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Epoche

Die Arbeit an dem Drama Iphigenie auf Tauris begann Goethe zwar 1779 in seiner Sturm und Drang-Phase. Die Endfassung aber ist der Epoche Weimarer Klassik zuzuordnen.

Definition Weimarer Klassik

  • 1786 bis 1805; die Zeit von Goethes Italienreise bis zu Schillers Tod bzw. bis zu Goethes Tod 1832
  • Die Autoren orientierten sich an klassischen antiken Vorbildern
  • Formal gibt es eine Rückbesinnung auf die Werke griechisch römischen Dichter, die in Versform verfasst wurden, sich durch eine hohe, einheitliche Sprache auszeichneten, mit Sentenzen arbeiteten und dem aristotelischen Dramenkonzept entsprechen
  • Inhaltlich geht es nach dem Schrecken der Französischen Revolution um Harmonie, Selbstbestimmung der Menschen, Menschlichkeit und Schönheit
  • Leitgedanke der beiden wichtigsten Autoren Goethe und Schiller: Autonomie des Menschen, allerdings immer im Sinne der Gemeinschaft und Humanität
  • Ziel der damaligen Autoren: Mit ihren Werken den Menschen zur Vervollkommnung zu verhelfen. Man wollte alle zu einem hohen Entwicklungsstand in Sachen Gefühl, Verstand, künstlerischem Empfinden, wissenschaftlichem Denken und theoretischem Analysieren erziehen
  • Als Zentrum der Epoche gilt die Stadt Weimar, weil neben Schiller und Goethe auch Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland dort wichtige Werke der Epoche verfassten

Merkmale der Epoche im Werk

  • Goethe orientierte sich an der griechischen Tragödie Iphigenie bei den Taurern von Euripides
  • Er verfasste sein Werk in Versform
  • Der formale Aufbau entspricht dem Dramenkonzept von Aristoteles
  • Der Bezug zu Göttern wird geschaffen, ohne die veraltete „deus ex machina“-Lösung, in der ein Gott das Problem löst
  • In Iphigenie auf Tauris behandelt Goethe das Thema Selbstbestimmung anhand Iphigenies Entwicklung, die ihre Wünsche nach und nach durchsetzt
  • Menschlichkeit wird thematisiert, da Iphigenie und Thoas über Opferung von Menschen diskutieren
  • Harmonie stellt Goethe dar, indem er Iphigenie dazu bringt, einen Mittelweg zwischen Pflicht und Neigung zu finden
  • Humanität zeigt Iphigenie, die ihre Probleme so löst, dass sie dabei keinem anderen schadet. Sie entscheidet also auf einem hohen moralischen Niveau, zu dem Goethe die Zuschauer erziehen will
  • Goethe selbst beschrieb seine Hauptfigur Iphigenie als „verteufelt human“
  • Entsprechend der Vorstellungen der literarischen Epoche sind die Figuren eher Idealbilder als echte Individuen

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