Kap. 41 - 50
In den letzten Kapiteln wird Mias Zeit in der Isolationshaft thematisiert, in der sie weiter mit Kramer Kontakt hält. Außerdem wird die Verhandlung gegen Mia und das Urteil aufgelöst.
Kapitel 41 - Freiheitsstatue
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- Seite: 195 - 198
- Zeit: Nicht genauer definierter Tag nach Mias gewaltsamer Verhaftung
- Ort/Quelle: Gefängnis
- Personen: Mia, Rosentreter
Inhalt
Mia sitzt nach ihrer Verhaftung durch den Methodenschutz wie ihr Bruder einst in Isolationshaft. Rosentreter kommt sie besuchen und berichtet ihr davon, dass sie wegen ihrer explosiven Proklamation verhaftet wurde - getarnt unter dem Vorwand der Suizidgefahr. Er hat dagegen bereits Klage beim höchsten Methodengericht eingereicht. Außerdem demonstrieren vor dem Gefängnis Zehntausende für Mias Freilassung. Sogar die R.A.K. fordert die Methode auf, endlich Verantwortung für Moritz‘ Tod zu übernehmen und droht mit Aktionen. Mit der R.A.K. aber will Mia nichts zu tun haben. Stattdessen erkundigt sie sich nach Kramer und ignoriert die Bitte ihres Anwaltes, nicht mehr mit dem Journalisten zu sprechen. Rosentreter gibt zu, dass er sich der Situation nicht mehr gewachsen fühlt. Mia erklärt ihm daraufhin, dass sie zur Freiheitsstatue wird, zur Integrationsfigur für alle Skeptiker, Unzufriedenen und Andersdenkenden, die sich bisher allein gefühlt haben und nun die Gemeinschaft erfahren.Kapitel 42 - Der gesunde Menschenverstand
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- Seite: 199 - 201
- Zeit: Am selben Abend
- Ort/Quelle: TV-Studio
- Personen: Kramer
Inhalt
In der Show Was alle denken hällt Kramer einen zwanzig Minuten langen Monolog über die Stärken der Methode, während das ganze Land gebannt vor dem Fernseher sitzt. Kramer predigt, dass Sauberkeit und Sicherheit die Basis für gutes Leben sind. Die gefährlichsten Viren seien aber nicht mehr aus Nukleinsäuren, sondern aus methodenfeindlichen Gedanken. Diesen kündigt er unmissverständlich den Kampf an und macht deutlich, dass dies der Anfang vom Ende im Fall Mia Holl ist.Kapitel 43 - Geruchlos und klar
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- Seite: 202 - 213
- Zeit: Vier Tage nach Mias gewaltsamer Verhaftung
- Ort/Quelle: Gefängniszelle
- Personen: Mia, Kramer
Inhalt
Kramer kommt Mia in ihrer engen, unmöblierten Zelle besuchen, nachdem er dafür gesorgt hatte, dass sie seinen TV-Auftritt verfolgen durfte. Nun will er mit ihr zusammen an einem neuen Artikel arbeiten. Als er sie mit möglichen Anschlägen der R.A.K. in Verbindung bringen will, stellt Mia klar, dass die Moral auf ihrer Seite ist. Außerdem fordert Mia Kramer dazu auf, Manieren zu beweisen und etwas zu Trinken und zu Essen zu besorgen. Kramer organisierte bei einem Wärter Klappstühle, heißes Wasser und Lebensmitteltuben. Dann beginnt er, Mia Fragen über Moritz, sein Erbe, die Treffen am Flussufer und Moritz‘ Märtyrer-Status zu stellen. Daraufhin lehnt er sich zurück und hält Mia ihr Geständnis vor, das sie unterschreiben soll. Demnach sei Moritz Holl Anführer der Widerstandszelle Die Schnecken gewesen, die sich am Flussufer getroffen hat. Mitglieder seien neben Moritz Holl sein Knochenmarkspender Hannemann und Mia gewesen. Den Mord an Sibylle hätten sie absichtlich geplant, um einen Justizskandal zu provozieren, der die Methode erschüttert. Moritz hätte dabei als Märtyrer sterben wollen und beging mit Mias Hilfe Selbstmord. Diese führte angeblich danach die Gruppe weiter, zu der auch Kollege Würmer gehöre. Mia ist außer sich und stürzt sich auf Kramer. Dieser wehrt sich, tut sie als einsames, tapferes Kind ab und packt die leeren Lebensmitteltuben mit Handschuhen in einen Plastikbeutel. Mia beschimpft ihn und die Methode als Mörder ohne Hauch eines Gewissens. Kramer aber rechtfertigt seine Lügen mit der Vielzahl an Menschen, die durch die Methode glücklich sind.Kapitel 44 - Würmer
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- Seite: 214- 219
- Zeit: Wenig später
- Ort/Quelle: Gefängnis
- Personen: Richter Hutschneider, Mia, Würmer
Inhalt
Nachdem Sophie als Richterin aus dem Fall Holl ausgeschieden ist, hat Richter Hutschneider den Vorsitz übernommen. Bei all seiner Erfahrung sieht er Mia Holl als tickende Zeitbombe und will auf keinen Fall den Helden spielen. Allerdings hat er Mitleid mit der Angeklagten als sie bei einer Gegenüberstellung mit Niemand vor ihm sitzt. Als der Kronzeuge eintritt, bestätigt er, dass er Mia erkennt. Mias Frage, was man mit ihm angestellt habe, wird sofort gegen sie verwendet. Würmer lässt sich nicht auf ihre Worte ein und spielt weiter bei Kramers erfundenem Spiel mit. Mia zitiert daraufhin völlig erschüttert Moritz‘ Worte über seine Lust, aus Kupferrohren ein Nest aus Würmern zu erschaffen und lacht über die verrückten Zufälle des Lebens.Kapitel 45 - Keine Liebe der Welt
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- Seite: 220 - 228
- Zeit: Nicht genauer definierter Tag nach Mias gewaltsamer Verhaftung
- Ort/Quelle: Gefängnis
- Personen: Mia, Rosentreter
Inhalt
Rosentreter besucht Mia wieder im Gefängnis. Er fühlt sich unwohl, weil er nur schlechte Neuigkeiten hat und Mia ihn sofort zu durchschauen scheint. Er beginnt Mia und den Fall zu hassen. Indem Mia immer wieder seinen Rat ausschlägt und mit Kramer spricht, bringt sie alles außer Kontrolle. Es ist Mia, die ihn aufmuntert und ihm hilft, das Gespräch zu beginnen. Rosentreter berichtet daraufhin, dass das Höchste Methodengericht ihre Klage und den Härtefallantrag abgewiesen hat. Außerdem soll das Verfahren fortgesetzt werden, da in ihrer Wohnung Lebensmitteltuben mit Bakterienkulturen von Botulinum sowie Pläne der Trinkwasserversorgung gefunden wurden, die einen geplanten Anschlag vermuten lassen. Mia erkennt sofort, warum Kramer damals die Lebensmitteltuben eingepackt hat und versucht, sich zu verteidigen. Rosentreter macht ihr allerdings wenig Hoffnung und gesteht Mia, dass vor dem Gefängnis keine Menschen mehr für sie demonstrieren. Mia bietet Rosentreter an, das Mandat niederzulegen. Er aber kann das nach dieser Frage nicht tun, obwohl er gerne wollte. Und Mia scheint seine Entscheidung völlig egal zu sein. Rosentreter erzählt Mia dann, dass er sich von seiner illegalen Freundin getrennt hat. Diese konnte nicht verstehen, warum er eine Terroristin verteidigt und warum er denkt, der Kampf für die Liebe würde das rechtfertigen. Aus Angst, ihre heile Welt zu zerstören, traute Rosentreter sich nicht, die Sache zu erklären und die Methode vor seiner Freundin in Frage zu stellen. Zum Abschied reicht Rosentreter Mia durch die Sprechlöcher, worum sie ihn gebeten hatte: eine lange Nadel.Kapitel 46 - Mittelalter
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- Seite: 229 - 236
- Zeit: Nicht genauer definierter Tag wenig später
- Ort/Quelle: Gefängnis
- Personen: Mia, Kramer
Inhalt
Kramer kommt Mia zum wiederholten Male besuchen. Mia macht sich aufgescheucht über seine Botulinum-Theorie lustig und will ihn zwingen, erneut ihr Sprachrohr zu sein. Kramer aber wehrt ihren Angriff ab und fordert sie auf, das Geständnis zu unterschreiben. Statt sie zum Scheintod zu verurteilen, könne man aufgrund der mildernden Umstände dann eine Gefängnisstrafe verhängen. Mia will sich nicht darauf einlassen, weil man ihr außer ihrer Seele und ihrer Würde bereits alles genommen hat. Kramer lässt nicht locker. Er stellt in Frage, was Moritz wohl zu ihrer Entscheidung für das Einfrieren sagen würde. Damit hat die Methode Kontrolle über Leben oder Tod. Außerdem gibt Kramer zu, dass die Methode von Moritz schwer getroffen ist, dass die R.A.K. Auftrieb erhalten hat. Nur wenn seine Verurteilung durch Mias Geständnis Rechtmäßigkeit erlange, könne die Methode überleben, von der Millionen Menschen abhängen. Auch davon lässt sich Mia nicht beeindrucken. Daraufhin droht der Journalist Mia damit, dass die Methode vor alten Folter-Methoden in solch brisanten Fällen nicht zurückschreckt. Mia ist davon wenig überrascht und lacht über den angeblichen Fortschritt zum Mittelalter. Ihre Meinung ändert sie weiterhin nicht, sie will Moritz nicht verraten.Kapitel 47 - Es regnet
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- Seite: 237 - 241
- Zeit: Wenig später
- Ort/Quelle: Gefängnis
- Personen: Mia
Inhalt
Nach der Folter mit Stromschlägen liegt Mia zusammengerollt in ihrer Zelle auf dem Boden. Sie spricht mit sich selbst und wird immer wieder von Spasmen geschüttelt. Das Licht über ihr flackert im Sekundentakt und hindert sie am Schlafen. Ihr fällt ein, dass Moritz den freien Menschen mit einer defekten Lampe verglichen hat und wie sie mit ihm über Gott philosophiert hat. Wie sie so daliegt, fordert Mia ein Grundrecht auf Schwärze und Dunkelheit. Als ihr Kopf durch einen weiteren Anfall heftig auf den Boden knallt, wird sie bewusstlos.Kapitel 48 - Dünne Luft
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- Seite: 242 - 249
- Zeit: Nicht genauer definierter Zeitpunkt nach Mias Bewusstlosigkeit
- Ort/Quelle: Gefängnis
- Personen: Mia, Kramer
Inhalt
Mia erwacht, weil Kramer ihr mit einem Schwamm über die Stirn fährt. Er hilft ihr, sich auf einen mitgebrachten Stuhl zu setzen. Plötzlich schickt Mia ihn in die Ecke des Zimmers, wo er hinknien soll. Währenddessen erzählt er Mia, dass er über das Leben nachgedacht hat. Die ersten zwanzig Jahre sei man ein denkender, die nächsten zwanzig ein redender und danach ein handelnder Mensch, bevor man in der vierten wieder zum Denken zurückkehrt. Er sei jetzt ein handelnder Mensch, doch sie bringe ihn zum Grübeln. Mit Mias Anleitung ertastet Kramer in den Fugen die lange Nadel. Er erklärt Mia, dass sie die Fanatikerin sei und er der Märtyrer, weil er sich für eine Seite entschieden hat und ihr alles opfert. Dass Mia ihm dabei die Nadel vor sein Auge hält, macht ihm keine Angst. Sie gesteht daraufhin, dass man die schärfsten Waffen gegen sich selbst richten müsse. Sie zieht ihren linken Ärmel hoch und stochert mit der Nadel in ihrem Arm herum. Nebenbei wirft sie Kramer vor, dass er ein Fanatiker ist, der sich dafür schämt. Dann pult sie ihren Chip aus dem Arm, übergibt ihn Kramer und erklärt: „Nehmen Sie. Das bin ich. Ihr rechtmäßiger Besitz.“ Ihr Körper sei nun frei, eine Art heiliger Zustand.Kapitel 49 - Siehe oben
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- Seite: 250 - 259
- Zeit: Tag der Verhandlung
- Ort/Quelle: Gericht
- Personen: Mia, ein Arzt, Richter Hutschneider, Bell, Rosentreter, Zuschauer
Inhalt
Die Verhandlung im Fall Mia Holl wird vor jeder Menge Zuschauern fortgesetzt. Mia ist in einen Käfig gesperrt und wird regelmäßig mit Desinfektionsmittel besprüht. Ein Arzt sucht mit seinem Scanner vergeblich nach ihrem Chip im Arm. Kurz darauf beginnt Staatsanwalt Bell eine endlos lange Liste an Straftatbeständen vorzulesen - von Führung einer terroristischen Vereinigung bis hin zu Hochverrat und Beihilfe zum Mord. Mia klatscht daraufhin Beifall und ein Zuschauer brüllt „Hexenjagd“. Nachdem dieser abgeführt wurde, erklärt Rosentreter nüchtern, dass er auf einen Gegenantrag verzichtet und sich nicht zum Methodenfeind machen möchte. Mia buht ihn daher aus und wieder ruft es im Publikum: „Schiebung“. Als erster Zeuge wird Kramer aufgerufen. Mia stellt fest, dass er ihr gefehlt hat, immerhin war er der einzig echte Mensch in ihrem Leben. Er stellt sie als Überzeugungstäterin dar, die für ihre Ideen in den Tod gehen will. Deshalb solle nicht die Höchststrafe verhängt werden. Mia applaudiert und weint. Dann erscheinen die nächsten Zeugen: ihre drei Nachbarinnen. Driss bezeichnet Mia als Märtyrerin, als gute Terroristin, was für heftige Unruhe im Saal sorgt. Weil Driss den feindlichen Rufen zustimmt, wird sie als Methodenfeindin abgeführt. Mia nutzt das Chaos, rüttelt am Käfig und macht auf sich aufmerksam. Wer nicht dazu bereit sei, zu plündern oder zu töten, solle Ruhe geben. Aus welchen Gründen er sich auch dazu entscheidet. Hutschneider fühlt sich dadurch verhöhnt und schließt die Verhandlung. Kurz bevor das Urteil verlesen wird, wünscht sich Mia Kramer bei der Vollstreckung an ihrer Seite und sagt sich selbst, dass sie trotzdem gewonnen hat. Dann wird sie zu Einfrieren auf unbestimmte Zeit verurteilt.Kapitel 50 - Zu Ende
Infos
- Seite: 260 - 264
- Zeit: Nicht genauer definierter Tag nach Mias Verurteilung
- Ort/Quelle: unbestimmter Raum
- Personen: Mia, Kramer, Hutschneider, Bell