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Entstehung und Rezeption

Entstehung

Das moderne Märchen Der goldne Topf wurde von E.T.A Hoffmann in zwölf Vigilien verfasst. Eine Vigilie ist ein Nachtgebet bzw. eine Nachtwache, was in Bezug auf Hoffmanns Werk bedeutet, dass es ein Produkt seiner nächtlichen Arbeit ist. Hoffmann arbeitete tagsüber schließlich als Beamter und konnte sich nur nachts seinem Dasein als Autor widmen.
E.T.A. Hoffmann fühlte sich zu der Zeit, als er die Novelle geschrieben hat, selbst in einer düsteren Existenz gefangen. Er hatte Geldsorgen und musste daher als Beamter arbeiten, obwohl er sich lieber voll und ganz seiner Leidenschaft, dem Schreiben, gewidmet hätte. Dadurch spürte er eine innere Zerrissenheit, die ihn sehr belastete.
Außerdem wurde er enorm durch die Zeitgeschichte beeinflusst. E.T.A. Hoffmann hatte im Oktober 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig miterlebt, wo er nach seiner Zeit in Dresden gewohnt hat. Er hat den Krieg, die schlimmen Folgen sowie die Unfreiheit der Bürger trotz des neuen Friedens mit eigenen Augen gesehen und versuchte offenbar, all das durch das Schreiben zu vergessen. Als die Franzosen abgezogen waren, begann Hoffmann also mit seinem Werk. Obwohl das Märchen im frühen 19. Jahrhundert spielte, erwähnte Hoffmann den Krieg und die Folgen allerdings ganz bewusst nicht. Schließlich wollte er eine Gegenwelt zur Realität schaffen, da er sich nach dem Goldenen Zeitalter sehnte.
Einmal erklärte er selbst: Beim Schreiben ist es, „als schlösse ich in mir ein wunderbares Reich auf, das aus meinem Innern hervorgehen und sich gestaltend mich dem Drange des Äußern entrückt.“ Seine Inspiration für all das Mystische fand er dabei vor allem in den Bildern und Werken von Jacques Callot.

Rezeption

Das moderne Märchen Der goldne Topf kam beim zeitgenössischen Publikum gut an. Es galt sogar als das Meisterwerk von E.T.A. Hoffmann, weil es so vielseitig interpretiert und gedeutet werden konnte.
Trotz all des Lobes von Publikum und anderen Autoren bekam E.T.A. Hoffmann auch Kritik. Sein Kollege Johann Wolfgang von Goethe etwa schrieb nach der Lektüre des Werks: „Bekam mir schlecht!“ In seinen Augen waren die Werke von Hoffmann nur das Ergebnis eines kranken Gemüts.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts litt Hoffmanns Ruf immer mehr. Wegen seines extremen Alkoholkonsums und seinen Selbstmordgedanken wurde er nicht nur von Goethe, sondern auch allgemein als Gruselgeschichten-Schreiber mit gestörter Psyche abgetan. Dies änderte sich erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts wieder. Plötzlich wurde Hoffmann häufig zitiert und auch auf der Bühne gespielt.
In Frankreich und England erfuhr E.T.A. Hoffmann mit seinem Werken einen großen Ruhm.

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