Motto
„Das Fest hat sämtliche rituellen Charakteristiken verloren, und es geht insofern schlecht aus, als es zu seinen gewalttätigen Ursprüngen zurückfindet. Es ist kein Hindernis mehr für die bösen Kräfte, sondern deren Verbündeter.“; René Girard,
Das Heilige und die Gewalt
Inhalt
Kapitel 8 (S. 173-197) zeigt Medeas Perspektive.
- Zu Beginn des Kapitels sitzt Medea in einer Zelle und wartet auf ihr Urteil
- Sie bereut, dass sie zum Opferfest der Korinther gegangen ist, obwohl Lyssa sie warnte, dass das Hochmut sei
- Medea hatte die Einladung als Zeichen der Versöhnung angenommen
- Jetzt hat sie verstanden, dass die Korinther ihre Angst nur durch den Hass auf sie mindern können
- Sie erinnert sich an den schönen Morgen vor dem Fest; sie hatte den Mond betrachtet
- Den Glauben verloren, dass die Gestirne das Schicksal voraussagen und bestimmen; sie weiß, dass Akamas genauso denkt
- Sie stellt fest, dass Akamas sich an ihrer Angst weiden will; versucht tapfer zu sein
- Denkt wieder zurück an den Morgen; wie Lyssa Brot buck und sie ihr weißes Kleid anzog
- Erinnert sich, wie ihr Wochen zuvor vor Kummer die Haare ausgefallen waren; dass sie erst dank Oistros wieder leben wollte und dann die Haare wieder wuchsen
- Sie weiß, dass sie sich getäuscht hat und deshalb in der Zelle gelandet ist; würde es trotzdem wieder tun
- Blickt zurück auf den Morgen, an dem sie mit ihren Jungen gespielt hatte; Meidos, der Jason ähnelt und der kleinere Pheres, der wollhaarig ist wie sie
- An jenem Morgen fühlte Medea sich befreit; das scheint ein Zeitalter zurückzuliegen wie sie da in ihrer Zelle sitzt
- König Kreon, die Ältesten, der Oberpriester der Artemis, Presbon, Agameda, Jason und Glauke verhandelten über sie
- Als sie Jason und Glauke als Paar sah, wurde Medea klar, dass sie sie loswerden mussten, wenn sie heiraten und später regieren wollen
- Medea erinnert sich, wie ruhig sie war, als sie zum Heiligtum hinaufwanderte; erst die Schreie der Opferstiere weckten ihr Unbehagen
- Fragt sich in der Zelle, ob ihr Ende unvermeidlich war
- Sie hatte mir Oistros und Arethusa oft über Korinth und die vordergründige heile Welt gesprochen; beide haben jetzt die Pest
- Medea erinnert sich, wie sie beim Opferfest spürte, dass sich Gewalt zusammenballt; sie kam nicht auf die Idee, zu gehen
- Denkt daran, dass Agameda sagte; auf Hass nicht mit Hass zu antworten, sei hochmütig; nach dem Chaos auf dem Fest brüllte sie Medea mit dem Wort Scheusal an
- Erinnert sich ans Fest, von dem Lyssas verschwundene Tochter Arinna sie retten wollte in die Berge; sie ging nicht mit
- Presbon heizte die Stimmung der Menschen mit seinen Festspielen an; schlug in Raserei um, als verkündet wurde, dass Gefangene sich befreit und die Gräber geplündert haben
- Die Menschen wollten Rache; gingen auf die asylsuchenden Gefangenen im Tempel los
- Medea ließ den Tempel verriegeln und redete auf die wütende Masse ein; sie wurde nur beschimpft
- Im Tempel flehte sie, dass nur ein Gefangener geopfert werden soll; denkt nun, sie hat ihn auf dem Gewissen
- Medea war zur Artemisstatue geflüchtet, bespuckte sie; dachte, man könne sie ruhig auch abschlachten
- Nach einer Weile war sie davongetaumelt, brach zusammen und wachte erst auf, als es eine Mondfinsternis gab
- Die Korinther sahen das als Strafe der Götter; Medea weiß, dass Akamas von der Mondfinsternis gewusst und es nicht angekündigt hatte
- Leukon wusste ebenfalls Bescheid und wollte Medea warnen, fand bei Oistros aber nur die sterbende Arethusa; Oistros lief los, um Medea zu warnen, fand sie aber zu spät erst gegen Morgen
- Medea erinnert sich, dass sie nach ihrem Erwachen zum Fest der Kolcherinnen ging und mitfeierte
- Gegen Morgen hörten sie eine Axt; eine Truppe Korinther hatte als Strafe für die Mondfinsternis einen heiligen Baum der Kolcher gefällt
- Die Kolcherinnen schnitten Turon sein Geschlecht ab in ihrem Zorn; diejenigen, die nicht fliehen konnten, wurden später von Soldaten getötet
- Medea hatte Turon gerettet, obwohl Oistros sie daran hindern wollte; sie gab ihm blutstillende Pflanzenextrakte und ließ ihn zum Palast transportieren; Turon aber prangerte sie nun als Anführerin an
- Nachdem sie Turon gerettet hatte, verabschiedete sie Medea von Oistros und ging zu Lyssa und den Kindern
- Jason hatte Lyssas Hütte vor der Strafexpedition verschont; Medea wurde festgenommen
- Sie wartet in der Zelle auf ihr Urteil; hört Leukon anschlurfen, der ihr Arethusas Tod berichtet
- Die Tür des Gerichtssaales öffnet sich; Medea sehnt sich plötzlich nach all den Tagen, die sie ihr rauben werden