4. Abschnitt
4. Abschnitt
Infos
- Seite: 91-125
- Ort: die Trafik, das „gelbe Haus in der Rotensterngasse“ (S. 97, Z. 21) in Wien
- Zeit: Januar 1938
- Personen: Franz Huchel, Anezka, Otto Trsnjek, Bewohner des Hauses in der Rotensterngasse, ein „Conférencier“ (S. 105, Z. 10), „Monsieur de Caballé [alias] Heinzi “ (S. 111, Z. 25 f.), „Mrs. Buccleton“ (S. 115, Z. 16), Sigmund Freud, Anna
Inhalt
- Franz und Anezka verbringen das erste Mal die Nacht miteinander, woraufhin sie die kommenden Wochen unzertrennlich sind
- Eines Tages jedoch, nachdem die beiden miteinander geschlafen haben, verschwindet Anezka plötzlich und er hört nichts mehr von ihr
- Der Protagonist versucht, sich abzulenken und die junge Böhmin hinter sich zu lassen. Doch trotz aller Bemühung gelingt es ihm nicht, Anezka aus seinen Gedanken zu verbannen
- Ohne explizites Ziel begibt sich Franz „zum gelben Haus in der Rotensterngasse“ (S. 97, Z. 20 f.), er hegt die unterbewusste Hoffnung, dort seiner geliebten Anezka zu begegnen
- Im Inneren des gelben Hauses findet eine Vorführung statt, welche sich Huchel im Folgenden ansieht. Franz traut seinen Augen kaum, als auf der Bühne ein, als Adolf Hitler verkleideter Schauspieler erscheint und sich in einer parodischen Darstellung in die Gestalt eines Hundes verwandelt
- Nächster Programmpunkt ist die tanzende Anezka, die mit ihrer aufreizenden Choreografie die Zuschauer in ihren Bann zieht, den Protagonisten inbegriffen
- Auf seinem Weg nach draußen läuft Franz seiner Geliebten und Tänzerin Anezka sowie ihrem Kollegen „Monsieur de Caballé [alias] Heinzi “ (S. 111, Z. 25 f.) über den Weg. Doch Anezkas Entscheidung, ihr Leben ohne ihn zu führen, steht fest. So verabschiedet sich die junge Frau mit einem „Stirnkuss“ (vgl. S. 113, Z. 23 f.) von Franz und sie gehen getrennte Wege
- In den darauffolgenden Tagen und Wochen durchlebt Huchel die Leiden eines unglücklich Verliebten und seine Mutter, die ihren Sohn kennt wie keine andere, spendet ihm mit liebevollen Briefen Trost
- Eine Sigmund Freuds Klientinnen, „Mrs. Buccleton“ (S. 115, Z. 16) klagt dem Psychologen ihr Leid. Sie Dame mittleren Alters ist unglücklich über ihr Leben und empfindet ein tiefes Schamgefühl, unter anderem aufgrund ihrer Fettleibigkeit. Freud rät ihr, neben der Scham auch wieder ihre Lust am Leben (und nicht ausschließlich am Essen) zu wecken. Für ihn sind „die Scham und die Lust [...] wie Geschwister, die Hand in Hand durchs Leben gehen“ (S. 120, Z. 6 f.)
- Nachdem seine Klientin das Zimmer verlassen hat, sinniert Freud über die bevorstehenden politischen Veränderungen in der Welt und stellt diese den „kleinmütigen Sorgen“ der Menschen gegenüber
- Wenig später wird der Professor und Psychologe aus seinen Gedanken gerissen, als seine Tochter Anna hereinkommt. Sie unterrichtet ihren Vater darüber, dass Franz vor dem Haus auf ihn wartet. Die Ermahnungen seiner Tochter, er solle als Jude in Zeiten wie diesen „nicht mehr außer Haus gehen“ (S. 124, Z. 4 f.), halten Freud nicht davon ab, den Protagonisten draußen aufzusuchen