Erster Aufzug
Der erste Aufzug aus Iphigenie auf Tauris behandelt das Schicksal von Iphigenie. Es wird erklärt, warum die Griechin auf Tauris als Priesterin lebt und wie sie König Thoas von Menschenopfern abgehalten hat.
Erster Auftritt
Infos
- Zeile: 2-54
- Ort: Hain vor Dianas Tempel auf Tauris
- Personen: Iphigenie (Priesterin der Diana)
Inhalt
- Iphigenie hält einen Monolog über ihr Heimweh und die Sehnsucht nach ihrer Familie
- Auch nach einigen Jahren auf der Insel Tauris vermisst sie ihre Heimat Griechenland
- Iphigenie wurde von der Göttin Diana gerettet und auf die Insel gebracht, wo sie ihr als Priesterin dient
- Sie beklagt das nicht-selbstbestimmte Leben der Frauen, deren Glück an Männer gebunden ist
Zweiter Auftritt
Infos
- Zeile: 2 - 204
- Ort: Hain vor Dianas Tempel
- Personen: Iphigenie, Arkas (Bote und Vertrauter des Königs der Taurier)
Inhalt
- Arkas wurde von König Thoas zu Iphigenie geschickt, um ihr mitzuteilen, dass er bald mit dem siegreichen Heer heimkehrt
- Als Iphigenie ankündigt, Thoas würdig zu empfangen, kritisiert Arkas ihre reservierte, kühle Art. Er kann nicht verstehen, dass sie sich immer noch wie eine Fremde fühlt, anstatt dankbar für eine neue Heimat zu sein
- Iphigenie erklärt, dass sie dankbar ist, ihr Leben auf Tauris aber zugleich als sinnlos empfindet
- Arkas weist Iphigenie darauf hin, dass sie mit ihrer Anwesenheit den König verändert hat und ihn Milde lehrte. Die Menschenopfer wurden dank ihr abgeschafft
- Außerdem kündigt Arkas an, dass Thoas mit Iphigenie reden will. Sie solle ihre Antwort auf seinen Antrag gut überdenken
- Iphigenie will Thoas nicht heiraten und empfindet den Gedanken als Drohung
- Arkas versucht ihr klarzumachen, dass Thoas misstrauisch wird, weil Iphigenie ihre Herkunft verschweigt. Ein Nein auf seinen Antrag könnte schlimme Konsequenzen haben. Sie soll ihm deshalb vertrauen
- Iphigenie will diesem Rat so gut es geht folgen
Dritter Auftritt
Infos
- Zeile: 2 - 358
- Ort: Hain vor Dianas Tempel
- Personen: Iphigenie, Thoas
Inhalt
- Iphigenie nimmt den siegreichen Thoas in Empfang und betet für sein Glück
- Thoas, der den Mord an seinem Sohn gerächt hat, fühlt sich von seinem Volk nicht genug geachtet. Dass er keinen Thronfolger mehr hat, bekümmert sein Volk zu sehr
- Der König hofft, dass Iphigenie seine Braut wird
- Seine Frage wehrt Iphigenie ab und verweist auf ihre schlechte Herkunft, die er nicht einmal kennt und die ihn dazu verleiten könnte, sie zu verstoßen
- Thoas ist verärgert, weil Iphigenie ihm trotz seiner Gnade nicht vertraut. Er glaubt nicht, dass ihre Herkunft so schuldvoll sein kann. Immerhin wurde sie von einer Göttin gerettet
- Iphigenie verrät dem König, dass sie aus dem Hause Tantalus stammt. Der Halbgott zog einst den Zorn der Götter auf sich und wurde verflucht. Seither sind alle Söhne des Geschlechts von Wut und Gier getrieben.
- Iphigenies Vater ist Agamemnon, der Urenkel von Tantalus. Im Trojanischen Krieg forderte Göttin Diana von Agamemnon seine älteste Tochter, hüllte sie in eine Wolke und brachte sie in ihrem Tempel auf Tauris; weit weg von ihrer Schwester Elektren und ihrem Bruder Orest
- Thoas lässt sich von Iphigenies Herkunft nicht irritieren und wiederholt seinen Heiratsantrag
- Iphigenie lehnt ab, weil ihr Leben Göttin Diana geweiht sei. Sie hofft außerdem, dass sie eines Tages zu ihrer Familie zurückkehren kann
- Thoas nennt ihre Worte eine bloße Ausrede und wirft ihr vor, dass sie nicht vernünftig denkt, sondern eine schwache, emotionsgeleitete Frau ist
- Iphigenie ist enttäuscht, dass Thoas so reagiert, obwohl sie ihm ihr Geheimnis offenbart hat. Sie bleibt aber bei ihrer Meinung
- Thoas verkündet verärgert, dass er sich nicht länger von Iphigenie einschmeicheln lässt und Diane wieder Menschenopfer bringen will
Vierter Auftritt
Infos
- Zeile: 2 - 24
- Ort: Hain vor Dianas Tempel
- Personen: Iphigenie
Inhalt
- Iphigenie hält einen Monolog nach dem Gespräch mit Thoas
- Sie betet ihre Göttin an, dass diese die beiden Fremden, die sie für Thoas opfern soll, rettet
- Iphigenie hofft, dass sie nicht zur Mörderin werden muss