Epoche
Theodor Fontanes Werk Irrungen, Wirrungen ist erstmals 1887 in der Vossischen Zeitung erschienen, 1888 dann als Buch. Damit fällt der Roman in die literarische Epoche des Realismus.
Der in Deutschland sogenannte poetische Realismus wird auf die Jahre 1848 bis 1890 datiert. Wie das Wort „realis“ bereits verdeutlicht, geht es darum, die Wirklichkeit möglichst sachlich und lebensecht darzustellen.
Merkmale des Realismus
- Historische Themen werden anhand der Schicksale einzelner Menschen dargestellt
- Die Autoren urteilen nicht über die politischen und gesellschaftlichen Umstände
- Sie beschreiben die Wirklichkeit detailgetreu und objektiv
- Die innere Entwicklung der Protagonisten wird geschildert; deren Bezug zur Gesellschaft dargestellt
- Der Mensch gilt als autonomes Wesen mit freiem Willen
- Obwohl die Autoren lebensecht schreiben wollten, achteten sie auf ästhetische Darstellung der Wirklichkeit
- Negative Aspekte des echten Lebens werden vernachlässigt oder mit Ironie, Humor und Symbolen verklärt
- Ansonsten klare, schlichte Sprache
- Die vorherrschenden Gattungen sind Romane, Novellen und Balladen
Wichtige Vertreter
- Wilhelm Busch
- Theodor Fontane
- Gustav Freytag
- Gottfried Keller
- Theodor Storm
Realismus-Merkmale im Werk
- Lebensechte Problematik der standesübergreifenden Liebe anhand des Schicksals von Lene und Botho aufgegriffen
- Die Umgebung wird mit echten Straßennamen lebensecht dargestellt
- Fontane zeigt auf, wie sich Lene und Botho jeweils entwickeln und wie sie sich der Gesellschaft anpassen
- Das kleinbürgerliche, ärmliche Leben der Nimptschs und Dörrs wird schön und gemütlich dargestellt; dafür arbeitet Fontane mit Motiven wie dem Garten
- Negative Dinge wie Lenes harte Arbeit, den Geiz von Herr Dörr oder die Probleme mit dessen behindertem Sohn lässt der Autor außen vor
- Wie im Realismus üblich, schreibt Fontane recht trivial. Er breitet für die Handlung unnötige Szenen lange aus, um das damalige Leben detailgetreu widerzuspiegeln