Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Rezeption

Im Folgenden soll der Roman Landnahme zunächst seiner Epoche zugeordnet und die Reaktion des Publikums und der Kritiker beschrieben werden. Außerdem zeigen wir die autobiografischen Bezüge Heins auf.

Literatur der Wende

  • Nach der Wende befassten sich viele Autoren mit den sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen durch die Wiedervereinigung; das Leben im neuen Deutschland wurde geschildert sowie die Geschichte der DDR aufgearbeitet
  • Formal gibt es keine strikte Form der Wendeliteratur; weder Aufbau noch Stil der einzelnen Werke gleichen sich
  • Als Gemeinsamkeit der einzelnen Werke lassen sich allerdings autobiografische Bezüge festhalten; die einzelnen Autoren haben persönliche Erlebnisse in ihre Texte eingebaut
  • Die Verarbeitung des Themas war zunächst eher ironisch geprägt, später folgte eine nostalgische Verklärung; dann wurde eher neutral über die Zeit erzählt
  • Zu den wichtigsten Autoren zählen neben Christoph Hein Günter Grass, Christa Wolf, Thomas Brussig, Ingo Schulze oder Uwe Tellkamp

Rezensionen

  • Hein gilt als einer der bedeutendsten Prosa-Autoren Deutschlands
  • Insgesamt hat Hein über 40 Theaterstücke und Prosatexte verfasst
  • Für seine Werke hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, so zum Beispiel den Heinrich-Mann-Preis, den Schiller-Gedächtnis-Preis oder den internationalen Stefan-Heym-Preis
  • Seine Werke kamen beim Publikum meist besser an als bei den Litraturkritikern
  • Landnahme wurde nach Erscheinen im Jahr 2004 direkt von großen Feuilletons aufgegriffen; die Meinungen waren dabei sehr geteilt
  • Lob: Aufbau wie bei einer griechischen Tragödie; gekonnte Konstruktion der einzelnen Erzählberichte zu einem Werk; fünf verschiedene und authentische Ich-Erzähler geschaffen; sprachliches Talent; realistische Darstellung des Alltags
  • Kritik: zähe Handlung; langer Mittelteil ohne Pointe; hölzerne Dialoge; zu deutlicher Versuch, den Lesern seine eigene Meinung zu vermitteln

Autobiografische Bezüge

  • Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Münsterberg geboren, eine Provinz Niederschlesiens
  • Er wurde als Kleinkind mit seiner Familie nach der Neuregelung der Staatsgrenzen aus seiner Heimat vertrieben
  • Hein wuchs selbst als Umsiedler in der DDR-Kleinstadt Bad Düben bei Leipzig auf
  • Als evangelischer Pfarrersohn durfte er nicht auf die Oberschule; er musste in Westberlin aufs Internat und nach dem Mauerbau sein Abitur an der Abendschule machen
  • Später studierte er in Leipzig und wurde erfolgreicher Theaterdramaturg und Autor
  • Mit Haber verbindet Hein auf persönlicher Ebene wenig; allerdings mussten beide als Vertriebene oft negative Erfahrungen mit den Menschen in ihrer neuen Heimat machen
  • Hein selbst erklärte in einem Interview zur Entstehung von Landnahme: „Es ist quasi die Autobiographie eines fiktiven Klassenkameraden. Es war bei ihm etwas anders als bei mir. Er war etwas älter als ich und kam etwas später nach Deutschland, er kommt ja erst 1950, aber ich habe ja die Flucht nicht mitgemacht, da war ich ein Baby, aber diese Nachkriegszeit als Flüchtling, das habe ich schon erlebt.“

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?