Gericht ohne Recht
Als Juristin behandelt Juli Zeh in ihrem Roman auch die Problematik des Gerichts, das in der Methode ohne Recht auskommen muss und nur der Gesundheitsdiktatur dient.
Gerichtsverhandlung als reines Theater
- Innerhalb der Methode wird dem Gericht große Bedeutung beigemessen; es verhandelt über die kleinste Vernachlässigung von Meldepflichten
- In den Prozessen geht es weniger um Recht, als um die Verteidigung und Legitimation der Methode und die Wahrung der Ordnung
- Mit dem Voranstellen des Urteils in Kapitel 2 und der späteren Kapitelüberschrift Siehe oben weist Zeh darauf hin, dass das Urteil für Mia bereits vor dem Prozess gefällt war
- Protagonistin Mia selbst erkennt dies und nennt das Gericht ein Puppentheater
- Das Gericht beruft sich auf gefälschte Beweise wie die Lebensmitteltuben mit Botulinum-Kulturen oder auf erpresste Zeugenaussagen wie die von Würmer
- Richterin Sophie wurde einfach ausgetauscht unter dem Vorwand angeblicher Befangenheit
- Im Prozess um Moritz zählte die DNA-Probe mehr als seine Beteuerungen, er sei unschuldig