Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Oberlin

Johann Friedrich Oberlin, in der Erzählung nur Oberlin genannt, lebt mit seiner Familie in Waldbach im Steintal. Er ist ein pietistischer[1] Pfarrer, der in seinem Beruf völlig aufgeht und in Büchners Erzählung die zweite Hauptfigur darstellt. Oberlin ist ein eindimensionaler Charakter, da er wenige Charakterzüge preisgibt und sich in der Erzählung auch nicht weiterentwickelt. Über sein Aussehen und sein Alter erfährt der Leser ebenfalls nichts. Oberlin ist mit Madame Oberlin - von der kein Vorname bekannt ist - verheiratet und hat mindestens ein Kind, auf das in der Erzählung jedoch nicht genauer eingegangen wird.

Oberlins Beruf

  • Oberlin ist Pfarrer
  • Für ihn ist das Pfarramt nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung
    • Die Nächstenliebe ist für ihn selbstverständlich und wird von ihm auch gelebt
    • Er nimmt deswegen Lenz ohne Vorurteile bei sich auf und ohne ihn über seine Vergangenheit zu befragen
    • Oberlin kümmert sich selbstlos um Lenz, als dessen Zustand sich immer weiter verschlimmert
  • Er besucht die Gläubigen seiner Gemeinde regelmäßig Zuhause und kümmert sich um ihre Sorgen
    • Spendet ihnen Trost
    • Steht ihnen mit Rat zur Seite
    • Weist sie auch zurecht, wenn es nötig ist
    • Die Gemeindemitglieder vertrauen ihm und erzählen ihm, was sie bewegt und beten mit ihm zusammen
  • Er kümmert sich auch um praktische Tätigkeiten in der Gemeinde
    • Hilft dabei, Wege anzulegen
    • Er gräbt Kanäle
    • Unterrichtet die Kinder in der Schule

Oberlin und Lenz

  • Oberlin nimmt Lenz bei sich auf, ohne nach genaueren Gründen für seine Reise zu fragen.
  • Der Pfarrer lässt Lenz an seinem Leben teil haben und integriert ihn in seine Familie.
  • Lenz wird Oberlins ständiger Begleiter.
    • Er besucht mit Oberlin die Gläubigen der Gemeinde.
    • Er hilft Oberlin bei seinen praktischen Tätigkeiten in der Gemeinde, wie das Graben von Kanälen.
    • Oberlin lässt Lenz an einem Sonntag sogar eine Predigt halten.
  • Oberlin empfindet Lenz‘ Gesellschaft als angenehm.
    • Dieses Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit.
    • Oberlin wird deshalb zu Lenz‘ engstem Vertrauten und zu einer wichtigen Bezugsperson.
  • Der Glaube an Gott bildet ein verbindendes Element zwischen Lenz und Oberlin.
    • Lenz‘ Ausführungen zum Glauben sind jedoch oft zu weit von Oberlins Vorstellungen entfernt.
  • Oberlin nimmt die Sorgen und Träume seiner Mitmenschen ernst, weshalb ihm auch alle Gläubigen aus der Gemeinde ein großes Vertrauen entgegenbringen.
    • Als Lenz Oberlin erzählt, dass ihm im Traum seine tote Mutter erschienen sei, nimmt Oberlin das ernst.
    • Oberlin erzählt Lenz daraufhin von einem vergleichbaren Erlebnis, als sein Vater starb.
    • Oberlin bringt seinen Mitmenschen immer großes Verständnis entgegen und ist um jeden bekümmert.
  • Diese selbst erlebten göttlichen Visionen als individuelle Glaubenserfahrungen, die jeder Gläubige erleben kann, entsprechen der pietistischen Überzeugung Oberlins.
    • Sein praktischer Eifer, den er in die Gemeinde einbringt, sowie seine Frömmigkeit, die sich komplett auf die Bibel stützt, sind ebenfalls ein Teil dieser Überzeugung.
  • Für Oberlin ist Lenz‘ Ankunft im Steintal eine göttliche Fügung, weshalb er Lenz‘ Anwesenheit auch nicht hinterfragt.
    • Diese selbstverständliche Akzeptanz zeichnet Oberlin aus.
    • Er akzeptiert das Gegebene, versucht es aber dennoch zu verbessern.
  • Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz ist Oberlins Verhalten gegenüber Lenz verändert.
    • Er ist nicht mehr so geduldig und verständnisvoll.
    • Oberlin hat auf seiner Reise wohl von Kaufmann einiges über seinen Gast und dessen Familienverhältnisse erfahren.
    • Vor Lenz lobt er das Leben eines Landgeistlichen und möchte so Lenz dazu bewegen, sein abgrebochenes Theologiestudium wieder aufzunehmen.
    • Oberlin drängt Lenz, sich der Bitte seines Vaters zu beugen und wieder nach Straßburg zurückzukehren.
  • Oberlins neues Verhalten führt zu einem Bruch in Lenz‘ Vertrauen zu dem Pfarrer.
    • Lenz belastet das stark, da er durch Oberlins Vertrauensbruch eine wichtige Bezugsperson verloren hat.
    • Oberlin ahnt jedoch nicht, dass dies zu einer weiteren enormen Verschlechterung von Lenz‘ Zustand führt.
  • Oberlin scheint nach seiner Reise in die Schweiz hilfloser im Umgang mit Lenz zu sein.
    • Er versucht, seinem Gast weiterhin zu helfen und ihn zu unterstützen.
    • Er schafft dies jedoch nicht mehr wie noch vor seiner Reise.
  • Oberlins Versuche, Lenz wieder zu Gott zu bekehren, scheitern.
    • Das Band zwischen ihnen, das der Glaube gebildet hat, ist zerrissen.
    • Die beiden Männer haben sich voneinander entfernt.
  • Oberlins Aufgabe besteht nun darin, auf Lenz aufzupassen, damit dieser sich nicht selbst umbringt.
    • Er beauftragt einen Aufpasser, solange er selbst sich um die Gläubigen der Gemeinde kümmert oder auf Reisen ist.
    • Aus Mitleid betet er für Lenz‘ Genesung.
  • Als Lenz sich ein zweites Mal aus dem Fenster stürzt, sieht sich Oberlin außerstande, sich weiterhin um Lenz kümmern zu können.
    • Er sieht nur noch die Möglichkeit, Lenz wieder nach Straßburg zu schicken.
    • Diese Entscheidung fällt dem Pfarrer sicher nicht leicht, weil er Lenz ins Herz geschlossen hatte.
    • Oberlin sieht sich selbst als gescheitert, da er Lenz nicht helfen konnte.

[1] Pietismus: nach der Reformation die wichtigste Bewegung im Protestantismus. Pietisten strebten nach einer vertieften Frömmigkeit.

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?