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Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Im Folgenden soll der Aufbau der Novelle kurz genauer betrachtet werden.

Definition Novelle

  • Kurze bis mittellange epische Erzählung
  • Der Name stammt vom lateinischen „novus“ ab, das „neu“ bedeutet
  • Eine Neuheit soll als Kurzprosa erzählt werden

Merkmale der Novelle

  • Zentrales Thema ist eine außergewöhnliche oder empörende Begebenheit
  • Die Handlung ist für den Leser völlig neu, aber wahr
  • Oft in eine Rahmenhandlung gebettet
  • Geschlossene Form, ähnlich dem Drama
  • Klarer, kurz gehaltener Aufbau ohne Nebenhandlungen, oftmals aber nicht chronologisch
  • Wenig Hintergrundinformationen zu einzelnen Ereignissen, Figuren und Schauplätzen
  • Der Erzähler greift selten ein und berichtet objektiv
  • Meist eine kurze Erzählzeit
  • Beschränkte Anzahl an Personen, die aktiv handeln
  • Stabile, eindimensionale Charaktere, die sich nicht wesentlich verändern
  • Die emotionalen Probleme bzw. die Krisen der Protagonisten werden genau beleuchtet
  • Thematisiert werden mehrere Wendepunkte im Leben des Protagonisten
  • Der Protagonist hat den Lauf der Dinge nicht in der Hand, da andere, oft auch mystische Mächte sein Schicksal beeinflussen
  • Meist gibt ein Leitmotiv Vorausdeutungen bzw. moralischen Sinn
  • Metaphern, Bilder und Symbole sorgen für eine tiefere Ebene der Geschichte
  • Ein konkretes Ereignis beendet die Novelle und gibt ihr Bedeutung

Formaler Aufbau des Werkes

  • In sich geschlossene Handlung
  • Einleitung ins Geschehen
  • Geschlossenes, eindeutiges Ende
  • Keine Einteilung der Handlung in Kapitel
  • Knapp 100 Seiten Text

Inhaltlicher Aufbau von Mario und der Zauberer

  • Chronologische Handlung mit pointiertem Schluss
  • Schreckliche Reiseerinnerung mit unerhörter Begebenheit bei Cipollas Show als Hauptthema
  • Einteilung in zwei inhaltliche Abschnitte;
    1. Teil: Urlaubsatmosphäre und Andeutung des zentralen Konflikts
    2. Teil: Ende mit Schrecken bei der Zaubervorstellung
  • In der kurzen, gerafften Einleitung in Teil 1 werden beide Teile bereits vorab miteinander in Beziehung gesetzt und das Ende angedeutet
  • Eine Klammer aus Personen, Motiven und Vorausdeutungen verbindet die beiden Teile inhaltlich miteinander
  • Sowohl im ersten als auch im zweiten Teil findet sich ein stufenweiser Aufbau des Spannungsbogens, indem zwei Hauptereignisse aufeinander folgen und zur Katstrophe hinführen

Erzähltechnik

  • Der Erzähler: Ein namenloser Ich-Erzähler aus Deutschland stellt sich als Ehemann und Vater von zwei Kindern vor
  • Erzählform: Ich-Form; der Erzähler berichtet aus seiner Sicht und tritt nicht allwissend bzw. als auktorialer Erzähler auf; auffallend ist, dass im ersten Teil die Wir-Form überwiegt und der Blick damit auf die Familie als Ganzes in Abgrenzung zur italienischen Gesellschaft gerichtet ist; im zweiten Teil dann wird hauptsächlich in Ich-Form berichtet und der Erzähler tritt als kritisch denkendes Ich auf
  • Erzählperspektive: Personal; der Erzähler ist Teil der Handlung, obwohl er selbst kaum aktiv in Erscheinung tritt und vielmehr Cipolla als Protagonist im Mittelpunkt steht
  • Innensicht: Er gibt seine gewonnenen Informationen, Gedanken, Zweifel und Meinungen wieder
  • Erzählerverhalten: Der Ich-Erzähler berichtet als Beobachter und spricht immer wieder einen nicht näher benannten Zuhörer bzw. Leser an, um sich zu rechtfertigen, dass er trotz Einsicht in Cipollas Masche die Situation nicht verlassen hat
  • Besonderheit: Der Ich-Erzähler selbst bleibt in einer passiven Zeugenrolle; er handelt weder aktiv, noch wird er namentlich vorgestellt. Außerdem spricht er selbst, anders als andere Figuren, immer nur in indirekter Rede

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