Aufbau
Bei dem Werk Aus dem Leben eines Taugenichts von Joseph von Eichendorff handelt es sich um eine Novelle, die sich in zehn, linear aufeinander aufbauende Kapitel gliedert.
Novelle
- Länge: Eine Novelle ist keinesfalls so lang wie ein Roman, aber dennoch ausführlicher als eine Kurzgeschichte. Sie besitzt darüber hinaus einen fragmentartigen Charakter, der wiederum in Aus dem Leben eines Taugenichts zu finden ist, da das Werk nur einen Lebensabschnitt des Protagonisten beleuchtet
- Form: Eine Novelle besitzt eine, in sich geschlossene, strenge Form, welche wenig Spielraum zulässt. Darauf ist auch die lineare, einfach strukturierte Erzählweise von Aus dem Leben eines Taugenichts zurückzuführen
- Zeit: Die zeitliche sowie räumliche Einordnung in einer Novelle ist nicht immer klar ersichtlich und hängt stark von der Erzählweise ab. So bleiben wir im Unklaren darüber, ob Taugenichts Wochen oder gar Monate auf Wanderschaft ist
- Personen: In einer Novelle existiert nur eine beschränkte Anzahl an Personen. So sind auch die Figuren in Eichendorffs Werk überschaubar. Zudem werden die Charaktere eindimensional dargestellt, was eine ausbleibende Progression der Figuren zur Folge trägt und begründet, dass sich beispielsweise Taugenichts über den Handlungsstrang hinweg kaum persönlich weiterentwickelt
- Unerhörtes Ereignis: Als unerhörtes Ereignis könnte man etwa die Verkleidung Frau Floras als Herr Guido ansehen, welche insbesondere zur Zeit der Veröffentlichung der Novelle für Aufruhr gesorgt haben muss
- Lieder und Verse: Taugenichts wendet sich dem Geigenspiel und dem Gesang zu, wann immer er auf andere Gedanken kommen möchte oder wenn es ihm schwer ums Herz wird
- Ideale Welt: Unser Protagonist muss sich sein Glück nicht selbst hart erarbeiten, sondern es fliegt ihm regelrecht zu
- Glückliches Ende: Am Ende finden die beiden Liebenden Aurelie und Taugenichts zueinander, ungeachtet des gesellschaftlichen und sozialen Standes
- Natur und Emotion: Das einvernehmliche Zusammenspiel von Taugenichts emotionalem Haushalt und seinen Naturmetaphern: So ergreift ihn im „unheimlichen“ Wald ein Gefühl der Angst
Kreisförmiger Handlungsverlauf
Die Handlung der Novelle erstreckt sind über zehn Kapitel und es können jeweils zwei Kapitel zusammengenommen werden. Schlussendlich schließt sich der Handlungsverlauf am Ende, indem der Ausgangsort Wien und die Endstation Wien eine Einheit bilden- Kapitel 1-2: Aufbruch und Wien
Taugenichts wird von seinem Vater in die weite Welt hinausgeschickt und so beginnt seine Wanderreise. Gleich zu Anfang trifft er auf zwei Hofdamen aus Wien, die ihn mit an das österreichische Schloss nehmen. Der Protagonist verliebt sich in die jüngere der beiden Damen - Kapitel 3-4: Reise nach Italien
In der Annahme, Aurelie sei vergeben, bricht Taugenichts auf nach Italien. Er trifft auf zwei Maler, mit denen er seine Reise fortsetzt. Die beiden Maler verschwinden über Nacht, lassen jedoch ihren Postkutscher zurück - Kapitel 5-6: Italien im Schloss
Der Postkutscher bringt Taugenichts in ein Schloss, in welchem er bedient und umsorgt wird. Er erhält einen angeblichen Brief seiner geliebten Wiener Hofdame, indem sie ihn bittet, zu ihr zurückzukommen. Im Schloss will man ihn nicht gehen lassen. Mit der Hilfe eines Freundes schafft er es dann jedoch, zu entkommen - Kapitel 7-8: Reise nach Rom
Zunächst führt seine Reise zurück zu seiner geliebten Dame ihn über Rom, wo er auf einen Maler trifft und in angenehmer Gesellschaft einen Zwischenhalt einlegt. Er glaubt zunächst, seine Herzensdame zu sehen, und wird dann jedoch vom Gegenteil überzeugt, woraufhin er seinen Weg nach Wien weiterführt - Kapitel 9-10: Reise nach Wien
Auf seinem Weg nach Wien trifft Taugenichts auf ein paar Prager Studenten und einen Geistlichen, die dasselbe Ziel wie er zu haben scheinen und so erreicht die Reisegruppe das Wiener Schloss. Dort kommt es dann zur glücklichen Vereinigung der Geliebten Aurelie und Taugenichts