Interpretation
Die Handlung des Stückes resultiert aus Geschehnissen, die 45 Jahre zurückliegen. Die außereheliche Beziehung, welche mit der Schwangerschaft Klaras endete, stellt ein bürgerliches Trauerspiel dar. Die damals 17-jährige Klara, von ihrem Geliebten verraten, wird durch die Bürger geächtet und aus dem Dorf in die Prostitution getrieben. Zutiefst verletzt, schwört sie Rache.
Damals hatte sich Ill gegen die Liebe und für die Sicherheit und das Geld entschieden. Für Klara wird Liebe zu etwas Käuflichem, Alltäglichem. So wie es einst die Männer mit ihr im Bordell machten, macht sie es später mit ihren Gatten, welche sie ständig wechselt und nur noch mit Nummern beziffert. „Doch den Traum von Leben, von Liebe, von Vertrauen“ hat sie nicht vergessen. Diesen Traum möchte sie wieder herstellen, mit ihren Milliarden, doch muss dafür Ill sterben. Durch seinen Tod möchte Claire die Vergangenheit ungeschehen machen und die Zeit zurückdrehen. Und scheinbar gelingt es ihr. So sagt sie, vor der Leiche Ills: „Er ist wieder so, wie er war, vor langer Zeit, der schwarze Panther.“
Diese gescheiterte Liebesbeziehung stellt die wahre Tragödie des Stückes dar. Das junge schwangere Mädchen, welches alleine zu dieser Zeit chancenlos ist und als einzigen Weg die Prostitution sieht und der verängstigte Jüngling, welcher sich der Verantwortung entzieht und sich in eine lieblose Beziehung flüchtet.
Diese Beziehung hat Dürrenmatt genutzt, um mit ihr den von ihm diagnostizierten Verfall der Gesellschaft aufzuzeigen. Eine Gesellschaft, welche einst ein junges Mädchen verstoßen und das Fehlurteil einfach so hingenommen hat. Doch dies ist nur die Vorgeschichte. Im Stück zeigt sich der Verfall noch extremer. Zunächst sind da die Honoratioren, welche der Milliardärin eine schöne Jugend vorgaukeln möchten, um ihr möglichst viel Geld aus „den Rippen zu leiern“. Als die Güllener nach und nach auf das Angebot einsteigen zeigt sich, welche Macht das Geld über die Menschen hat. So wird ein ehemals geschätzter und geachteter Weggefährte des Geldes wegen verstoßen. Die Werte, welcher der Bürgermeister im ersten Akt noch nannte, als er das Angebot im Namen der Menschlichkeit ablehnte - mit der Betonung darauf, dass sie noch keine Heiden seien -, sind schnell vergessen. Die Menschen konsumieren. Reichten früher noch die billigen Zigaretten und der billige Schnaps, muss jetzt alles vom Besten sein. An die Stelle der Moral tritt das Geld und der Wunsch nach immer neuen, immer besseren Dingen. Auch der Glaube genießt kein hohes Ansehen mehr in Güllen. So heißt es schon in der Eröffnungsszene, dass die Milliardärin die letzte Hoffnung sei und nicht Gott, denn „der zahlt nicht“. Als dann der Reichtum über Güllen kommt, tritt der Glaube vollkommen in den Hintergrund.
Durch diesen Moralverfall macht der ursprüngliche „Täter“ eine Wandlung durch. Als der verängstigte Ill nach Hilfe sucht und dabei überall nur auf Unverständnis trifft, nimmt er Stück für Stück die Rolle eines tragischen Helden ein. Er ist der „Held“, der alleine gegen die Gesellschaft steht und sich am Schluss für diese opfert.
Aber eben dieses reine Gut-Böse-Schema lehnte Dürrenmatt ab, weshalb er auch die Bezeichnung „Tragische Komödie“ wählte. Die Schuld und das Recht sind in der heutigen Zeit nicht mehr gänzlich voneinander zu trennen, sondern fließen ineinander und gehen miteinander einher. Nach Dürrenmatt kommt der Unübersichtlichkeit der heutigen Gesellschaft nur noch das Groteske bei. Und dieses Groteske zeigt sich im Stück immer wieder. So hat Dürrenmatt bewusst entsprechende Elemente eingebaut, wie das Auftreten Claires mit ihrem Gefolge oder Claire selbst, welche zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Prothese ist. Aber auch indirekt kommt das Groteske zum Vorschein. So hat Dürrenmatt in die an sich tragische Handlung konstant komische Elemente eingebaut, wie das Auftreten der Eunuchen, der fehlgeschlagene Empfang am Bahnhof oder in Form von Regieanweisungen. Diese Mischung aus Tragödie und Komödie ermöglicht erst die differenzierte Darstellung der Gesellschaft, welche noch heute aktuell ist.
Diese Beziehung hat Dürrenmatt genutzt, um mit ihr den von ihm diagnostizierten Verfall der Gesellschaft aufzuzeigen. Eine Gesellschaft, welche einst ein junges Mädchen verstoßen und das Fehlurteil einfach so hingenommen hat. Doch dies ist nur die Vorgeschichte. Im Stück zeigt sich der Verfall noch extremer. Zunächst sind da die Honoratioren, welche der Milliardärin eine schöne Jugend vorgaukeln möchten, um ihr möglichst viel Geld aus „den Rippen zu leiern“. Als die Güllener nach und nach auf das Angebot einsteigen zeigt sich, welche Macht das Geld über die Menschen hat. So wird ein ehemals geschätzter und geachteter Weggefährte des Geldes wegen verstoßen. Die Werte, welcher der Bürgermeister im ersten Akt noch nannte, als er das Angebot im Namen der Menschlichkeit ablehnte - mit der Betonung darauf, dass sie noch keine Heiden seien -, sind schnell vergessen. Die Menschen konsumieren. Reichten früher noch die billigen Zigaretten und der billige Schnaps, muss jetzt alles vom Besten sein. An die Stelle der Moral tritt das Geld und der Wunsch nach immer neuen, immer besseren Dingen. Auch der Glaube genießt kein hohes Ansehen mehr in Güllen. So heißt es schon in der Eröffnungsszene, dass die Milliardärin die letzte Hoffnung sei und nicht Gott, denn „der zahlt nicht“. Als dann der Reichtum über Güllen kommt, tritt der Glaube vollkommen in den Hintergrund.
Durch diesen Moralverfall macht der ursprüngliche „Täter“ eine Wandlung durch. Als der verängstigte Ill nach Hilfe sucht und dabei überall nur auf Unverständnis trifft, nimmt er Stück für Stück die Rolle eines tragischen Helden ein. Er ist der „Held“, der alleine gegen die Gesellschaft steht und sich am Schluss für diese opfert.
Aber eben dieses reine Gut-Böse-Schema lehnte Dürrenmatt ab, weshalb er auch die Bezeichnung „Tragische Komödie“ wählte. Die Schuld und das Recht sind in der heutigen Zeit nicht mehr gänzlich voneinander zu trennen, sondern fließen ineinander und gehen miteinander einher. Nach Dürrenmatt kommt der Unübersichtlichkeit der heutigen Gesellschaft nur noch das Groteske bei. Und dieses Groteske zeigt sich im Stück immer wieder. So hat Dürrenmatt bewusst entsprechende Elemente eingebaut, wie das Auftreten Claires mit ihrem Gefolge oder Claire selbst, welche zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Prothese ist. Aber auch indirekt kommt das Groteske zum Vorschein. So hat Dürrenmatt in die an sich tragische Handlung konstant komische Elemente eingebaut, wie das Auftreten der Eunuchen, der fehlgeschlagene Empfang am Bahnhof oder in Form von Regieanweisungen. Diese Mischung aus Tragödie und Komödie ermöglicht erst die differenzierte Darstellung der Gesellschaft, welche noch heute aktuell ist.