Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Erzählweise

Perspektive & Zeit im Werk

  • Der Roman wird aus der Sicht des Protagonisten Felix Krull, der simultan als Ich-Erzähler fungiert, erzählt. Diese Erzählperspektive bewirkt, dass der Autor als Meinungsvertreter in den Hintergrund rückt
  • Die Verschmelzung von Erzähler und Protagonist führt dazu, dass man als Leser automatisch die Sichtweise der Erzählfigur annimmt, da es nicht zu einem Perspektivenwechsel kommt
  • Da wir das Geschehene allein aus Sicht Felix Krulls erleben, besteht das Risiko, die Handlung aus einer eindimensionalen Perspektive wahrzunehmen
  • Der Ich-Erzähler schildert das Erzählte aus rückblickender Sicht. Somit ist der Großteil des Romans im Präteritum geschrieben, wobei Thomas Mann zwischendurch immer wieder die Präsensform verwendet
  • Das Erzählte in Präsenzform schafft noch mehr Nähe zwischen dem gleichzeitig als Ich-Erzähler und Protagonisten fungierenden Felix Krull
  • Obwohl der Hauptteil des Werks in erzählter Rede formuliert ist, wird der Erzählfluss auch immer wieder durch Passagen in direkter Rede unterbrochen
  • Exakte Angaben zum Tempus sucht man in Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull vergeblich. Stattdessen bieten Krulls immer wieder eingeschobene Hinweise zu seinem Alter eine zeitliche Orientierung

Sprachlicher Stil

  • Anspruchsvoll: Der Autor verwendet in seinen Werken neben komplexen Syntax-Strukturen auch einzelne Fremdwörter sowie ganze Passagen in Fremdsprachen wie beispielsweise in Französisch (S. 129), Englisch (S. 217, 227) sowie Italienisch (S. 156). Darüber hinaus bewirkt die Einbettung mannigfaltiger Fachtermini in dem Roman, dass der Leser nicht umhinkommt, sich dem hochgesteckten Niveau der Lektüre anzupassen
  • Deskriptiv: In die Erzählung des Hochstaplers Felix Krull bindet Thomas Mann sehr ausführliche Beschreibungsparagrafen mit ein, die das Lesen des Romans etwas langatmig erscheinen lassen. Allerdings empfiehlt sich nicht, diese teils sehr detaillierten Ausführungen zu überspringen, da sie ebenso essenziell für das Verständnis der Lektüre sind wie der Rest des Romans
  • Ironisch: Der Schriftsteller bedient sich im Werk des Öfteren am Stilmittel der Ironie, was nicht zuletzt an der frequentierten Verwendung von Diminutiven („Lärvchen“ S. 216, Z. 2, „Zicklein“ S. 216, Z. 33) festzumachen ist. Mit letzteren Redensarten beschreibt Krull etwa die frühreife Eleanor Twentyman, welche in ihn verliebt ist und die er mit den Diminutiven subtil verspottet
  • Parodistisch: Das vorliegende Werk ist aufgrund der überspitzten Darstellung des Hochstaplers Felix Krull als Parodie und Kritik an der von Goethe manifestierten Künstlerfigur der Romantik zu verstehen. In der offenherzigen Darlegung Krulls fragwürdiger und krimineller Natur wird der bis dahin romantisierte und als makellos geltende Charakter von Literaten infrage gestellt. Thomas Mann positioniert sich mit der parodistischen Ausrichtung seines Werks gegen den bis dato herrschenden Bildungsoptimismus

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