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Isolation und Anonymität

E. und Agnes haben in ihren Berufen wenig mit Menschen zu tun (Sachbuchautor, Doktorandin der Physik) und sind, bevor sie sich begegnen, Singles mit fast keinen sozialen Kontakten, isoliert inmitten der Metropole Chicago. Dazu kommt bei E., dass er die Anonymität sucht und Gefühlen absichtlich ausweicht (S. 14f. u. S. 19f.). Ausgiebige Spaziergänge unternimmt er oft allein in der Kälte.
Auch die Beziehung zwischen beiden ist, von den glücklichen (Zeit-)Punkten abgesehen, von emotionaler Kälte geprägt. Ihre Kommunikation ist gestört, wie das häufige, ja allgegenwärtige Schweigen - sinnbildlich hier die Sprachbarriere: Agnes versteht kein Deutsch (S. 30) - bezeugt. Selbst die Schilderung von Agnes‘ erstem Mal wirkt seltsam leidenschaftslos. Motivisch werden Konversationen und Situationen oft von Leere begleitet (z. B. S. 10 u. S. 24).
Orte spiegeln das Thema Anonymität und Isolation wider.
  • E. wird in dem schäbigen Café, in das er fast jeden Morgen geht, wie ein beliebiger Fremder behandelt, was er sogar schätzt (S. 19f.).
  • Die Metropole Chicago verweist mit ihren kalten Wintern auf die innere Verfassung E.s, der in einem Wolkenkratzer wohnt, dessen Isolierglasfenster sich nicht öffnen lassen. Als er von dem einsamen Spaziergang zurückkommt, den er unternimmt, nachdem Agnes ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt hat, hat er sogar die Nummer seiner Wohnung vergessen.

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