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Odoardo Galotti

Infos zur Person

  • Odoardos ganzer Stolz ist seine Tochter Emilia, die er zusammen mit seiner Gattin Claudia erzieht
  • Zu seinem Besitz zählt er neben dem Haus in der Stadt Guastalla auch noch einen Landsitz in Sabionetta, welcher außerdem auch als Ort für die Hochzeit seiner Tochter mit dem Grafen Appiani geplant ist. Außerdem verbringt Emilias Vater auch den Großteil in Sabionetta, während seine Gattin und Emilia in der Stadt wohnen
  • Der alte Galotti arbeitet unter der Krone des Prinzen als Offizier für sein Land

Charakter

  • Tugendhaft: Selbst streng gläubig definiert sich Odoardo Galotti über Werte wie Ehre, Anstand und Moral. Sein zukünftiger Schwiegersohn Appiani bezeichnet ihn auch als das „Muster aller männlichen Tugend“ (Aufz. 2, Auft. 7, Z. 26) und inspiriert den jungen Mann selbst nach der bestmöglichen Version von sich selbst zu streben. Die Ehrenhaftigkeit ihres Mannes wird von Odoardos Ehefrau Claudia jedoch auch als „raue Tugend“ (Aufz. 2, Auft. 5, Z. 2) empfunden. Die unbarmherzige Art Emilias Vaters nahezu jedem Menschen gegenüber lässt ihn verbittert werden. Seiner Meinung nach ist nur auf dem Land „Unschuld und Ruhe“ (Aufz. 2, Auft. 4, Z. 37) zu finden, weshalb er auch befürwortet, dass das Brautpaar aus der Stadt wegziehen zu gedenkt
  • Skeptisch: Nicht ausschließlich Fremden, sondern selbst gegen seine eigene Frau hegt Odoardo einen „alten Argwohn“ (Aufz. 2, Auft. 4, Z. 20). So nennt er Frau Galotti eine „eitle, törichte Mutter“ (Aufz. 2, Auft. 4, Z. 79), als sie ihm von den Aufmachungen des Prinzen erzählt. Er vemutet hinter jeder Handlung das Schlimmste und möchte insbesondere seine Tochter vor „dem Bösen“ in der Welt schützen. Die Konsequenz seines Misstrauens resultiert jedoch in der ständigen Überwachung Emilias und treibt einen Keil zwischen ihn und seine Frau
  • Aufbrausend: Nicht im Stande, seine Emotionen zu kontrollieren, geht die Wut des Öfteren mit dem alten Galotti durch. Dass er etwa „wild hin und her [geht]“ (Aufz. 4, Auft. 8, Z. 31), nachdem er von der Ermordung des Grafen Appiani erfahren hat, ist durchaus nachvollziehbar und verständlich. Hingegen sein impulsiver Entschluss, dem Prinzen zu erzählen, er würde Emilia in ein Kloster fernab der Stadt bringen (Aufz. 5, Auft. 3), scheint unüberlegt. Erst durch diese Aussicht angespornt, setzt Marinelli seinen letzten Trumpf in die Tat um und erwähnt die Vernehmungen aller Beteiligten, woraufhin der Geduldsfaden Odoardos in seiner typischen Manier reißt. Tragischerweise fügt der Vater Emilias seiner Tochter mit seinem Mangel an Impulskontrolle mehr Schaden zu, als dass er ihr hilft
  • Umsorgend: Als Vaterfigur liegt ihm nichts mehr am Herzen als das Wohl seines Kindes. Auch wenn seine Sorge um Emilia nicht gesund scheint, so ist es sein Beschützerinstinkt, der ihn zu dem macht, der er ist: ein liebender Vater. Es wirkt, als könne Odoardo seine Zuneigung nur schwer ausdrücken, sodass beispielsweise Claudia des Öfteren unter seinen unsteten Launen leidet. Allerdings veranlasst der alte Galotti auch trotz seines Ärgers auf seine "leichtgläubige" Frau, dass diese durch die Gräfin Orsina in Sicherheit gebracht wird (Aufz. 4, Auft. 8)
  • Religiös: Sein Glaube bildet das Fundament für alle tugendhaften Züge seiner Persönlichkeit. Odoardo liegt viel daran, die religiösen Werte seiner Tochter Emilia anzuerziehen, weshalb er sie auch fernab der Stadt, auf seinem Landsitz in Sabionetta großzog
  • Egozentrisch: Gepaart mit seinem Argwohn bildet seine ausgeprägte Ich-Bezogenheit den Grundstein für einen Großteil seiner zwischenmenschlichen Probleme. Die Annahme, dass ihn der Prinz hassen würde (S. 26) und nur um ihn zu demütigen, seiner Tochter den Hof macht, versetzt Herrn Galotti in solche Rage und eine solche Engstirnigkeit, dass er nicht mehr dazu in der Lage ist, den Sachverhalt sachlich und logisch zu analysieren. Ob eine wahre Feindschaft zwischen Hettore und Odoardo besteht oder es sich nicht doch eher um oberflächliche Unstimmigkeiten handelt, wird an keiner Stelle in dem Trauerspiel erläutert. Dass sich Emilias Vater jedoch selbst überdurchschnittlich wichtig nimmt, verhärtet zusätzlich die Fronten
  • Rigoros: Die konsequente Art Odoardos kann als Fluch und Segen zugleich betrachtet werden. Zum einen beweist der alte Galotti mit seiner Rigorosität Charakterstärke, doch verwickelt er sich aufgrund dieses Charaktermerkmals auch immer tiefer in ausweglose Lagen, die am Ende drastische Handlungsmaßnahmen zur Folge haben. Beispielhaft für Letzteres steht das Finale der Tragödie, in welchem sich Emilias Vater durch unüberlegtes Handeln und die eigene extreme Tugendmanie in die unerträgliche Situation begibt, seine eigene Tochter zu töten

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