Claudia Galotti
Infos zur Person
- Die Mutter der Protagonistin lebt mit ihrer Tochter in der italienischen Stadt Guastalla
- In jungen Jahren heiratete Claudia den Offizier Odoardo Galotti, welcher der Vater ihrer gemeinsamen Tochter Emilia ist
- Für Frau Galotti arbeitet der Bedienstete Pirro, wobei es sich bei den Galottis nicht um Adlige, sondern einfache Bürger handelt
Charakter
- Materialistisch: Auch wenn die Beweggründe für den Umzug vom Landsitz der Galottis in die entfernte Stadt hauptsächlich erzieherischer Natur sind, so bedauert es Claudia darüber hinaus keinesfalls von Sabionetta wegzuziehen. Im Gegenteil, die Mutter Emilias besitzt ein Faible für die schillernde und prunkvolle Welt des Adels und möchte ihrer Tochter diesen Teil der Gesellschaft ebenfalls nicht vorenthalten
- Liebend: Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter zeichnet sich durch gegenseitiges Vertrauen, Respekt und Zuneigung aus. Dass Emilia mit all ihren Sorgen und Ängsten zu Claudia, anstatt zu Odoardo kommt, liegt an dem vorbehaltlosen und urteilsfreien Wesen ihrer Mutter. So erzählt Emilia zum Beispiel Frau Galotti von dem Liebesgeständnis des Prinzen in der Kirche (Aufz. 2, Auft. 6), wohingegen sie dem Vater diesen Vorfall verschweigt
- Gelassen: Auf die aufbrausende Art ihres Ehemannes reagiert Emilias Mutter mit Ruhe und wirkt dadurch deeskalierend dem cholerischen Zug ihres Mannes entgegen. Während er sich stetig in die Sorge um seine Tochter hineinsteigert, versucht Claudia ihn zu beruhigen (Aufz. 2, Auft. 4). Auch als Emilia „in einer ängstlichen Verwirrung“ (Aufz. 2, Auft. 6, Z. 4) zu Hause eintrifft, bleibt ihre Mutter gelassen und versichert ihrer Tochter, dass sie sich keine Sorgen zu machen braucht
- Naiv: So konstruktiv die zuversichtliche Art Claudias in mancher Situation fungiert, so wenig ist von der Hand zuweisen, dass die Gutgläubigkeit der Mutter auch zum Verhängnis werden kann. Während Odoardo eine übermäßige Skepsis gegenüber dem Prinzen empfindet, lässt sich Claudia von dessen Charme und Glanz überzeugen. Dass sich jedoch ein diabolischer Plan hinter den Avancen Hettores verbirgt, sieht sie nicht kommen, muss sie sich jedoch spätestens nach der Aufdeckung Appianis Todes eingestehen
- Ängstlich vs. mutig: Auch wenn Frau Galotti Ängste besitzt, wie dass sie ihre Tochter nach deren Hochzeit und Umzug beispielsweise in Zukunft seltener sehen wird (Aufz. 2, Auft. 4), so zeichnet die Mutter Emilias doch auch ein mutiger und unerschrockener Wesenszug aus. In dem Moment, in dem sie davon erfährt, dass Marinelli ihren zukünftigen Schwiegersohn umbringen lassen hat, zögert sie nicht, ihn offen als „feigen, elendigen Mörder“ (Aufz. 3, Auft. 8, Z. 76) zu bezeichnen