Die Unsterblichen
Die Unsterblichen stellen im Roman nicht nur eine Personengruppe dar, sie sind auch ein Motiv, das Hermann Hesse in vielen seiner Werke aufgreift. Nach Hesses eigenem Kulturverständnis gibt es ewig währende Werte, die Sinn im Leben stiften. Diese Werte werden unter anderem von Dichtern, Autoren, Komponisten und gelehrten Menschen geschaffen. Im Steppenwolf treten daher Mozart und Goethe als Unsterbliche auf. Hermine bezeichnet das Reich der Unsterblichen laut Hallers Aufzeichnungen als „Reich des Echten“ (S. 196). Haller selbst spricht bei Dichtung sogar von einer Tür zum Jenseits oder einer goldenen Spur zu Gott.
Die Unsterblichen nehmen daher die Rolle von spirituellen Lehrern ein, die Haller einen Weg aus seiner Verzweiflung zeigen sollen. Sie sollen ihm beibringen, dass er mit Humor und Weisheit zufriedener leben kann. Anders als in Hesses Romanen Das Glasperlenspiel oder Siddhartha sind die Unsterblichen im Steppenwolf allerdings keine freundlichen Führer. Sie machen sich stattdessen über Haller lustig, lachen ihn und seine falschen Ansichten aus.