Herr von G...
Herr von G... ist der Kommandant der Stadt M... und Vater der Marquise.
Infos zur Person
- Lebt als Kommandant der Stadt M... in einem Herrenhaus und genießt als Mitglied des militärischen Adels hohe Achtung in der Gesellschaft. Seine Gattin ist die Frau von G..., sein Sohn der Forstmeister, seine Tochter die verwittwete Marquise von O...
- Als als ältestes, männliches Mitglied gilt er als Familienoberhaupt
Charaktereigenschaften der Person
- Vertreter des Patriarchats: Er muss als männliches, höhergestelltes Mitglied der Gesellschaft die normierten Werte nach außen hin aufrecht erhalten. So hat er als Mann keine andere Wahl als seine Tochter zu verbannen nachdem diese aus der Norm ausbricht.
- Gatte mit eingeschränkter Führungsgewalt: Nach außen hin hält Herr von G... das Bild vom Patriarchat in der Ehe aufrecht. Allerdings wird an vielen Stellen klar, dass Frau von G... die Fäden in der Hand hält. Sie besteht darauf, dass die Marquise nach dem Verlust ihres Gatten in das Elternhaus zurückzieht, außerdem leitet sie eigenmächtig die Versöhnung der Marquise mit dem Vater ein und befürwortet wiederholt die Ehe mit Graf F..., obwohl der Vater eigentlich möchte, dass die Marquise nicht mehr heiratet.
- Vater mit Gefühlen: Obwohl - oder gerade weil - er so hart und übermäßig emotional auf die Schwangerschaft seiner unverheirateten Tochter reagiert, wird klar, dass ihn die Verbannung innerlich schmerzt und er sein eigenes Handeln verabscheut.
- Versagen als Beschützer der Familie und Beschützer der Stadt: Als der russische Überfall auf die Stadt stattfindet, sieht er sich als Kommandant gezwungen, zu kapitulieren. In seiner Rolle als Protektor der Stadt hat er also versagt. Als der Graf F... die Marquise vergewaltigt, versagt er ebenfalls in seiner Rolle als Protektor der Tochter. Statt dem Grafen - als Personifizierung seines Versagens - mit Wut oder Frust zu begegnen, ordnet er ihm sich nach anfänglichem Misstrauen unter und willigt in die Hochzeit mit der Marquise ein.
- Bedingt lernfähig: Obwohl er große Reue empfindet, als die Unschuld der Marquise bewiesen wird, zögert er nicht, seine Tochter an ihren Vergewaltiger zu verheiraten. Hier verfällt er wieder den gesellschaftlichen Vorstellungen eines anständiges Lebens, das er auch für seine Tochter möchte. Allerdings setzt er einen Ehevertrag auf, mit dessen Unterschrift der Graf auf all seine Rechte als Ehemann verzichtet.