkt ähnelt er stark seinem Onkel, dem alten Briest, welcher ebenfalls nur so vor Lebensfreude und positiver Energie sprüht
- Unterhaltend: Sein Talent zum Entertainer stellt der Vetter beispielsweise unter Beweis, indem er an der Hochzeit von Effi und Geert seine Dichtkunst vorträgt und auch Effi und ihre Mutter bei ihrem Besuch in Berlin zu zahlreichen Unternehmungen mitnimmt. Offensichtlich steckt der junge Mann einiges an Überlegung in die Planung jeglicher Aktivitäten, denn mit wem auch immer er seinen Tag verbringt, seine Mitmenschen fühlen sich wohl in seiner Nähe und der Abschied von ihm fällt immer schwer
- Unreif: Auf die Frage Luises, ob sich Effi nicht vorstellen könnte, anstatt Instetten ihren Vetter Dagobert zu heiraten, antwortet diese, der Vetter sei ihres Erachtens zwar ein angenehmer Mensch, jedoch „noch ein halber Junge“ (Kap. 4, Z. 331) und kein gestandener Mann, wie etwa der Baron (Kapitel 4)
- Kokett: Insbesondere gegenüber Frauen weiß der junge Kadett seinen Charme einzusetzen. Den Mittelpunkt seiner Komplimente bildet seine Cousine Effi, der er, wie Luise Briest ihrem Mann erzählt, „in Berlin sehr stark den Hof gemacht hatte“ (Kap. 5, Z. 129 f.). Ob es sich hierbei jedoch um ernsthafte Avancen handelt, wird im Roman nicht näher erläutert. Demnach geht man davon aus, dass das Geschäker zwischen den beiden unbedenklicher und kindsköpfiger Natur ist