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Inhaltsverzeichnis

Abschnitt 5

Im fünften und letzten Abschnitt gibt sich der Graf F... als Kindsvater zu erkennen. Die Marquise muss sich entscheiden, ob sie ihrem vermeintlich selbstlosen Retter und Vergewaltiger verzeiht und ihn ehelicht.

Die Offenbarung des Kindsvaters

Infos

  • Seiten: 45-49
  • Zeit: Jahr 1799
  • Ort: Stadt "M..."
  • Personen: Marquise Julietta von O..., Frau von G..., Herr von G..., der Forstmeister, Graf F...

Inhalt

  • Der Tag, an dem sich der unbekannte Vater im Haus der Eltern angekündigt hat, ist da, und die Familie wartet gespannt auf den Fremden.
  • Es wird besprochen, dass eine Heirat mit dem Erzeuger nur dann infrage kommt, wenn derjenige auch eine akzeptable gesellschaftliche Stellung innehat.
    • Die Marquise verweigert sich dieser Herangehensweise, sie möchte zu ihrem Wort stehen und den Kindsvater in jedem Fall heiraten.
  • Man einigt sich darauf, dass beim Empfang des Fremden nur Frau von G... und die Marquise anwesend sein werden, um die gehobene Stellung der männlichen Familienmitglieder zu wahren.
  • Die beiden Frauen befinden sich am Tag der Verabredung im Salon des Hauses, sie sind aufgeregt und ahnungslos, wer zur Tür hereinkommen würde.
  • Als der Graf F... den Raum betritt, möchte die Marquise fliehen, doch die Mutter hält sie zurück und klärt allein durch wenige interpretiert das Verhalten des Grafen so, dass der Graf der Vater sein muss.
  • Fassungslos und erbost blickt die Marquise den Grafen an, dieser sinkt vor ihr auf die Knie und vergießt eine Träne. Sein Flehen um Verzeihung wird von der Mutter bestärkt. In Anbetracht der guten sozialen Stellung des Grafen interveniert sie: etwas Besseres könne der Marquise in dieser Lage nicht passieren.
  • Die Marquise erwidert, dass sie zwar einen lasterhaften Mann erwartet hat, aber keinen Teufel - dementsprechend sei sie schlechter mit dem Graf gestellt als mit einem Mann niedrigen sozialen Rangs.
  • Die Marquise springt auf als auch ihr Bruder und ihr Vater - alarmiert von der Unruhe - den Raum betreten. Sie flieht aus dem Raum, dabei beträufelt sie ihre gesamte Familie mit Weihwasser (Weihwasser wird im kirchlichen Kontext dazu verwendet, Dinge oder Menschen zu segnen, aber auch, um ihnen den Teufel auszutreiben. In diesem Fall symbolisiert die Tat der Marquise ihrer Kritik am Verhalten der Familie). Die Marquise schreit: sie würde den Grafen niemals heiraten.
    • An dieser Stelle „verflucht“ die Marquise nicht nur den Grafen, sondern vielmehr auch ihre Familie und damit stellvertretend die Erwartungen, die sie als Mitglieder der Gesellschaft an sie stellen. Die Wut auf die Situation ist in ihr so übermächtig, dass sie als „Furie“ (Rachegöttin, i.d.R. werden so Frauen beschrieben, die einen - übermäßig - aggressiven oder emotionalen Ausbruch haben) bezeichnet wird.
  • Der Kommandant fragt verwundert, was der Anlass der heftigen Reaktion der Marquise sei - die Mutter stellt die Situation klar: der Graf ist der Vater des Ungeborenen; er habe sich zwar an der Marquise vergangen, würde aber alles zutiefst bereuen.
  • Der Kommandant verzeiht dem Grafen augenblicklich, er möchte wie die Mutter, dass die Hochzeit zwischen Graf und Tochter so schnell wie möglich stattfindet.
  • Die Familie sucht die Marquise in ihrem Zimmer auf und möchte erfahren, warum sie den Grafen nicht heiraten will. Dieses Unverständnis quittiert die Marquise nur mit einem irritierten Blick, sie wiederholt ihre Aussage, dass sie auf keinen Fall heiraten wolle.
  • Die Mutter wendet ein, dass sie an ihr Kind denken müsse, was die Marquise verneint: Sie müsse in dieser Situation zuerst an sich selbst denken.
  • Der Vater schickt hinter dem Rücken der Marquise einen Heiratsvertrag an den Grafen: Er muss auf alle Rechte als Ehemann verzichten, würde aber alle ihm auferlegten Pflichten zu erfüllen haben.
  • Erst als die Marquise diesen Vertrag liest, entscheidet sie sich um und willigt in die Ehe ein. Damit gehen zahlreiche Verluste einher.
    • Die Marquise verliert ihre Freiheit als (teilhaft) emanzipierte Frau.
    • Die Marquise verliert als „Ehefrau von ...“ ihre eigenständige Persönlichkeit.
    • Die Marquise verliert ihr Recht auf einen Strafprozess (Tatbestand: Vergewaltigung), da im Justizsystem um 1800 eine Vergewaltigung innerhalb der Ehe nicht als Straftat galt.

Die Marquise heiratet ihren Vergewaltiger

Infos

  • Seiten: 49-50
  • Zeit: Jahr 1799, einige Monate nach der Geburt
  • Ort: Stadt "M...", Landsitz in V...
  • Personen: Marquise Julietta von O...(später bekannt als Gräfin F...), Frau von G..., Herr von G..., der Forstmeister, Graf F...

Inhalt

  • Die Hochzeit verläuft mit verkrampftem Verhalten, die Eheleute sprechen nicht miteinander und tauschen kaum einen Blick am Altar aus.
  • Nach der Eheschließung nimmt die Marquise den Titel der „Gräfin“ an, sie wohnt weiterhin im Hause der Eltern.
  • Der Graf kommt bis zur Geburt des Kindes (Zeitraum mehrerer Monate) nicht zu Besuch.
  • Bei der Taufe des gemeinsamen Sohns erscheint der Graf und grüßt seine Gattin ehrfürchtig, er lässt seinem Sohn ein großzügiges Geldgeschenk zukommen und erklärt im gleichen Zuge in einem Testament seine Frau zur Alleinerbin seines gesamten Vermögens.
  • Aufgrund dieser Geschenke lädt Frau von G... den Grafen öfter in das Haus ein.
    • Die gesamte Familie, einschließlich der Gräfin, verzeiht dem Grafen seine Tat.
  • Der Graf wiederholt seinen Heiratsantrag vor seiner Gattin, sie vollziehen erneut eine Hochzeitszeremonie, dieses Mal herrscht eine fröhlichere Stimmung.
  • Die gesamte Familie zieht auf den Wunsch der Gräfin hin auf ihren Landsitz in V..., sie zeugt mit ihrem Gatten weitere Kinder.
  • Die letzte Szene befasst sich mit einer Frage des Grafen an seine Gattin: Weshalb sei sie am Tag der Offenbarung seiner Vaterschaft wie von Sinnen vor ihm geflohen?
    • Die Gräfin entgegnet, dass sie ihn nicht für solch einen Teufel hätte halten können, wenn er ihr nicht zuvor wie ein Engel auf Erden erschienen wäre.

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