Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Vergänglichkeit

So hoffnungslos der Roman Transit beim Lesen wirken mag, ist er doch der beste Beweis dafür, dass selbst die schlimmste Zeit vergänglich ist und bessere Momente kommen.

Bewältigungsbeweis des Schreckens

  • Anna Seghers selbst begann bereits auf ihrer Flucht den Roman zu schreiben, als sie mitten im Schrecken der damaligen Zeit gefangen war
  • Vollendet hat sie den Roman im Exil in Mexiko, wo sie ein neues Leben ohne Unterdrückung aufbauen konnte
  • Den Ich-Erzähler lässt sie daher auch aus zeitlicher Distanz über seinen Versuch, vor der Nazi-Regierung und dem Krieg zu fliehen, berichten
  • In der Rahmenhandlung wird deutlich, dass der Ich-Erzähler emotionale Distanz zu der furchtbaren Flucht gewonnen hat; er wirkt nicht mehr verzweifelt und erlebt auf der Pfirsich-Farm inzwischen eine Gegenwart ohne Unterdrückung

Cafés vs. Pizzeria

  • Ein besonderes Augenmerk gilt bei der Interpretation zum Thema Vergänglichkeit auch den Orten, die Anna Seghers für ihren Ich-Erzähler ausgewählt hat
  • Einerseits verbringt der Ich-Erzähler, genau wie die anderen Exil-Suchenden, viel Zeit in Cafés am Hafen, Hotels oder Empfangshallen der Behörden; all diese transitären Schauplätze versinnbildlichen das ungeduldige Abwarten und einsame Ausharren der Menschen; die Begegnungen in den Cafés sind flüchtig, die Hotels kalt und unpersönlich und auf den Konsulaten werden die Transitäre immer wieder abgewiesen; die eigentlich hoffnungsvollen Orte der Abreise sind somit zur tristen Zwischenstation voller leerer Versprechungen geworden
  • Andererseits sitzt der Ich-Erzähler in der Rahmenhandlung und in einigen, frohen Momenten in Marseille in der Pizzeria; das Restaurant vermittelt mit seiner Wärme und dem Pizzaofen eine Art Heimeligkeit und ist zu seinem Zufluchtsort geworden; Seghers nutzt das Feuer außerdem als Sinnbild für das Überdauernde und Stetige, nach dem sich die Menschen auf ihrer Flucht so sehr sehnen; so erklärt der Ich-Erzähler: „Mir schien es das letzte Feuer, die letzte Herberge in der Alten Welt, die uns Obdach gewährte“ (S. 138); außerdem stellt das Pizza-Backen eine Metapher für das wahre und normale Leben dar, in dem man sinnvoll tätig sein kann und arbeiten darf, Marie etwa erklärt deshalb träumerisch: „An diesem Feuer könnte ich sitzen und sitzen, nur immer zuhören, wie man den Teig schlägt, und immer das Feuer ansehen und alt dabei werden“ (S. 258)

Alles ist vergänglich

  • Eine der wichtigsten Botschaften im Roman Transit ist also, dass alles vergänglich ist
  • Sowohl für Anna Seghers selbst als auch für ihren Ich-Erzähler nimmt die schlimme Zeit auf der Flucht ein Ende; während sie im Exil in Mexiko ein neues Leben beginnt, findet der Ich-Erzähler auf einer Pfirsich-Farm ein neues Zuhause und eine Anstellung
  • Für andere Transitäre dagegen ist es das Leben selbst, das vergänglich ist; so ertrinken Marie und der Arzt, weil ihr Schiff sinkt
  • Außerdem erweisen sich auch die scheinbar in Stein gemeißelten Machtstrukturen des Nazi-Regimes als endlich
  • Schon der Titel Transit kann als Andeutung auf diesen Vergänglichkeitsaspekt gedeutet werden; das Wort Transit stammt vom von lateinisch „trans“ = „durch“ und „ire“ = „gehen“ ab, es bedeutet also soviel wie „durchqueren“, „vorbeiziehen“ oder eben „es vergeht“

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?