Stilmittel
Hiermit stellen wir die wichtigsten Stilmittel der Erzählung Das Marmorbild vor und werden letztere auch analysieren. Bei Das Marmorbild handelt es sich um eine Novelle mit märchenhaften Zügen, weshalb dieses Werk auch als Märchennovelle bezeichnet wird.
- Alliteration: „Der Mond sah seltsam zwischen den Wolken hervor, ein stärkerer Wind kräuselte den Weiher in trübe Wellen“ (Abschn. 1, Z. 384 ff.), die „Gegend [...], die wie unter einem Schleier von Schwüle zu schlummern [...] schien.“ (Abschn. 2, Z. 74 f.)
Die betonten Satzanfänge der aufeinanderfolgenden Wörter besitzen den gleichen Anlaut. In seltenen Fällen ist möglich, dass der Wortfluss durch bspw. eine Konjunktion unterbrochen wird und dennoch noch eine Alliteration vorliegt
- Anapher: „Die Frauen stehn sinnend, Die Ritter schaun kühn.“ (Abschn. 1, Z. 194 f.)
Die Wörter am Satzanfang wiederholen sich. Auf diese Weise kann ein Text rhythmisch strukturiert werden, indem sich immer wieder auf den Anfang des vorhergegangenen Satzes zurückbezogen wird
- Antithese: „Sie sang so wunderbar traurig“ (Abschn. 1, Z. 316), „Und schmerzlich nun muss ich im Frühling lächeln“ (Abschn. 2, Z. 126), „mit anmutigender Stimme scheltend“ (Abschn. 4, Z. 158)
Zwei widersprüchliche Inhalte werden einander gegenüber gestellt. Verwendet wird dieses Stilmittel, um einen Sachverhalt besonders besonders hervorzuheben, es verstärkt also die Wirkung beim Leser
- Exclamatio: „O Mädchen, jenseits überm Fluss“ (Abschn. 1, Z. 357), „O Jüngling vom Himmel“ (Abschn. 1, Z. 224)
Es handelt sich hierbei um eine Art Ausruf, der die Emotionalität des Sprechers unterstreichen soll, die wiederum durch das „O“ hervorgehoben wird
- Kreuzreim: „„Ist der doch so schön und milde!
Stimmen gehen durch die Nacht,
Singen heimlich von dem Bilde -
Ach, ich bin so froh verwacht!“ (Abschn. 3, Z. 132 ff.)Jeder zweite Vers reimt sich aufeinander, also stehen die Sätze sich einander gegenüber und das Reimschema lautet demzufolge a-b-a-b
- Neologismus: „Wunderblume“ (Abschn. 1, Z. 378), „Mondgebirge“ (Abschn. 3, Z. 270), „Zauberlichter“ (Abschn. 2, Z. 54)
Wortneuschöpfung, die aus meist schon existierenden Wörtern gebildet wird. Neologismen können außerdem genutzt werden, um Wörtern eine neue Bedeutung zu verleihen. Aufgrund der Wortneuschöpfung wird die Aufmerksamkeit des Lesers verstärkt auf den Begriff gelenkt, teils auch eine Art „Überraschungseffekt“ erzeugt
- Personifikation: „Der Morgen [...], wie er so von den höchsten Bergen die schlafende Welt hinunterjauchzt“ (Abschn. 2, Z. 5 ff.),„Der Mond sah seltsam zwischen den Wolken hervor“ (Abschn. 1, Z. 385), „die langen gespenstischen Pappeln schienen mit ihren weitgestreckten Schatten hinter ihm dreinzulangen.“ (Abschn. 1, Z. 392 ff.)
Abstrakte Objekte werden zu Menschen gemacht. Dem Mond wird etwa die menschliche Eigenschaft zugeschrieben, er könne seltsam zwischen den Wolken hervorsehen. Die Wirkungsweise dieses Mittels zeigt sich in der Verbildlichung von Sprache, nicht-lebendigen Dingen wird gewissermaßen Leben eingehaucht
- Synästhesie: „Mondscheinduft“ (Abschn. 3, Z. 235), „lag die Stadt im farbigen Duft“ (Abschn. 4, Z. 10) „[...] bemerkte Florio die schöne Ballspielerin wieder, die in stiller Freudigkeit mit weiten offenen Augen in die Klänge vor sich hinaussah“ (Abschn. 1, Z. 85 f.)
Bei einer Synästhesie werden verschiedene Sinnesebenen und Empfindungen miteinander kombiniert, etwa der Sehsinn mit dem Hörsinn, wie im dritten Beispiel zu sehen ist. Dieses Stilmittel wirkt ausdruckssteigernd und intensiviert das Leseerlebnis
- Vergleich: „Wie ein Blumenbeet, das sich im Winde wiegt.“ (Abschn. 1, Z. 57 f.), „Bälle flatterten wie Schmetterlinge“ (Abschn. 1, Z. 59 f.), „Sie [...] war recht wie ein fröhliches Bild des Frühlings anzuschauen“ (Abschn. 1, Z. 65 f.)
Zwei oder mehrere Objekte oder Sachverhalte werden miteinander verglichen, wobei die verglichenen Objekte mindestens eine Gemeinsamkeit aufweisen sollten. Gerne werden für einen Vergleich die Vergleichspartikeln als oder wie verwendet, sie dienen der Gegenüberstellung. Ein Vergleich kann etwa die Poetisierung alltäglicher Begriffe bewirken