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Arnold

Bei Arnold handelt es sich um den verlorenen Sohn der Familie, nach dem auch der Titel Der Verlorene gewählt ist. Er ist der ältere Bruder des Ich-Erzählers, dem die Eltern auch Jahre nach dem schrecklichen Verlust auf der Flucht hinterhertrauern. Die Suche nach dem Vermissten bestimmt das ganze Leben der Familie.

Infos zur Person

  • Erstgeborener Sohn der Familie
  • Arnold wurde nach dem Vater benannt
  • Ca. anderthalb Jahre vor der Flucht auf die Welt gekommen in Rakowiec
  • Wird als wohlgeratenes Kind beschrieben, das einen starken Haarwirbel an der rechten Seite hat
  • Am 20. Januar 1945 auf dem Treck von den Ostgebieten in den Westen verloren gegangen, weil die Mutter ihn aus Angst vor russischen Soldaten einer fremden Frau in die Arme gelegt hat
  • Vermeintlich als Findelkind 2307 Jahre später wieder aufgetaucht
  • Als Findelkind 2307 von einer anderen Familie adoptiert und in Heinrich umbenannt
  • Am Ende der Handlung schon volljährig, er absolviert im Weserbergland eine Lehre zum Fleischer

Charakter

  • Fröhliches Kleinkind: Auf einem Foto von seinem ersten Geburtstag strahlt Arnold in die Kamera, die Mutter beschreibt ihn als fröhliches Kind; der Ich-Erzähler beneidet seinen Bruder um die Freude, die er auf dem Foto ausstrahlt
  • Einnehmende Ausstrahlung: Glaubt man dem Eindruck des Erzählers, hatte Arnold schon als Kleinkind eine bemerkenswerte Anziehungskraft und sah aus wie ein bedeutender Mensch

Mächtige Rolle in der Familie

  • Für die Eltern: Die Eltern trauern ihrem vermissten Sohn jeden Tag hinterher; sie suchen all die Jahre nach Arnold; um ihren fröhlichen Jungen wiederzufinden, scheuen sie kein Geld und keine Mühe; in ihrer Vorstellung glorifizieren die Eltern ihren Erstgeborenen und sehen ihn als den perfekten Sohn; obwohl sie mit dem Erzähler noch ein Kind bekommen haben, ist dieser wohl nie gut genug; die verzweifelte Mutter sieht anstelle von ihrem zweiten Sohn immer wieder Arnold im Erzähler
  • Für den Erzähler: Für ihn ist Arnold ein Unbekannter; zu Beginn trauert er um seinen vermeintlich verhungerten Bruder, teilt imaginär sein Essen und sein Zimmer mit ihm; er ist er stolz darauf, einen toten Bruder zu haben; als er erfährt, dass Arnold noch lebt und die Eltern ihn suchen, entwickelt der Erzähler Eifersucht und Hass gegen seinen plötzlich realen, großen Bruder; er fürchtet sich davor, von einem älteren Bruder gequält zu werden; er erkennt früh, dass sein Bruder in der Familie die Hauptrolle spielt, obwohl er gar nicht da ist; er macht seinen Bruder verantwortlich dafür, dass er in einer von Schuld und Scham vergifteten Atmosphäre aufgewachsen ist; er betrachtet den vermissten Bruder mehr und mehr als Erzfeind und reagiert schadenfroh, wenn es bei der Suche nach Arnold einen Rückschlag gibt

Das Findelkind 2307

  • Alle Hoffnung der Eltern ruht auf dem Findelkind 2307; noch vor einem Treffen ist die Mutter sicher, dass sie ihren Sohn wiedergefunden hat
  • Für den Erzähler wird das Findelkind 2307 quasi zum Albtraum; er will dem Jungen nicht ähnlich sein und hat das Gefühl, sich bei all den Vergleichen selbst mehr und mehr zu verlieren
  • Das Findelkind 2307 lebt in einem Heim, hat keinen Namen und hat einen auffälligen Haarwirbel
  • Laut Suchdienst wurde das Findelkind am 20. Januar 1945 auf demselben Treck einer Frau ohne Kommentar von der mit einem Tuch verhüllten Mutter in die Arme gelegt
  • Auf einem aktuellen Foto zeigt das Findelkind eine extreme Ähnlichkeit zum Erzähler, sowie leichte Ähnlichkeit zu den Eltern
  • Der Junge wurde schon einmal bitter enttäuscht, als es zu einer Gegenüberstellung mit vermeintlichen Eltern gekommen war, die dann negativ ausging
  • Beim anthropologisch-erbbiologischen Gutachten zeigt das dünne Findelkind einen ähnlich langen, breiten Kopf mit Stirnhöckern wie der Erzähler, passt allerdings laut Professor nicht zu den Eltern
  • Fast volljährig wurde das Findelkind 2307 von einer Familie im Weserburgland adoptiert, Heinrich genannt und zu einer Fleischerlehrer angestellt
  • Bei der Konfrontation mit dem Findelkind hat der Erzähler das Gefühl, sein älteres Spiegelbild zu sehen; die Mutter allerdings reagiert nicht

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