2. Abschnitt
2. Abschnitt
Infos
- Seite: 35-69
- Ort: Wien
- Zeit: Anfang Oktober bis Dezember 1937
- Personen: Franz Huchel, Otto Trsnjek, Sigmund Freud, Anezka
Inhalt
- Nach ein paar Monaten in der Trafik Otto Trsnjeks begegnet Franz das erste Mal dem angesehenen Professor Sigmund Freud. Es handelt sich bei Freud um einen Stammkunden Trsnjeks, welcher bei ihm das Blatt „Die neue Presse“ (S. 37, Z. 1 f.) sowie Zigaretten erwirbt
- Nachdem Freud seine „graue Kopfbedeckung“ (S. 40, Z. 28) im Tabakladen vergessen hat, eilt ihm der junge Franz nach und begleitet den älteren Professor bis zu seinem Zuhause. Franz erfährt unter anderem, dass Freud ein Jude ist und ihm ein zweifelhafter Ruf als „Deppendoktor“ (S. 38, Z. 12)
- Während des Spaziergangs stellt der Protagonist Freud zahlreiche Fragen über dessen Tätigkeit als Psychologe und der Professor macht ihm unmissverständlich deutlich, dass Huchel sein Leben als junger Mann genießen sollte, anstatt zu verkopft an die Dinge heranzugehen
- Noch berauscht von seinem gemeinsamen Gespräch mit Professor Dr. Freud berichtet Huchel seiner Mutter von der Begegnung mit dem bekannten Gelehrten. Angeregt von Freuds Rat, sein Leben als junger Mann mehr auszukosten und auch das andere Geschlecht kennenzulernen, begibt sich Franz „am nächsten Samstag“ (S. 47, Z. 6) in die Stadt „Richtung Wiener Prater“ (S. 47, Z. 18)
- Angekommen im regen Treiben der Innenstadt lässt Huchel die Fahrt auf der „Märchengrottenbahn“ (S. 49, Z. 10) emotional werden und eine Welle des Heimwehs überrollt den jungen Mann
- Schon bald kommt Franz jedoch auf andere Gedanken, da ihm eine junge attraktive „Böhmin“ (S. 52, Z. 15) über den Weg läuft, mit welcher er anschließend zusammen den Jahrmarkt erkundet. Der Protagonist fühl sich körperlich angezogen von der jungen Frau und genießt ihre Präsenz. Allerdings wird er am Ende von ihr stehen gelassen, was ihn unbefriedigt und unausgeglichen zurücklässt
- „Am nächsten Morgen“ (S. 60, Z. 5) erfährt, dass der Zeitungs-und Tabakladen Otto Trsnjeks verunstaltet worden ist. Auf die Wand der Trafik wurde die Botschaft „Schleich dich, Judenfreund!“ (S. 61, Z. 5) mit Tierblut (vgl. S. 61, Z. 20 f.) Farbe geschmiert
- Nachdem sich der Ladenbesitzer Trsnjek zunächst über die Verschandelung echauffiert, wirkt er wenig später wie resigniert und verlässt den Ort des Geschehens. Freud hingegen reagiert unvorhergesehen entspannt auf die Schmiererei. Über diesen Streich kann er nur „herzhaft lachen“ (S. 65, Z. 9)
- Die Begegnung mit dem böhmischen Mädchen auf dem Prater kann Franz nicht vergessen, doch seine Suche nach der jungen Frau bleibt erfolglos. Seine Mutter, die ihren Sohn entsprechend gut kennt, vermutet hinter dem abwesenden und unruhigen Verhalten von Franz eine Verliebtheit
- Auch seinem Arbeitgeber Otto fällt Franz' ungewöhnlich niedergeschlagene Laune auf, bis der Protagonist schließlich zugibt, sich verliebt zu haben (vgl. S. 68, Z. 6). Trsnjek gibt jedoch zu, sich nicht mit Huchels Liebeskummer befassen zu wollen und verweist ihn an „eine andere Ansprach'“ (S. 69, Z. 13)