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Literaturpsychologische Hintergründe

Einen letzten Interpretationsansatz können Bezüge aus der sogenannten Literaturpsychologie bilden, die auf der psychoanalytischen Lehre nach Sigmund Freud basieren. Demnach haben die agierenden Figuren im Werk eine psychologische Dimension. Ihre personalen Hintergründe, Gefühle, Bedürfnisse und Motive stehen dabei im Vordergrund. Diese werden von den Figuren repräsentativ verarbeitet. Somit können wiederum Wünsche und Vorstellungen des Autors freigelegt werden. Auf mögliche autobiografische Hintergründe soll später kurz eingegangen werden.

Psychologische Bezüge

  • Der Offizier lässt einen an unterschiedlichen Stellen Anzeichen von Sadismus erkennen. (S. 47, Z. 3ff.)
  • Diese Art von Persönlichkeitsstörung bezeichnet das Bedürfnis, andere Menschen zu demütigen und ihnen Schmerzen zuzufügen, das mit einem lustvollen und befriedigenden Gefühl einhergeht.
  • Aus psychoanalytischer Sicht steht das exzessive Ausleben von Bedürfnissen für verborgene und unterdrückte Wünsche.
  • Darunter fallen Aktionen, die gesellschaftlich nicht anerkannt sind und denen im Normalfall Sanktionen folgen.
  • Der Fachbegriff für eine unzureichende Erfüllung der Bedürfnisse lautet Triebfrustation: z. B. aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit oder Bestätigung der Person
  • Diese Triebfrustationen können in einem weiteren Schritt zu psychischen Beeinträchtigungen führen, wenn die Bedürfnisse stellvertretend befriedigt werden.
  • Diese Störungen führen zu exzessiven Formen, um die mangelnde Befriedigung der Bedürfnisse annähernd befriedigen zu können: z.B. ein extremes Ausleben von Macht, ausartende Formen von Zynismus oder Narzissmus

Autobiografische Hintergründe

  • Kafka musste sich einer durchaus strengen Erziehung seines Vaters in Form von Strafen und Drohungen unterziehen
  • Sein Vater nahm in seinem Leben die Position eines bedrohlichen, aggressiven und allmächtigen Patriarchen ein.
  • Seinen Vater könnte man analog zur Figur des Offiziers im Werk sehen.
  • Dies führte unter anderem zu Traumata und Minderwertigkeitskomplexen bei Kafka.
  • Die bereits angesprochene Schriftlichkeit und der Folterapparat thematisieren repräsentativ den Scheibprozess Kafkas: Man sagt, dass das Schreiben für ihn per se auch mit Schwierigkeiten und Qualen verbunden ist. Lange gibt Kafka sich mit seinem Werk In der Strafkolonie nicht zufrieden, dass wiederum zu einigen Überarbeitungen führte.

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