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Alfred Ill

Ill, der Jugendfreund Klaras, entschied sich damals gegen sie. Zum einen aus Angst vor der Verantwortung, sich um eine Familie kümmern zu müssen, zum anderen weil er in Mathilde Blumhard und dem Laden ihres Vaters finanzielle Sicherheit sah.
Ill heiratete Mathilde und gründete mit ihr eine Familie. Ills Beziehung zu seiner Familie wirkt flach und distanziert. Er weiß nicht über die Beschäftigungen seiner Kinder Bescheid und ebenso scheint die Beziehung zu seiner Frau nicht sonderlich intim. Diese Kühle wird besonders bei der letzten Begegnung deutlich. Zu diesem Zeitpunkt ist der Familie bereits klar, dass Alfred sterben wird. Dennoch findet kein besonderer Abschied statt - die Familie weiter ins Kino fährt.
Alfred macht während des Stückes eine große Wandlung durch. Vom zukünftigen Bürgermeister wird er zunächst zum gehetzten Tier bis hin zum vermeintlich tragischen Helden am Ende des Stückes. Sein anfänglicher Ruhm, welchen er sichtlich genießt, entsteht durch seine besondere Beziehung zu Klara. Mit dieser gemeinsamen Vergangenheit versucht Ill Claire zu einer Spende zu bewegen. Sein Ansehen ist jedoch schnell Geschichte, als diese ihr Angebot macht.
Trotz der Ablehnung der Offerte durch den Bürgermeister beginnen die Güllener zu konsumieren, was Ill zunehmend Sorge bereitet. Als er im Verlauf des zweiten Aktes bei den verschiedenen Institutionen Hilfe sucht, wird er immer verzweifelter, was in seinem Fluchtversuch gipfelt. Dieser letzte Versuch, seinem Schicksal zu entkommen, stellt einen wichtigen Wendepunkt dar, sowohl im Handlungsverlauf als auch für die Person des Ill. Nach der gescheiterten Flucht wird Ill sein Schicksal klar. Jedoch stellt sich hierbei die Frage, warum diese scheitert. Die Tatsache, dass Ill nicht in den Zug steigt, obwohl er nicht aktiv zurückgehalten wird, lässt sich als erste Schuldeinsicht deuten.
Im dritten Akt tritt Ill abgeklärt und sich seines Schicksals bewusst auf. Er akzeptiert seine Schuld und weiß was getan werden muss, um die Gerechtigkeit, zumindest für ihn, wiederherzustellen. Aus diesem Grund verhindert er auch, dass der betrunkene Lehrer alles vor der Presse aufdeckt. Er ist bereit, für seine Taten Verantwortung zu übernehmen, jedoch nicht für die Taten der Güllener. So weigert sich, Selbstmord zu begehen. Genauso wie Ill für seinen Verrat mit dem Tod bezahlen muss, müssen die Güllner, welche die schwangere Klara Wäscher aus dem Städtchen verstießen, mit dem Mord an Ill bezahlen.
Bei seinem letzten Treffen mit Claire scheinen ein letztes Mal die alten Gefühle durch. Ill hat seinen inneren Frieden gefunden, für ihn ist der Tod die gerechte Konsequenz für seine Taten. So stellt er sich auch ohne Gegenwehr der Hinrichtung durch die Güllener.

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