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5. Kapitel

5. Kapitel: Der Prügler

Als K. wenige Tage später abends die Bank verlassen will, hört er hinter der Tür zur Rumpelkammer jemanden seufzen. Er öffnet die Tür und neben dem dort zu findenden Gerümpel stehen dort drei Männer. Nur eine Kerze erhellt die Szenerie: K. erkennt einen in Leder gekleideten Mann mit einer Rute und seine Wächter, Willem und Franz. Sie klagen K. an, sie verraten zu haben, weshalb man sie jetzt verprügeln solle. K. rechtfertigt sich, er habe lediglich berichtet, was in seiner Wohnung geschehen sei. Willem erklärt ihr Verhalten damit, dass sie schlecht bezahlt seien, außerdem wolle Franz heiraten. Im Übrigen sei es Tradition, dass sich die Wächter die Kleidung der Angeklagten sichern, auch wenn es verboten sei - nur aufgrund von K.s Anzeige hin würde man sie bestrafen. Auch habe K. damit ihre Karriere zerstört.
Der Prügler äußerst sich verächtlich über die Wächter, die er als Lügner bezeichnet und beginnt mit der Bestrafung. K. will das Schauspiel nicht mit ansehen und versucht, den Prügler zu bestechen, was der jedoch ablehnt, aus Angst, dann selbst angezeigt und geprügelt zu werden. K. entgegnet, dass er nichts gegen niedere, sondern gegen hohe Beamte habe, doch der Prügler gibt sich prinzipientreu: „Ich bin zum Prügeln angestellt, also prügle ich.“ (Z. 97) Vor K. kniend und weinend bittet Franz, zumindest ihn zu befreien, wenn er schon keine Gnade für sie beide durchsetzen könne. Vor der Bank warte seine arme Braut auf ihn. Allerdings will der Prügler nicht mehr warten und haut beidhändig mit der Rute auf Franz ein, der einen lauten Schrei ausstößt. Aus Angst, gehört zu werden, gibt K. dem Wächter Franz einen Stoß, verlässt die Rumpelkammer und wirft die Tür hinter sich zu. Als zwei Diener herankommen, gibt er vor, einen schreienden Hund auf dem Hof gehört zu haben (vgl. Z. 126). Anschließend wird K. von seinem Gewissen geplagt und versucht sich zu rechtfertigen. Franz habe durch seinen Schrei K.s Bestechungsversuch zunichte gemacht, K. habe sie zurücklassen müssen, um nicht mit ihnen gesehen zu werden. Da es in der Rumpelkammer still ist, geht K. nach Hause.
Am folgenden Tag ist K. auf der Arbeit zerstreut, die Vorfälle lassen ihn nicht los. Auf dem Nachhauseweg öffnet er die Tür zur Rumpelkammer erneut, „wie aus Gewohnheit“ (Z. 186). Mit Entsetzen stellt K. fest, dass die Wächter noch immer geprügelt werden und flieht aus dem Raum. Aufgelöst stürmt K. zu den Dienern und fordert von ihnen, endlich die Rumpelkammer auszuräumen. Müde und gedankenlos geht K. nachhause.

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