Wirkung der Medien
Die Medien sind im Roman von Anfang an präsent. Familie Zurek erfährt allein durch die Nachrichten von dem Schusswechsel und dem Tod ihres Sohnes. Auch auf den weiteren Seiten des Romans wird deutlich, dass die Medien bzw. Presse im Fall und der Geschichte um Oliver Zurek, eine präsente und umstrittene Position in der Vermittlung von Informationen einnehmen und sich nicht zuletzt selbst zur Zielscheibe von Kritik machen.
Die gesellschaftliche Aufgabe der Medien im Allgemeinen
- Medien müssen unabhängig und frei vom Staat sein.
- Spielen eine zentrale Rolle im demokratischen System, sowohl für den Staat, als auch im Leben des einzelnen Bürgers
- Medien informieren die Gesellschaft und ermöglichen Kommunikation zwischen Bürgern und politischen Entscheidungsträgern.
- Die Agenda der Politik wird je nach Interesse der Bürger geprägt.
- Haben die Aufgabe der Kritik und Kontrolle des Staates und der Gesellschaft
- Wissen und Wahrnehmung der Bürger wird von Medien beeinflusst und gelenkt
- Es wird oft diskutiert, inwiefern die Medien als „Vierte Gewalt“ gelten könnten: Medien haben viel Macht und erfüllen viele positive Aufgaben, gehen in Anbetracht ihres enormen Einflusses, aber nicht immer verantwortungsvoll mit Informationen und ihrer Reichweite um.
häufige Kritik an den Medien
Die Wirkung der Medien im Roman
- Medien stellen die zentrale Informationsquelle im Roman dar.
- am häufigsten tauchen die Nachrichten und die Zeitung als Medien auf
- Die Zureks sind von den Informationen der Medien abhängig.
- Die Presse wird als Drohmittel gegen den aktuellen Schulleiter Kobelius eingesetzt, da Richard eine Rede vor den Schülern halten möchte und ihm dies zunächst verwehrt wird. (S. 265 ff.)
- Die Familie Zurek und ihr Sohn werden zum ständigen Gesprächsthema in der Öffentlichkeit.
- Die Presse konfrontiert die Familie täglich mit den Geschehnissen. (S. 175)
- Der Fall erreicht durch die Medien eine breite Aufmerksamkeit; es entsteht ein großes Publikum für den Fall „Oliver Zurek“
- Die Medien liefern jedoch oft widersprüchliche Berichterstattungen.
- unklare und widersprüchliche Informationen über den genauen Tathergang des Schusswechsels: Hat sich Oliver selbst umgebracht oder wurde er vielleicht sogar bewusst von einem der Polizisten erschossen? Wurde der verstorbene Polizist von einem seiner Kollegen oder von Oliver erschossen?
Die Medien geben keine eindeutigen Antworten; sorgen nur für mehr Verwirrung
- unseriöser Umgang mit privaten Informationen der Familie
- drucken hasserfüllte Überschriften in Zeitungen, die insbesondere Friederike emotional stark belasten
- beeinflusst die Gefühle der Menschen
- rücksichtsloser Umgang mit Informationen in den Zeitungen, um für hohes Aufsehen und hohe Auflagen zu sorgen
- Es ist nicht zu vergessen, dass Medien die Art ihrer Informationen immer nach ihrem Publikum richten. Somit sorgen dramatische Nachrichten dieser Art für hohe Einschaltquoten im Fernsehen.
- publiziert absichtlich Dinge und immer wieder neue Details, die besonders interessant für die Bürger sein könnten
- Es bleibt den Medien offen zu entscheiden, welche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen oder welche von den Bürgern ferngehalten werden.
- Dramatisierung des Geschehens
- Mögliche Manipulation (ausgehend vom Staat sowie Manipulation der Bürger), Überspitzung, Verfälschung und Verzerrung der Realität
- Es ist jedoch unklar, ob die Medien wirklich verfälschte Nachrichten, sogenannte „Fake News“ verbreiten, oder ob es an den Bürgern liegt, sich umfassend je nach Seriosität und Plausibilität zu informieren und erhaltene Informationen zu reflektieren.
- Je mehr Zeit vergeht, desto unwichtiger wird das Thema, es wird immer weniger geredet, sorgt weniger für Aufsehen und die Familie wird nicht mehr so oft damit konfrontiert.
Die Medien richten sich stark nach der Aktualität, Dringlichkeit und dem Interesse des Themas.
- Christoph Hein verweist mit der Darstellung der Medien auf das gesellschaftliche Unbehagen in der deutschen Gesellschaft zu dieser Zeit: Misstrauen in die Medien; Zweifel an Wahlprogrammen
- Die Medien nehmen im Roman die Rolle einer „Vierten Gewalt“ ein.