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Entstehung & Epoche

Die Novelle Das Haus in der Dorotheenstraße wird im Jahr 2013 im Diogenes Verlag veröffentlicht und laut Überlieferung beginnt der Autor mit dem Schreiben im Jahre 2011. Über die Entstehungsphase sind nur wenige Informationen zu finden, allerdings wird vielerorts immer wieder beschrieben, dass Hartmut Lange die Erzählung der Klausens mit der Hilfe seiner Ehefrau verfasst. Da der Schriftsteller unter regelmäßigen Schreibblockaden leidet, wirkt es sich positiv auf sein Schreibtempo aus, dass seine Gattin tippt während er ihr die Handlung diktiert. Wie Hartmut Lange in seiner Biografie selbst angibt, unabhängig von Das Haus in der Dorotheenstraße, steht seine Frau ihm auch allgemein in seinen Schreibkrisen zur Seite und erst der gemeinsame Schreibprozess führte zu einer Besserung seiner Blockaden. Nachdem Ulrike Lange die mündlichen Ausführungen des studierten Dramaturgen abtippt, schreibt der Autor selbst auch noch einmal seine erzählte Handlung auf.
Das Werk ist der literarischen Epoche der Postmoderne zuzuordnen, die ab 1989, also nach der Wende anzusiedeln ist. Hierbei ist von Bedeutung, dass sich prägende Ereignisse in der Postmoderne in Berlin, gleichzeitig auch einer der Schauplätze (Berlin Teltow/Kohlhasenbrück) in der Novelle, abspielen. Auch die Gegensätze der Heimatverbundenheit und dem Motiv des Reisens werden in der Novelle realisiert. Xenia Klausen mit ihrem Wunsch, möglichst für immer in dem Haus in der Dorotheenstraße wohnen bleiben zu wollen übernimmt hier den heimatbezogenen Part, während ihr Ehemann Gottfried als Korrespondent von Welt eher die Abenteuerlust eines Reisenden verkörpert. Bereits in der Postmoderne kommt es zu einer beginnenden Digitalisierung, welche sich in Das Haus in der Dorotheenstraße an den zahlreichen Telefonaten bemerkbar macht. Die zunehmende Digitalisierung bringt, wie in der Erzählung auch differenziert aufgezeigt wird, sowohl Vor-als auch Nachteile mit sich. Auf der einen Seite ist es dem Ehepaar Klausen zwar durch das Telefon möglich, in Kontakt zu stehen, jedoch fördert das Kontaktmedium Telefon auch unangenehme Situationen zutage, wie etwa, dass Gottfried anhand der Männerstimme am anderen Ende der Leitung von dem Ehebruch seiner Frau erfährt. Auch, dass Klausen seine Frau telefonisch oftmals nicht erreichen kann, verstärkt die emotionale Distanz zwischen dem Ehepaar. Der technische Fortschritt in der Erzählung wird also auch aus einem kritischen Blickwinkel gesehen.

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