Der Schmuck und die Juwelen
Leitmotivisch stehen der Schmuck und sein Glänzen für die Begierden des Menschen. Der Glanz kann verlocken, aber auch täuschen, er dient seinem Besitzer unabhängig von dessen Moralität. Juwelen und Gold können einen Menschen zu einer verzweifelten Leidenschaft verleiten. Cardillac ist ganz vom Schmuck vereinnahmt, ja, er glänzt selbst, „Tücke und Bosheit“ (S. 22) funkeln aus seinen Augen. Das Glänzen erfüllt ihn mit einer Freude, an der er den Wert seines Lebens festmacht, daher ist er auch außerstande, sich von seinen Arbeiten auf längere Zeit zu trennen. Symbolisch ist sein Ausruf zu lesen, er könne Steine schleifen, die funkeln „wie die liebe Sonne selbst“ (S. 23). Er hält das Glänzen des Schmucks für das Licht der Sonne, womit er sich aber irrt. Das Licht steht für Wahrheit und Tugend, der Glanz an sich ist jedoch wertlos, nur materiell, er ist mit keinem Wert verbunden. Dies verdeutlicht wieder Hoffmanns Kunstbegriff - Schönheit allein schafft kein Kunstwerk.
Die unstillbare Begierde nach dem Glanz stammt von seiner Mutter. Diese entdeckt auf einem Fest einen Mann, der früher um sie geworben hat. Damals lehnte sie ihn ab, doch als sie seine "[blitzende] Juwelenkette" (S. 55) sieht, wird er ihr zu einem „Wesen höherer Art“, einem „Inbegriff aller Schönheit“ (ebd.). Der Schmuck ist ihr ein „ überirdisches Gut“ (ebd.). Sie wendet sich von ihren Werten ab und lässt sich mit dem Mann trotz ihrer Schwangerschaft ein. Damit ist sie wortwörtlich verblendet. Bemerkenswerterweise greift sie nach der Kette des Mannes, als dieser mit ihr das Liebesspiel beginnen möchte. Der Mann stirbt jedoch in diesem Moment - das Glück, das an der Materie festgemacht wird, ist nicht von Dauer, Schmuck und Tod hängen zusammen. Dieses Ereignis prägt Cardillac, ein böser Stern schießt einen Funken auf ihn, der seine „verderblichsten Leidenschaften entzündet“ (ebd.). Der „böse Stern“ verbindet zudem die Motivik der Nacht und die des Glanzes, denn den Glanz der Sterne sieht man nur in der Nacht. Der Schmuck erzeugt in ihm den tierischen Trieb, zu töten wie ein Raubtier. (Falscher) Glanz und die Nacht vereinen sich in Cardillac, das Geschenk an von Scuderi kommt ihm in der Nacht vor die Augen (S.61). Sein Versuch, den Glanz des bösen Sterns abzuschwächen, damit er „[vor der hohen Tugend von Scuderis] kraftlos erbleiche“ (S. 59), scheitert. Glanz und Ehrlichkeit kann er nicht vereinbaren.
Von Scuderi, für die der Schmuck ein „höllischer Talisman des Bösen“ (S. 30) ist, weiß aber, ihn für das Gute einzusetzen. Somit kann er eine positive Macht entfalten, die nicht täuscht, sondern die Wahrheit ans Licht bringt. In einer symbolischen Szene kleidet sie sich in schwarze Gewänder und schmückt sich „mit Cardillacs köstlichem Geschmeide“ (S. 69). Die schwarzen Gewänder stehen für die Nacht, die Juwelen trägt sie aber über ihrer Kleidung, sie treten offen zutage. Ihr Glanz überstrahlt die Dunkelheit, er wurde aus der Nacht herausgebracht. Da von Scuderi ihn trägt, wird er zum Werkzeug des Guten, er steht für den Sieg über das Böse. Ist der Schmuck also kein Selbstzweck und hängt man nicht das Wohlbefinden an ihn, ist er nichts Verwerfliches. Nur, wer sich von ihm blenden lässt, wird vom rechten Weg abgebracht.
Die unstillbare Begierde nach dem Glanz stammt von seiner Mutter. Diese entdeckt auf einem Fest einen Mann, der früher um sie geworben hat. Damals lehnte sie ihn ab, doch als sie seine "[blitzende] Juwelenkette" (S. 55) sieht, wird er ihr zu einem „Wesen höherer Art“, einem „Inbegriff aller Schönheit“ (ebd.). Der Schmuck ist ihr ein „ überirdisches Gut“ (ebd.). Sie wendet sich von ihren Werten ab und lässt sich mit dem Mann trotz ihrer Schwangerschaft ein. Damit ist sie wortwörtlich verblendet. Bemerkenswerterweise greift sie nach der Kette des Mannes, als dieser mit ihr das Liebesspiel beginnen möchte. Der Mann stirbt jedoch in diesem Moment - das Glück, das an der Materie festgemacht wird, ist nicht von Dauer, Schmuck und Tod hängen zusammen. Dieses Ereignis prägt Cardillac, ein böser Stern schießt einen Funken auf ihn, der seine „verderblichsten Leidenschaften entzündet“ (ebd.). Der „böse Stern“ verbindet zudem die Motivik der Nacht und die des Glanzes, denn den Glanz der Sterne sieht man nur in der Nacht. Der Schmuck erzeugt in ihm den tierischen Trieb, zu töten wie ein Raubtier. (Falscher) Glanz und die Nacht vereinen sich in Cardillac, das Geschenk an von Scuderi kommt ihm in der Nacht vor die Augen (S.61). Sein Versuch, den Glanz des bösen Sterns abzuschwächen, damit er „[vor der hohen Tugend von Scuderis] kraftlos erbleiche“ (S. 59), scheitert. Glanz und Ehrlichkeit kann er nicht vereinbaren.
Von Scuderi, für die der Schmuck ein „höllischer Talisman des Bösen“ (S. 30) ist, weiß aber, ihn für das Gute einzusetzen. Somit kann er eine positive Macht entfalten, die nicht täuscht, sondern die Wahrheit ans Licht bringt. In einer symbolischen Szene kleidet sie sich in schwarze Gewänder und schmückt sich „mit Cardillacs köstlichem Geschmeide“ (S. 69). Die schwarzen Gewänder stehen für die Nacht, die Juwelen trägt sie aber über ihrer Kleidung, sie treten offen zutage. Ihr Glanz überstrahlt die Dunkelheit, er wurde aus der Nacht herausgebracht. Da von Scuderi ihn trägt, wird er zum Werkzeug des Guten, er steht für den Sieg über das Böse. Ist der Schmuck also kein Selbstzweck und hängt man nicht das Wohlbefinden an ihn, ist er nichts Verwerfliches. Nur, wer sich von ihm blenden lässt, wird vom rechten Weg abgebracht.