Euripides' Werk
Zum besseren Verständnis der Tragödie Medea soll hier ein Blick auf das Leben und Werk des Dichters Euripides geworfen werden, der neben Aischylos und Sophokles als dritter großer Dichter der attischen Tragödie gilt.
Euripides‘ Leben
- 485/484 v. Chr. - 407/406 v. Chr.
- Wurde auf der griechischen Insel Salamis geboren
- Soll bei Riten des Appollon-Kultes Fackelträger gewesen sein
- Begann mit der Tragödiendichtung und schrieb seine Werke angeblich in einer Höhle im Süden der Insel
- Er bewegte sich in Philosophenkreisen, war mit Sokrates befreundet
- Ließ sich von der Naturphilosophie und von Sophisten beeinflussen
- Nahm zwischen 455 und 408 v. Chr. regelmäßig an Tragödienwettbewerben in Athen teil; er erreichte lediglich vier Siege zu Lebzeiten
- Mit seiner zweiten Ehefrau Choirile bekam der Dichter drei Söhne
- 408 v. Chr. verließ Euripides Athen; fortan lebte er am Hof des makedonischen Königs Archelaos in Pella
Euripides‘ Werk
- Schrieb etwa 90 Tragödien, von denen noch 18 erhalten sind
- Wichtigste Werke: Medea, Iphigenie in Aulis, Helena, Herakles, Elektra, Die Bakchen
- Seine Figuren sind menschlicher; er hat keine Götter oder Helden als handelnde Figuren
- Er stellte die psychologische Seite der Figuren in den Vordergrund
- Die Rolle des Chores reduzierte und wandelte er
- Er perfektionierte die Theatermaschinen und führte die Deus ex Machina ein, bei der ein helfender Gott durch einen Kran erscheint
- Euripides entdeckte die Nöte der Frauen in einer patriarchalischen Welt als Thema
- Zu Lebzeiten war Euripides wegen seiner modernen Herangehensweise umstritten, galt teils sogar als gottlos
- Nach seinem Tod während der Antike der am häufigsten aufgeführte bzw. gelesene Tragiker