Inhalt
Erstes Kapitel
Ein „armes zerlumptes Bauernweib“ (S. 5) bricht unter dem Gewicht ihres Korbes zusammen und droht zu ersticken, kann sich aber noch befreien. Dem Tode entronnen, klagt sie über ihr Schicksal: Vor drei Jahren fand ihr Mann einen Schatz, der ihnen aber gleich darauf von Dieben gestohlen wurde. Scheune und Haus der beiden brannte ab, ihre Ernte wurden vernichtet. Im selben Jahr gebahr sie ihren Sohn, Klein Zaches, der missgestaltete „Wechselbalg“ (im Aberglauben: von teuflischen Mächten gebrachtes Kind), das ihr nur „Schand und Spott“ bringt (S. 5). Klein Zaches hat „Spinnenbeinchen“, kann daher nicht laufen und spricht nicht, sondern macht Geräusche „wie eine Katze“ (S. 5 f.) und ist auch sonst ein sehr unansehliches, ja grotesk aussehendes Kind. Sie hält ihren Sohn für eine untragbare Bürde und wünscht sich den Tod. Über ihrem Jammer schläft sie erschöpft ein.Fräulein von Rosenschön, Dame eines nahe gelegenen Frauenstifts, kommt des Weges und erblickt die schlafende Mutter und ihren Sohn, den diese auf den Korb gesetzt hatte. Das Fräulein empfindet Mitleid mit der armen Bäuerin und Klein Zaches, der nicht „groß - schön - stark - verständig“ werden könne (S. 7). Sie streicht Zaches liebevoll das struppige Haar, bis es in schönen Locken herabfällt und er einschläft, dann verlässt sie die beiden. Als die Bäuerin überraschend munter aufwacht, muss sie über Zaches‘ Haar staunen - und noch mehr darüber, dass ihr Sohn jetzt reden und laufen kann. Auf dem Rückweg ins Dorf treffen sie auf den Pfarrer und seinen „bildschönen“ Sohn (S. 8). Der Pfarrer beglückwünscht die Bäuerin, einen so schönen und wohlerzogenen Sohn zu haben und nimmt Zaches auf den Arm. Er scheint nicht zu bemerken, dass sich dieser sträubt und ihn sogar zu beißen versucht. Zwischen der Bäuerin und dem Pfarrer entwickelt sich ein Streit, weil sie dessen Komplimente für Hohn hält und er aufrichtig erbost ist, dass sie sich verächtlich über ihren Sohn äußert. Am Ende nimmt er ihn mit zu sich ins Haus, gewillt, Zaches als seinen eigenen Sohn aufzuziehen. Die Bäuerin ist verwirrt, aber glücklich über diese Wendung. Der Erzähler erklärt nun dieses seltsame Geschehen: Das edle Fräulein Rosenschön ist eine wunderliche Dame, sie altert nicht und kann mit Tieren sprechen. Fräulein Rosenschön, die im Stift auf Befehl des Fürsten Paphnutius wohnt, erregte zuerst das Misstrauen der Dorfbewohner, die sie für eine Hexe hielten. Erst unter fürstlicher Androhung von Strafe und der Erklärung, dass es keine Hexen gebe, ließen die Dorfbewohner ihre Feindseligkeit fallen und leben nun in Harmonie mit dem Fräulein. Dieses ist jedoch in Wahrheit die Fee Rosabelverde.
Sodann berichtet uns der Erzähler die Geschichte des Landes, in dem sich das Märchen abspielt. Unter dem Fürsten Demetrius war es ein idyllisches Land, in dem sich Feen und Zauberer aus Dschinnistan (einem sagenhaften Reich) ansiedelten und das Volk mit Wundern beglückten, sodass es zufrieden und im Einklang mit dem Staat lebte. Seinem Sohn Paphnutius jedoch missfiel alles Wunderbare und der schwache Führungsstil seines Vaters, sodass er dessen Tod zusammen mit seinem ersten Minister Andres die Aufklärung einführte: Das Land sei in miserablem Zustand und brauche eine starke fürstliche Hand. Neben der Förderung der Wirtschaft und der Schulbildung sah er es als eine wichtigste Aufgabe, den Wunderglauben durch die Vernunft zu ersetzen, da die Poesie „Gift“ sei (S. 17). Dafür ließ er die Feen nach Dschinnistan ausweisen und ihren Besitz beschlagnahmen. Einige Feen, so der Plan, sollten im Land bleiben und zu „nützlichen Mitgliedern des aufgeklärten Staats“ gemacht werden (S. 18), damit das Volk seinen Glauben an die Feen verliert.
Eine dieser zum Bleiben vorgesehenen Feen war Rosabelverde, die jedoch im Voraus vom Vorhaben des Fürsten erfuhr und ihr magisches Gut in Sicherheit bringen konnte. Sie floh aber nicht und fügte sich dem Fürsten, wenn auch widerwillig. Ihr gelang es, dem Fürsten aufzulauern und mit ihren Zauberkünsten so in Schrecken zu versetzen, dass er ihr zugestand, im Stift zu wohnen und in dessen Umgebung zaubern zu dürfen, wie sie wolle.
Zweites Kapitel
Eine kurze humoristische Episode bringt uns in die Nähe der Stadt Kerepes, der Residenzstadt des Fürstentums. Der reisende, aber weltfremde Gelehrte Ptolomäus Philadelphus hat einen Wagenunfall und trifft auf Studenten, die er aufgrund ihrer ihm unbekannten studentischen Tracht fälschlicherweise für ein fremdes Volk hält. Mit Erstaunen beobachtet er ihr Aussehen und ihr für ihn unverständliches Verhalten. Diese verspotten ihn als Philister (Spießer mit festgefahrenen, engstirnigen Meinungen) und ziehen von dannen, womit diese Episode schließt.Die Studenten kommen von einer Vorlesung des berühmten Professors der Naturkunde, Mosch Terpin, welcher der beliebteste Professor der Universität von Kerepes ist. Er erklärt sämtliche Naturerscheinungen mit Versuchen, die er selbst anstellt, und zwar so, dass „jedes Kind es verstehen“ muss (S. 23). Einer seiner Studenten ist der hübsche Balthasar, ein melancholischer, ernster, frommer und fleißiger Träumer. Er neigt zu Spaziergängen in der Natur, mit der er sich verbunden fühlt. Am Tag von Philadelphus‘ Unfall begeitet ihn dessen lebenslustiger und extrovertierter Freund Fabian bei einem seiner Spaziergänge. Sie kommen auf Terpin zu sprechen, wobei Balthasar ausfallend wird: Da die Naturerfahrung für ihn ein „Geheimnis“ darstellt, das er durch die Sehnsucht erfährt (S. 26), verabscheut er Terpins rationale Herangehensweise an die Natur und seine Versuche, diese mit Experimenten zu erklären. Für ihn stellt Terpins Arbeit eine Entweihung der heiligen Natur dar. Fabian, der die Weltsicht seines Freundes nicht teilt, wundert sich, warum Balthasar dann die Vorlesungen Terpins besuche, stellt dann aber fest, dass es wohl wegen Terpins Tochter Candida sei, in die Balthasar unsterblich verliebt ist. Er macht sich über das verliebte Verhalten seines Freundes lustig. Plötzlich taucht ein Reiter im Wald auf und fällt vom Pferd - es ist Zaches, der auf dem Weg nach Kerepes ist, um dort zu studieren. Balthasar hilft dem missgestalteten Zaches mitleidig aufs Pferd, während Fabian diesen schamlos auslacht. Nachdem Zaches weitergeritten und Fabian der grotesken Figur hinterhergerannt ist, denkt Balthasar noch einmal über Fabians Spott über seine Liebe zu Candida nach. Er muss gestehen, dass er sich tatsächlich närrisch verhält. Auf dem Rückweg in die Stadt trifft er auf Terpin und seine Tochter. Der Professor lädt ihn zu seinem Teezirkel ein, wo er einen „anziehenden jungen Mann“ treffen werde (S. 32).
Drittes Kapitel
Fabian sieht aus der Ferne, wie ein großer Reiter sich Zaches nähert und beide Kerepes betreten. Er vermutet, dass Zaches im Gasthaus zum Geflügelten Ross unterkommen werde und eilt dorthin, weil er ein „Spektakel“ erwartet (S. 33). Er fragt die Gäste nach einem „wunderliche[n] Knirps“ (S. 34), doch niemand will einen solchen gesehen haben. Stattdessen sei ein zugegeben kleiner, aber edler Reiter angekommen. Fabian erzählt Balthasar, der am Gasthaus vorbeikommt, von der seltsamen Begebenheit. Da sie sich nicht erklären können, warum der groteske Zaches niemandem aufgefallen ist, treten sie den Heimweg an.Sie kommen erneut auf Balthasars Liebe zu sprechen und Fabian prophezeit seinem Freund, dass er mit Candida niemals glücklich werde, da sie nicht zu ihm passe. Candida ist, so versichert uns der Erzähler, ein lebenslustiges Mädchen, sittsam, fröhlich und humorvoll. Aber trotz ihrer frohen Art sei sie nicht oberflächlich. Am nächsten Tag geht Balthasar zusammen mit Fabian zum Teezirkel des Professors, willens, Candida zu beeindrucken. Dort wird ihnen Zaches als „hochbegabte[r]“ Jurastudent „Zinnober“ vorgestellt (S. 39). Balthasar, der immer noch Mitleid für dem grotesken Zinnober empfindet, muss feststellen, dass dieser überaus arrogant ist. Als Zinnober umfällt und Balthasar im aufhelfen möchte, schreit er durchdringend, was helle Aufregung auf dem Teezirkel verursacht. Jedoch denkt jeder, Balthasar habe geschrien, man schilt ihn für sein närrisches Verhalten. Balthasar kann sich nicht erklären, wieso man ihm Zinnobers Betragen anrechnet, lässt die Sache aber auf sich beruhen.
Als sich die Gesellschaft beruhigt hat, nutzt Balthasar die Situation, um sein Gedicht von der Liebe der Nachtigall zur Purpurrose vorzutragen, das selbst der Erzähler als sehr gelungen bezeichnet. Es trifft auf helle Begeisterung, der Professor der Ästhetik lobt es außerordentlich - aber man denkt, es stamme von Zinnober, den Candida daraufhin vor aller Augen leidenschaftlich küsst. Balthasar, am Rande des Wahnsinns, zieht Fabian zur Seite. Dieser denkt jedoch auch, dass Zinnober das Gedicht vorgetragen habe und wirft seinem Freund Eifersucht vor. Als man beim Teezirkel noch ein Experiment Terpins und das edle Aussehen des Fürsten Gregors anrechnet, stürzt Balthasar wütend nach Hause.
Viertes Kapitel
Balthasar hat sich in den Wald zurückgezogen und betrauert sein Schicksal. Als von ferne Hörner ertönen, erwecken sie Sehnsucht und Hoffnung in ihm: Er kann sich die Geschehnisse nur damit erklären, dass sie von einem „böse[n] Zauber“ verursacht wurden, der bewirkt, dass Zinnober es „den Leuten antun“ kann (S. 46 f.). Trotz seiner Gestalt und seinem eigentlich untragbaren Benehmen hält man Zinnober für den „verständigsten, gelehrtesten, ja wohlgestaltetsten Herrn“ (S. 47). Nur Balthasars Liebe zu Candida bewahrt ihn, ebenfalls dem Zauber zum Opfer zu fallen. Er macht es sich zum Ziel, den Zauber zu brechen.Auf dem Rückweg in die Stadt trifft er den „weltberühmten“ Violonisten Sbiocca, seinen Geigenlehrer (S. 47). Sbiocca berichtet seinem Schüler, dass er plane, Kerepes zu verlassen. Nachdem er ein extrem schwieriges Konzert gegeben hatte, hatte man Zinnober für seine Künste gepriesen. Sbiocca war auf Zinnober losgegangen, weswegen man ihn nun für wahnsinnig hält. Der Violinist wiederum will vor dem „wahnsinnigen Volke“ fliehen (S. 49) und verabschiedet sich von Balthasar. Kurz darauf trifft der junge Student auf ein weiteres Opfer von Zinnobers Zauber. Er sieht seinen Freund, den Referendarius (= Auszubildender in einem Amt) Pulcher, der sich vor Verzweiflung erschießen möchte. Balthasar gelingt es jedoch, Pulcher die Pistole zu entreißen, woraufhin dieser ihm von seinem Schicksal erzählt. Pulcher, der darauf hofft, beim Minister für auswärtige Angelegenheiten zum Expedienten (= Aufertiger von Dokumenten) aufzusteigen, war zur mündlichen Prüfung gerufen worden - dort hatte er festgestellt, dass sich auch Zinnober um dieselbe Stelle beworben hatte. Während er selbst alle Antworten gewusst hatte, war Zinnober nicht imstande gewesen, eine einzige Frage zu beantworten und zudem noch vom Stuhl gefallen. Der Prüfer jedoch hatte Zaches‘ Scharfsinn gelobt und Pulcher dafür gerügt, schlecht vorbereitet gewesen zu sein und sich noch schlecht betragen zu haben, weshalb Zinnober die Stelle bekommen hatte.
Balthasar erzählt ihm vom bisherigen Geschehen und gemeinsam beschließen sie, dem „Hexenkerl“ (S. 51) das Handwerk zu legen. Pulcher wundert sich aber, dass so etwas geschehen kann, wo Paphnutius doch alles Wunderbare verbannt habe, doch Balthasar entgegnet, dass davon einiges zurückgeblieben sei. Schwärmerisch sagt er, das Leben selbst sei wunderbar und weist Pulcher auf die Töne des Waldes hin, die für ihn wie Musik sind. Verwundert stellen sie fest, dass tatsächlich eine Melodie ertönt. Sie erblicken einen fremdartig gekleideten Mann, der auf einem Wagen sitzt, der aussieht wie eine kristallene Muschel und von zwei Einhörnern gezogen wird. Der Mann richtet einen Stab auf Balthasar, ein Strahl richtet sich auf dessen Brust und er fühlt einen Stich. Pulcher und Balthasar bleiben zurück, plötzlich ganz von Hoffnung erfüllt.
Fünftes Kapitel
Fürst Barsanuph, Nachkomme des Paphnutius, besucht seinen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, der wie sein Vorfahr Prätextatus von Mondschein heißt. Ihm wird dort Zinnober als tüchtiger und intelligenter Mann vorgestellt. Barsanuph ist von Zinnober begeistert und ernennt ihn kurzerhand zum Geheimen Spezialrat (= Minister und persönlicher Berater des Regenten), da man ihm die Berichte eines anderen anrechnet. Diese Neuigkeit verbreiten sich: Fabian erzählt Balthasar mitleidig von Zinnobers Beförderung und Candidas Liebe zum neuen Liebling des Fürsten. Doch selbst auf Fabians Hinweis, dass Candida Zinnober aufgrund dessen Stellung „so gut als versprochen“ ist (S. 57), er also wohl bald mit ihr verlobt wird, reagiert Balthasar gelassen. Er liebt sie zwar immer noch so sehr wie zuvor, doch weiß er, dass sie von einem Zauber befangen ist, den er brechen will. Er schildert die Begegnung mit dem seltsamen Mann im Wald, von dem er denkt, dass er den Zauber bannen wird. Fabian erwidert, dass dieser Mann niemand anderes als der auf einem abgelegenen Landhaus wohnende Doktor Prosper Alpanus sei, ein zwar wunderlicher Mensch, der sich gerne mit Geheimnissen umgebe, aber kein Zauberer - der seltsame Wagen und seine „Einhörner“ ließen sich als vortreffliche Handwerkskunst erklären, so habe der Doktor etwa zwei Pferden lediglich ein Horn umgebunden, um sie wie Einhörner aussehen zu lassen. Balthasar lehnt Fabians Erklärungsversuche ab und um der Sache auf den Grund zu gehen, beschließen sie, den Doktor kurzerhand zu besuchen. Schon auf dem Weg vom Tor zur Tür des Landhauses geschieht Wunderliches: So verwandeln sich zwei Frösche in einen Mann und eine Frau. Fabian jedoch ist blind für die Magie und versucht auch im folgenden Geschehen stets, die Wunder Alpanus‘ als Tricks zu erklären. Der Doktor bittet beide freundlich herein und schreitet sofort zur Tat. Gemeinsam mit Balthasar versucht er zu ergründen, welches Wesen Zinnober ist und beschwört daraufhin verschiedene Kreaturen. Balthasar kann in keiner davon jedoch Zinnober erkennen, daher führt Alpanus sie vor einen Zauberspiegel, in dem sie Candida und den Geheimen Rat beim innigen Kuss erblicken. Aufgefordert von Alpanus nimmt Balthasar dessen Stab und schlägt Zinnober über den Spiegel hinweg. Dessen Reaktion wertet Alpanus als Beweis dafür, dass Zinnober ein Mensch ist, um den ein Zauber gewebt wurde. Er muss den Zauber allerdings erst ergründen, daher verabschiedet er sich von Fabian und Balthasar. Fabian bezeichnet Alpanus als Betrüger, der Balthasars Leichtgläubigkeit ausnutzen wolle. Daraufhin streicht ihm Alpanus über die Arme. Am Tor nach Kerepes muss Fabian feststellen, dass seine Ärmel ihm unablässig über die Ellbogen hoch- und ihm der Rock bis auf den Boden herunterrutscht - alle Versuche Fabians, seine Klamotten zurechtzurücken, sind vergebens. Das versammelte Volk lacht ihn herzhaft aus, sodass er davonrennt.Plötzlich zieht Pulcher Balthasar zur Seite: Er warnt ihn, dass Zinnober einen Haftbefehl auf ihn erlassen habe, er werde beschuldigt, den Minister angegriffen zu haben. Pulcher sichert seinem Freund Unterstützung zu, dieser solle aber ins Dorf Hoch-Jakobsheim fliehen.
Sechstes Kapitel
Mosch Terpin denkt über die anstehende Verlobung seiner Tochter mit Zinnober nach. Er wundert sich zwar, dass diese am unschönen Geheimen Rat Gefallen findet, doch sieht Terpin der Heirat froh entgegen, da er durch sie die Gunst Barsanuphs gewinnt und mit ihr im gesellschaftlichen Rang aufsteigen kann.Währenddessen stellen Pulcher und Adrian - ein Geheimer Sekretär, der wegen Zinnobers Zauber fast entlassen wurde - Nachforschungen an. Sie bemerken, dass Zinnober alle neun Tage einen von Büschen verborgenen Platz in seinem großen Garten besucht und legen sich dort auf die Lauer, ein Geheimnis vermutend. Sie sehen, wie eine Frau mit Flügeln heranfliegt und Zinnober das Haar kämmt, was diesem zu gefallen scheint. Dabei bemerken sie einen merkwürdigen roten Streif auf seiner Stirn. Nachdem die Frau weggeflogen ist, geben sich die beiden zu erkennen, was Zinnober so erschreckt, dass er verstört in sein Haus rennt und sich krank meldet. Als sein Arzt, den Streif auch bemerkend, Zinnobers Kopf berührt, erhält er dafür eine schallende Ohrfeige; Zinnober verkündet, gesund zu sein und auf eine fürstliche Konferenz zu fahren. Der Geheime Rat hält dort einen Vortrag, wobei ihm der Minister für auswärtige Angelegenheiten voller Ungeduld angesichts dessen Stammelei das Skript aus den Händen reißen und selbst vortragen muss - nichtsdestotrotz lobt man Zinnober für den vortrefflichen Vortrag, während Prätextatus von Mondschein eine fürstliche Rüge erhält. Um Zinnober zu ehren, wird Zinnober von Barsanuph zum Minister ernannt und ihm der Orden des grüngefleckten Tigers verliehen, den Barsanuph selbst besitzt. Der Fürst muss aber feststellen, dass der Orden an Zinnobers ungestaltem Körper nicht halten will und beruft ein Expertenteam aus Ordensräten, Philosophen und Naturwissenschaftlern ein, um einen Weg zu finden, den Orden an Zinnober zu befestigen. Keiner von ihnen kommt jedoch auf eine Lösung, bis schließlich ein Theaterschneider das Problem löst, indem er einen speziellen Anzug für Zaches entwirft - da dieser Anzug ganze 20 goldene Knöpfe benötigt, wird Zinnobers Orden in den Orden des grüngefleckten Tigers mit zwanzig Knöpfen umgetauft. Die Szene wechselt: Auf seinem Landhaus bekommt Prosper Alpanus Besuch von der Dame von Rosenschön, wobei er durch seinen Zauberstab ihre wahre Gestalt (samt ihrer Feenflügel) erkennt. Sie necken einander mit kleinen Zauberkunststücken, wobei sie jedoch ihre Fassade wahren und sich nichts anmerken lassen. Als das Fräulein gehen will, entwickelt sich ein Duell zwischen den beiden, in dem sie sich abwechselnd in verschiedene Tiere verwandeln. Schließlich stehen sie sich in ihren wahren Identitäten, als Fee und Magier, gegenüber. Dabei fällt der goldene Kamm der Rosabelverde (mit dem sie Zaches frisiert) herunter und zerbricht, woraufhin sich beide wieder in Fräulein von Rosenschön und Doktor Alpanus verwandeln.
Sie kommen auf ihre Vergangenheit zu sprechen: Als sie noch in Dschinnistan lebten, waren sie Freunde, bis Rosabelverde auswanderte - seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen. Alpanus, der schließlich auch ins Land des Demetrius zog, erzählt davon, wie er sich Paphnutius entziehen konnte, indem er sich als überzeugter Anhänger der Aufklärung ausgab. Er nutzte diese Tarnung, um Gutes zu bewirken - so war er es, der Rosabelverde damals vor dem fürstlichen Plan warnte.
Die Fee fragt Alpanus, warum er Zinnobers Zauber lösen wolle. Alpanus entgegnet, dass Zinnober ihres gut gemeinten Zaubers unwürdig sei und zeigt ihr Balthasars und damit auch Zinnobers Schicksal. Offensichtlich wird Zinnober gestürzt, aber noch geehrt werden, was ein Geschenk an die Fee darstellt. Rosabelverde, die sich dem Schicksals ohnehin ergeben muss, versichert Alpanus daraufhin ihre ewige Freundschaft, was dieser erwidert.
Siebentes Kapitel
Balthasar erhält in seinem Exil schlechte Nachrichten von Pulcher: Zinnober ist nun zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten aufgestiegen und hat durch die Zuneigung des Fürsten die Kontrolle über den Staat errungen. Mosch Terpin ist als Schwiegervater des Ministers zum Generaldirektor sämtlicher natürlicher Angelegenheiten ernannt worden und forscht nun darüber, „warum der Wein anders schmeckt als Wasser“ (S. 81), wofür er sich des fürstlichen Weinkellers bedient. Zinnober will sich an Balthasar rächen, weshalb dieser nicht nach Kerepes zurückkehren dürfe. Der Minister bekommt aber keinen Besuch mehr von der Fee, weshalb sein Haar in Unordnung gerät, was bereits der Fürst bemerkt.Balthasar fühlt sich durch die Nachricht entmutigt und klagt, dass ihn Alpanus im Stich gelassen habe. Da taucht dieser unvermittelt auf und berichtet ihm von seinen Erfolgen. Er enthüllt Zinnobers wahre Identität als Bauernsohn Zaches, den die Fee Rosabelverde dergestalt verzaubert hat, dass „alles, was [...]irgendein andrer Vortreffliches denkt, spricht oder tut, auf seine Rechnung kommt“ (S. 85), wobei der Zauber in drei feuerroten Haaren auf seiner Stirn liegt, die Rosabelverde durch den goldenen Kamm schützte. Da der zerbrochen ist, soll Balthasar durch ein Zauberglas schauen, um die Haare zu erkennen, sie ausreißen und sofort verbrennen und damit den Zauber bannen.
Alpanus verabschiedet sich vorerst von Balthasar, da er die Reise zu einer indischen Prinzessin, die er früher liebte, vorbereiten muss. Er preist Balthasars romantisches und dichterisches Wesen und kündigt an, ihm sein Landgut zu überlassen, womit er um Candida werben soll. Er überreicht dem Studenten eine Dose, in der sich das Mittel befindet, um Fabians Verzauberung zu brechen. Schließlich fliegt er auf einer Libelle davon.
Achtes Kapitel
Balthasar betritt Kerepes trotz Pulchers Warnung und eilt sogleich zu Fabian, der todunglücklich über seine Verzauberung ist. Wegen seiner stets hoch- und herunterrutschenden Klamotten hält man ihn für ein Sektenmitglied und sogar für einen Revolutionär, der die Poesie wiedereinführen wolle. Man droht ihn von der Uni zu werfen, sollte er sich nicht ordentlich anziehen. Balthasar öffnet Alpanus‘ Dose, in der sich ein schöner Rock befindet, der Fabian wie angegossen passt - der Zauber ist gelöst. Da erscheint Pulcher und kündigt an, dass am Abend Candida und Zaches ihre Verlobung feiern werden. Balthasar beschließt, zusammen mit Pulcher und dem nun wundergläubigen Fabian bei der Feier zu erscheinen und Zaches‘ Zauber zu brechen. Die drei sprengen die Feier, packen Zaches und Balthasar wirft dessen Haare ins Feuer, „alle erwachen wie aus dem Traum“ (S. 95). Die Gäste lachen Zaches aus, den sie nicht als Minister Zinnober erkennen und hänseln ihn, bis er davonrennt. Barsanuph denkt gar, Terpin habe sich über ihn lustig gemacht und statt des Ministers eine „abscheuliche Missgeburt“ (S. 96) präsentiert, er entzieht Terpin den Direktorenposten und stürmt davon.Balthasar spricht mit Candia, die meint, aus einem Albtraum entkommen zu sein, in dem sie einen „Unhold“ habe lieben müssen (S. 97), während sie sich nach Balthasar sehnte. Beide schwören sich ewige Liebe. Anschließend erzählt Balthasar dem verzweifelten Terpin, der seine Karriere zunichte gemacht sieht, von Zaches‘ Zauber. Daraufhin springt Terpin wie im Wahn herum und sinkt in einen Sessel. Er gibt Balthasar seinen Segen, sich mit Candida zu verloben, gibt aber zu bedenken, dass beide nun in Armut leben müssten.
Neuntes Kapitel
Am nächsten Morgen erscheint die alte Bäuerin Liese beim Hause des Ministers und behauptet, dessen Mutter zu sein. Man mag der Bäuerin keinen Glauben schenken und weist sie hinaus auf die Straße. Dort jammert sie lautstark darüber, dass man sie nicht zu ihrem Sohn Klein Zaches lasse, den alle Zinnober nennten, bis sich das Volk um sie versammelt. Da wird Zaches am Fenster gesichtet; das Volk lacht ihn abermals aus und wirft mit Steinen, Gemüse und Obst nach ihm. Bald darauf schlägt die Stimmung des Volks um. Man hält Zaches für einen Betrüger und stürmt das Haus des Ministers. Zaches‘ Kammerdiener eilt in die Gemächer seines Herrn, um ihn zu warnen, findet ihn aber ertrunken in seinem Nachttopf.Rosabelverde, die das Volk inzwischen beruhigt hat, tritt mit Liese zum nun aufgebetteten Leichnam Zaches‘. Sie verzaubert den toten Zaches erneut, sodass er die Gestalt des Ministers Zinnober ein weiteres Mal annimmt. Liese trauert, aber weniger um den Tod ihres Sohnes als darum, dass er ihr nichts hinterlassen wird. Beide verlassen das Zimmer, bevor Barsanuph erscheint, der von Zinnober Abschied nehmen möchte. Er beklagt den Tod des geliebten Ministers. Auf dem Rückweg erblickt er Liese, die von Rosabelverde verzauberte Zwiebeln verkauft. Barsanuph ist es, als würde Zinnober ihn dazu auffordern, diese Zwiebeln zu essen, was er sodann tut. Die schmecken ihm so gut, dass er Liese kurzerhand zur fürstlichen Zwiebellieferantin ernennt, was sie aus der Armut befreit.
Zaches oder Zinnober wird schließlich unter allgemeiner Trauer festlich begraben.
Letztes Kapitel
Der Erzähler richtet seine Worte an den Leser, um sich zu verabschieden, sich für die unglaubwürdige und phantastische Geschichte zu entschuldigen - er hofft, seine Erzählung habe den Leser vergnügt. Um sie nicht mit Zaches‘ Tod tragisch enden zu lassen, berichtet er vom weiteren Geschehen.Terpin kann sich darüber, dass Balthasar im Besitz von Alpanus‘ Landhaus und dessen Reichtümern ist, nur wundern. Nach einer Führung Alpanus‘ (der sich als Balthasars Onkel ausgibt) durch das Haus, bei der ihm allerhand Wunderliches gezeigt wird, verzweifelt Terpin - der aufklärerische Naturwissenschaftler zweifelt an der Sinnhaftigkeit seiner Arbeit in einer Welt, in der Magie existiert. Balthasar kann ihn jedoch beruhigen, indem er ihn in den gut gefüllten Weinkeller führt, den er erforschen dürfe.
Candida und Balthasar feiern eine unvergessliche Hochzeit, der Alpanus und Rosabelverde durch ihre Zauberkünste aushelfen. Alsdann verabschiedet Alpanus sich endgültig und reist zu seiner indischen Prinzessin. Der Erzähler berichtet abschließend, dass Balthasar „ein guter Dichter“ wird (S. 115) und mit Candida eine rundum glückliche Ehe führt.