Motto
„In gewisser Hinsicht gleicht der Planet der Argo: ziellos, mit nebensächlichem Auftrag, ausgesetzt den endlichen Abenteuern der Zeit.“; Dietmar Kamper
Inhalt
Kapitel 10 (S. 209-220) berichtet aus der Sicht von Leukon.
- Leukon sitzt einsam da und ärgert sich über die Sternbilder, die er nur noch hasst
- Trauer um Arethuse ist riesig; er hat einen Stern nach ihr benannt
- Muss sich selbst eingestehen, dass er bei allen Untaten der letzten Zeit beide Seiten verstehen konnte; fühlt sich schlecht deshalb
- Leukon denkt an Medeas letzten Blick zurück, bevor sie aus der Stadt geworfen wurde; er spürte damals Neid, weil sie keinen inneren Zwiespalt empfindet wie er
- Medea verkündete damals, Korinth werde untergehen
- Leukon litt unter Medeas Schicksal, fand aber Erbarmen mit den Korinthern, die ihre Angst nur loswerden konnten, indem sie die Schuld auf Medea abwälzten
- Die Pest flaute endlich ab; Medeas Verbannung erscheint daher richtig
- Leukon fühlt sich schlecht, weil er auch ein Korinther ist und nichts für Medea getan hatte; denkt immer wieder an Selbstmord
- Sehnt sich nach einem Leben wie Oistros, der wie ein Besessener arbeitet in seiner Hütte und jedes Maß verloren hatte
- Erinnert sich, dass Medea am Schluss eine maßlose Furie war; genau wie die Korinther sie sehen wollten; war mit ihren Kindern in den Tempel eingedrungen und hatte die Göttin angefleht; sang schreckliche Lieder, als sie aus der Stadt geführt wurde
- Leukon beschreibt, dass wenig später nach einem entsetzlichen Vorkommnis vor der Stadt nach Medea und der verschwundenen Lyssa gesucht wurde
- Der Tod von Glauke sollte gerächt werden
- Er erinnert sich, wie er einen Tag nach Medeas Austreibung von Geschrei und dem Auftauchen von Merope aufmerksam wurde; die Leiche von Glauke wurde aus dem Brunnen im Palasthof gezogen
- Jason wankte über den Hof und verschwand; liegt seither verzweifelt unter dem Rumpf seines Schiffes
- Akamas ließ verkünden, Medea habe Glauke ein vergiftetes Kleid geschenkt, dass die Haut verbrannte und Glauke Kühlung suchend zum Brunnen getrieben hatte
- Leukon hatte von Glaukes Magd gehört, dass Medea ihr das Kleid als Hochzeitskleid geschenkt hatte; nach Medeas Austreibung sei Glauke unruhig geworden, wollte niemanden sehen und habe sich erst beruhigt, als sie das Kleid angezogen hatte; dann sei sie in den Hof zum Brunnen und hätte keinen Ton von sich gegeben, als sie sprang
- König Kreon verkriecht sich seither; Akamas versucht alle Erinnerungen auszulöschen; warf Presbon und Agameda aus der Stadt, ließ die Grabhöhle von Iphinoe zumauern und erteilte Merope Hausarrest
- Leukon ist nur sicher, weil Akamas weiß, dass er ihn durchschaut hat; Leukon ist sein eigenes Schicksal gleichgültig geworden
- Wie er dasitzt, fällt Leukon eine unruhige Menschenmenge auf; sie haben Medeas Kinder gesteinigt