Abschnitt 2
Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Offenbarung der Schwangerschaft der Marquise. Da diese zum Zeitpunkt der Zeugung ihres Kindes nicht bei Bewusstsein war und infolge dessen annehmen muss, unmöglich schwanger sein zu können, beginnt sie, an ihrem Verstand zu zweifeln. Mit der sicheren Diagnose der Schwangerschaft beginnt eine tiefe Krise für sie.
Die Anzeichen verdichten sich
Infos
- Seiten: 23-24
- Zeit: Jahr 1799
- Ort: Stadt "M..."
- Personen: Marquise Julietta von O..., Frau von G..., ein Arzt aus dem Bekanntenkreis des Vaters
Inhalt
- Nachdem der Graf abgereist ist, vergehen mehrere Wochen.
- Die Familie hat sich passiv auf eine Verlobung zwischen der Marquise und dem Grafen eingestellt.
- Die Symptome der Marquise - Übelkeit, Schwindel, Ohnmachtsanfälle - werden schlimmer.
- Die besorgte Mutter will einen Arzt kommen lassen, zuerst verneint die Marquise dies, dann geht sie aber doch auf die Empfehlung ein.
- Bei einem Hausbesuch schildert die Marquise einem bekannten Arzt des Vaters in einem scherzhaften Ton, dass sie vermute, schwanger zu sein.
- Nach einer körperlichen Untersuchung bestätigt der Arzt die Vermutung der Marquise.
- Noch immer kann die Marquise die Schwangerschaft nicht akzeptieren.
- Sie hält die Diagnose des Arztes für eine Beleidigung.
- Der Arzt verlässt die Wohnung mit der Versicherung, er würde seine Diagnose so auch vor Gericht bezeugen.
Eine unmögliche Schwangerschaft
Infos
- Seiten: 24-29
- Zeit: Jahr 1799
- Ort: Stadt "M..."
- Personen: Marquise Julietta von O..., Frau von G..., ein Arzt aus dem Bekanntenkreis des Vaters, eine Hebamme
Inhalt
- Nachdem der Arzt die Wohnung verlassen hat, sinkt die Marquise ratlos auf einem Diwan zusammen.
- Die Mutter betritt das Zimmer und erfährt von ihrer Tochter die Diagnose des Arztes.
- Aufgrund der Bekräftigung des Arztes, er würde die Diagnose auch unter Schwur bestätigen, beginnt die Marquise, an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln
- eine Schwangerschaft wird das erste Mal wirklich in Betracht gezogen, aus einem Schutzmechanismus heraus aber sogleich wieder verworfen.
- Nach einer Diskussion mit ihrer Mutter, die an der Aufrichtigkeit ihrer Tochter zu zweifeln beginnt, bringt die Marquise den Verdacht vor, dass der Arzt sich mit seiner Diagnose täuschen müsse.
- Sie fordert die Mutter auf, eine Hebamme zu bestellen, die Mutter hält dies für ein Schuldeingeständnis.
- Die Marquise ist an dieser Stelle der Verzweiflung nahe, sie fleht ihre Mutter auf Knien an, ihr zu glauben. Sie versucht ihr klarzumachen, dass sie nicht wissentlich unehelichen Geschlechtsverkehr vollzogen haben muss. Sie ist rein und weiß sich nichts vorzuwerfen.
- Die Mutter spricht eine folgenreiche Warnung aus: Sollte sich die Marquise unsittlich verhalten haben, könnte sie dies verzeihen, wenn sie aber eine Geschichte von unbefleckter Empfängnis erfinden würde, so wäre es Gotteslästerung und damit unverzeihlich.
- Nachdem die Marquise ihre Unschuld bekräftigt, lässt die Mutter sich erweichen und kommt dem Wunsch nach, eine Hebamme zu bestellen.
- Die Hebamme offenbart der Marquise und ihrer Mutter, dass sie nicht die erste Witwe wäre, die nach dem Tod ihres Mannes ungewollt schwanger geworden wäre.
- Von diesen Worten erschüttert, fällt die Marquise in Ohnmacht, aus der die Mutter und die Hebamme sie gemeinsam ins Bewusstsein zurückholen.
- Die Mutter fordert die Marquise auf, ihr endlich die Wahrheit und die Identität des Vaters zu offenbaren.
- Da die Marquise das nicht kann, verlässt die Mutter erbost das Zimmer und verweist ihre Tochter der Wohnung (Siehe Abschnitt 3).
- In ihrer Verzweiflung wendet sich die Marquise an die Hebamme und erkundigt sich, ob es denn schon einmal eine Frau gegeben hat, die ohne ihr Wissen und ohne eigenes Zutun schwanger geworden wäre.
- Die Hebamme entgegnet, dass dieser Fall nur ein einziges Mal eingetreten ist: bei der heiligen Jungfrau Maria.
- Ratlos sendet die Marquise die Hebamme fort.
- Ab diesem Zeitpunkt ist die Schwangerschaft für die Marquise zwar gewiss, sie will aber dennoch nicht akzeptieren, dass sie von ihrem Umfeld - also der Mutter, dem Arzt und der Hebamme - für eine unsittliche Lügnerin gehalten wird.