Ludovico Marsili
Ludovico hält im Laufe der Handlung um Virginias Hand an, allerdings wird die Verlobung dann aufgrund gesellschaftspolitischer Gründe wieder aufgelöst.
Infos zur Person
- Der junge Mann stammt aus einem reichen Elternhaus, wo man ihm aufgetragen hat, sich um seine Allgemeinbildung zu bemühen
- Er interessiert sich weniger für Wissenschaften als vielmehr für Sport und den Reitsport im Besonderen (S. 14)
- Ludovicos Familie verkehrt in kirchlichen Kreisen, wo man den Einsatz von Wissenschaft und Forschung ungern sieht
Charakter
- Ehrlich: Ludovico besitzt eine sehr direkte Art. Ohne Umschweife gibt er gegenüber Galilei zu, dass seine Interessen sich nicht im Bereich der Wissenschaften bewegen, sondern eher in den Themen Pferde und Reitsport zu finden sind (S. 14). Weiterhin scheut er sich zudem nicht zuzugeben, dass er den Lehrer ausschließlich auf Geheiß seiner Mutter und weniger aus eigenem Antrieb aufsuchte
- Oberflächlich: Für den heranwachsenden Adligen ist in erster Linie sein Ruf und sein Ansehen von Bedeutung. So kümmert es ihn wenig, dass die Wissenschaft bahnbrechende neue Erkenntnisse birgt. Von höchster Priorität ist für ihn, dass er seine Laufbahn als erfolgreicher Geschäftsmann. Auch von der Trennung von Virginia scheint Ludovico nicht allzu berührt - die Auflösung initiiert er hauptsächlich deshalb, da er in Sorge um seinen guten Ruf in der Kirche ist
- Gläubig: Ob Herr Marsili tatsächlich ein streng gläubiger Mensch ist, wird nicht näher veranschaulicht. Doch durch die Relation seiner Familie zum Klerus wird von ihm verlangt, nach außen hin das Leben eines christlich-gläubigen Bürgers zu leben
- Einflussreich: Durch die hoch angesehene Reputation seiner Familie genießt Ludovico die Vorzüge wertvoller Kontakte innerhalb der Kirche. Aus dieser profitablen Vernetzung des neuen Schülers zieht Galilei gewisse Vorteile. So ist es etwa Marsili, der Galileo Kunde darüber überbringt, „daß der Heilige Vater im Sterben liegt“ (S. 87, Z. 15f) und als neuer Kandidat Kardinal Bellarmin zur Auswahl steht (S. 87)