Erzähler
Der Leser wird von einem auktorialen, allwissenden Erzähler durch den Roman geführt. Dieser überblickt die Handlung, erzählt als außenstehende Person, mischt sich mit Kommentaren ein oder unterbricht das Geschehen mit Rückblenden oder Vorausdeutungen.
- Der auktoriale Erzähler lenkt die Wahrnehmung und gibt den Kontext vor
- Er berichtet rückblickend die Geschichte, ohne Teil davon zu sein
- Er führt den Leser in die damalige Geschichte ein (z.B. Situation in Paris, S. 5 ff.)
- Er liefert Hintergrundwissen zu Orten und Gegebenheiten (z.B. Situation der Parfumeure in Paris, S. 59)
- Er hat eine sachliche Ausdrucksweise (z.B. nachvollziehbare Beschreibung des Geruchs des Mädchens aus Paris, S. 52)
- Der auktoriale Erzähler kennt die Gefühle der handelnden Personen (z.B. Pater Terriers Ekel, S. 22f)
- Er weiß über die Vergangenheit und die Zukunft der Charaktere Bescheid (z.B. Madame Gaillards Kindheit und Tod, S. 25 & S. 38f)
- Der Erzähler bewertet die Personen und deren Taten (z.B. Vergleich von Grenouille mit einem Zeck, S. 27)
Erzählweise
Die Erzählweise ist großteils die des berichtenden Erzählens. Allerdings wechselt Süskind zwischendurch immer wieder ab.
- Berichtendes Erzählen: Eine Situation wird aus der Perspektive eines Beobachters erzählt
- Szenisches Erzählen: Dialoge werden wiedergegeben
z.B. Baldini und Chénier, S. 63-64
- Innerer Monolog: Gedanken und Gefühle einer Person werden in 1. Person Singular erzählt
z.B. Baldini, der überlegt, Grenouille eine Chance zu geben, S. 99
- Erlebte Rede: Gedanken und Gefühle einer Person werden in 3. Person Singular wiedergegeben
z.B. Baldini, der Grenouille erleichtert verabschiedet und über seine Tat nachdenkt, S. 141