Sigurd Kitzerow
Sigurd Kitzerow trifft erst Anfang der 60er als erwachsener, junger Mann auf Bernhard Haber. Die beiden werden zunächst Geschäftspartner und mit der Zeit beste Freunde.
Infos zur Person
- In Guldenberg geboren
- Besitzer des Familienbetriebs, das einzige Sägewerk in Guldenberg
- Zu Beginn seiner Erzählung ist er Mitte Zwanzig, zwei Jahre älter als Bernhard Haber
- Verheiratet und später Vater von zwei Töchtern
- Über sein Aussehen ist nichts bekannt
Charaktereigenschaften der Person
- Von Vorurteilen geprägt: Sigurds Vater diskriminierte den Alten Haber, hielt alle Vertriebenen für Deppen und misstraute ihnen; auch Sigurd lacht daher über die Witze und geht den Vertriebenen aus dem Weg; anfangs spricht er selbst davon, dass die Fremden auf Kosten der Guldenberger leben
- Anfangs naiv: In jungen Jahren gibt er viel aufs Hörensagen; er berichtet, was er über den Streit von Bernhard und dessen Eltern, den Suizid des Alten Habers und Bernhards Rummelgeschäfte und politische Vergangenheit gehört hat
- Lernfähig und offen: Mit den Jahren erkennt Sigurd, dass er nichts auf das Geschwätz geben sollte; er orientiert sich an Fakten; erkennt, dass Bernhard ein guter Kerl ist, der seinen Weg gehen wird
- Großer Geschäftssinn: Sigurd kümmert sich um Kundenbindung mit Rabatten und einem Wandkalender; er will Haber trotz seiner Herkunft als Stammkunden gewinnen und empfängt ihn sogar im Urlaub; nach dem Mauerfall holt er sich die enteigneten Kiesgruben zurück und verhandelt einen Ausgleich; mit Hilfe seines Onkels holt er sich einen großen Kredit und gründet eine Straßenbaufirma; am Ende besitzt er acht Firmen, ist an zwölf Firmen beteiligt und hat Millionen auf dem Konto
- Kluges Team-Denken: Sigurd sorgt dafür, dass die örtlichen Betriebe zusammenhalten; er holt Haber in den Kegelklub der Unternehmer; gemeinsam machen sie Druck bei der Stadtverwaltung
- Loyaler Verteidiger und Vermittler: Schon nach dem ersten Treffen mit Haber verteidigt er ihn von seiner Frau, die ihn als Vertriebenen abtut; Sigurd hat Respekt vor Habers Ehrgeiz und fördert ihn; im Kegelklub verteidigt er Bernhards frühere Taten als Jugendsünden und setzt sich für dessen Aufnahme ein; nachdem Haber Beuchler einen Brandanschlag vorwirft, schlichtet er den Streit; als Beuchler behauptet, Haber habe seinen Betrieb angezündet, stellt sich Sigurd auf Bernhards Seite; er nennt Bernhard einen Guldenberger
- Hilfsbereiter Freund: er unterstützt Bernhard nicht nur geschäftlich, sondern auch bei der Sanierung dessen Villa; wenn Haber Kummer hat, hört er zu und gibt Tipps; er ermittelt sogar, was hinter dem vermeintlichen Suizid von Bernhards Vater steckt; die beiden sehen sich bei Familienfeiern, beim Kegeln und feiern jedes Silvester zusammen
- Ehrlich: Sigurd sagt Bernhard offen seine Meinung; er warnt Haber vor haltlosen Anschuldigungen gegen andere und davor, sich gegen die Stadt zu stellen; er erklärt ihm, dass sein Humor mitunter schwierig zu verstehen ist; nur einmal greift Sigurd zu einer Notlüge, um Bernhard zu schützen: er behauptet, die Mitschuldigen am Tod dessen Vaters seien alle tot oder fort
- Liebender Ehemann: mit seiner Frau Veronika glücklich; nennt sich einen monogamen Typen, trotz einiger Ausrutscher; einmal schläft er mit Bernhards Frau Friederike, ohne jedes Gefühl oder Leidenschaft; schweigt über die Willensschwäche vor seiner Frau und Bernhard
- Besorgter Vater: Beide Töchter sind nicht gut in der Schule; mit Mühe findet er Lehrstellen für Liane und Jenny; Liane wechselt ständig Freund und Job; bei Jenny hofft er auf eine Ehe mit Bernhards Sohn Paul, allerdings trennen sich die beiden und Jenny geht nach Leipzig; er ist ratlos, wem er sein Erbe vermachen soll
- Kein Neid: Obwohl Bernhard zwischenzeitlich erfolgreicher ist, gönnt er seinem Freund den Erfolg; er freut sich mit ihm über das tolle Haus; er wird nicht missgünstig, weil Haber nach der Enteignung mehr Aufträge bekommt und bei anderen Sägewerken Holz zukauft; später gibt er Haber Tipps, eine Heizölfirma aufzubauen