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Die Herkunft des Kästchens

Am Morgen nach der Mitternacht erhält von Scuderi das Kästchen. Sie erwartet kein Unheil, denkt sie doch, dass der mitternächtliche Besucher nichts Böses im Sinn hatte, und öffnet es. Es offenbaren sich ihr herrlicher Schmuck und ein Zettel. Als sie ihn liest, bricht sie zusammen. Auf diesem stehen die Verse, die sie dem König aufgesagt hatte. Darunter wird sie von „den Unsichtbaren“ dafür gelobt, eine strengere Verfolgung der Bande verhindert zu haben. Als Anerkennung sei ihr das im Kästchen enthaltene Diebesgut geschenkt. Das Fräulein entschließt sich, den Schmuck zu seinem rechtmäßigen Besitzer zu bringen. Dafür stattet sie der Geliebten des Königs, der Marquise de Maintenon, einen Besuch ab.
Diese erkennt den Schmuck sofort und schreibt ihn dem meisterlichen Goldschmied René Cardillac zu, dem besten seiner Zunft. Dessen Erscheinung beschreibt sie nun - ein Hinweis darauf, dass er von besonderer Wichtigkeit ist, denn eine solch genaue Charakterbeschreibung findet sich in der Novelle nicht wieder. Cardillac ist klein, aber muskulös, von sonderbarem Äußeren: Rotes, dichtes Haar umgibt das Antlitz des kräftigen Spätfünfzigers, kleine, grüne Augen funkeln listig aus seinem Gesicht. Er ist ein merkwürdiger Mensch. Er arbeitet leidenschaftlich wie ein Künstler, verlangt nur eine geringe Entlohnung, unterscheidet nicht zwischen armen und reichen Kunden. Seine Arbeit ist seine Passion, er produziert ausschließlich Meisterwerke, doch will er den vollendeten Schmuck niemals dem Auftraggeber geben. Der euphorische, freundliche Cardillac ist nicht der verdrießliche, boshafte, fluchende Cardillac, der seine Kunden auch mal die Treppe herunterwirft, wenn sie die Aushändigung des Schmucks verlangen. Noch seltsamer ist seine Eigenart, für manche Menschen gar nicht erst arbeiten zu wollen, wobei er diese unter Tränen bittet, keinen Auftrag übernehmen zu müssen.
Die Maintenon schickt nun nach Cardillac, der dann auch nach kurzer Zeit eintritt. Er bestätigt, dass es sein Schmuck ist, schenkt ihn aber von Scuderi, vor der er sich verbeugt, da er sie für den Inbegriff der Tugend hält. Von Scuderi ist etwas bestürzt von der tiefen Verehrung Cardillacs, der urplötzlich aufsteht und flieht. Sie nimmt den Schmuck unwillig an, da sie durch ihn an das Blut der Opfer der Bande erinnert wird.Von Scuderi überspielt ihren Schrecken mit einem humoristischen Gedicht, in welchem sie sich als Frau eines Goldschmieds darstellt.

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