Epoche
Anna Seghers Transit ist eines der bedeutendsten Werke der Exilliteratur. Diese wurde zu einer eigenen literarischen Epoche, die im Folgenden näher betrachtet werden soll.
Epochenmerkmale der deutschen Exilliteratur
- Zeitraum: 1933 bis 1945
- Einordnung: Die Epoche schließt an die Neue Sachlichkeit der Weimarer Republik an
- Entstehung: Viele deutsche Schriftsteller mussten aufgrund ihrer politischen oder religiösen Einstellung vor dem Nationalsozialismus aus ihrer Heimat fliehen und fortan im Ausland arbeiten; literarische Werke, die nicht zur nationalsozialistischen Ideologie passten, wurden in Deutschland nach der Machtübernahme von Adolf Hitler 1933 verboten und verbrannt, die Autoren durch Propaganda diskriminiert
- Wirkungsstätten: Zunächst flohen die meisten Schriftsteller in europäische Länder wie Frankreich oder Österreich; durch den Zweiten Weltkrieg wurden sie ab 1939 erneut vertrieben, diesmal nach Amerika, in die Sowjetunion oder nach Mexiko
- Wichtige Themen: Widerstand gegen den Nationalsozialismus, politische Aufklärung, die Sehnsucht nach der Heimat, Verlust der eigenen Kultur, jüdische Geschichte und existenzielle Probleme im Exil
- Formale Merkmale: Anders als bei anderen Epochen gibt es in der Exilliteratur keine speziellen formalen Merkmale; den Autoren ging es damals hauptsächlich um die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Probleme; die meisten Autoren schrieben weiterhin im sachlichen Stil der vorangegangenen Epoche; Prosa und episches Theater galten als Mittel der Wahl, Lyrik wie Naturgedichte erschien hauptsächlich nach Kriegsende
- Wichtigste Vertreter: Bertold Brecht, Alfred Döblin, Heinrich Mann, Thomas Mann, Robert Musil, Anna Seghers, Kurt Tucholsky
- Rezeption: Die Autoren hatten im Ausland meist Schwierigkeiten, ihre Werke zu veröffentlichen; ins Dritte Reich kamen die Werke aufgrund der Verbotslisten nicht; hauptsächlich nach dem Krieg veröffentlicht