Personen |
Handlungs-ort |
Inter-
pretation |
Margarete
Faust
Marthe
Mephisto-
pheles
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Garten von Marthes Haus
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Garten: außerhalb des geregelten, kleinbürgerlichen Lebens
Gegensätzliche Paare: Jugend ≠ Alter, Mephistowahre Liebe ≠ bloße Erotik
Faust spricht bei seinem Liebesgeständnis nicht in der 1. Person nicht ehrlich
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Die nächste Szene beginnt mit dem
Rendezvous von Gretchen und Faust; Fausts falsche Zeugenaussage hat schon stattgefunden, ohne dass sie beschrieben wurde. Abwechselnd bekommt der Zuschauer nun Einblicke in die Denkweisen der zwei gegensätzlichen Paare, die durch den Garten spazieren.
Marthes und Mephistos Gespräch ist oberflächlich und dreht sich vor allem um Erotik. Sie flirtet mit Mephisto, doch dieser entzieht sich ihren Annäherungsversuchen.
Faust und Gretchen lernen sich zunächst einmal kennen, wobei Gretchen zuerst in Frage stellt, dass Faust sie wirklich liebt: „Ich fühl es wohl, dass mich der Herr nur schont, / Herab sich lässt, mich zu beschämen.“ (Sz. 12, Z. 5 f.) Sie betont ihre
unterschiedliche Herkunft ndash; sie zweifelt, dass der berühmte Gelehrte Faust an einer Kleinbürgerlichen wie ihr wirklich interessiert sein kann.
Faust jedoch zeigt sich
gerührt von ihren bürgerlichen Tugenden wie Ordnung und Liebe, die sie in ihrer Tätigkeit als Hausfrau beweist ndash; sie erscheinen ihm wie ein seliger Ruhepol, den der ewig Strebende nicht kennt. Er entschuldigt sich für sein Verhalten bei ihrem ersten Treffen.
Sodann legt Gretchen Faust ein Liebesgeständnis in den Mund: Sie pflückt eine Blume und zupft jedes Blatt einzeln ab („Er liebt mich, er liebt mich nicht, ...“). Am Ende stellt sie glücklich fest: „Er liebt mich!“ (Sz. 12, Z. 216), was Faust bestätigt.