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Akt III

Szene 1

Der Präsident berät sich mit Wurm und sieht seinen Plan, Ferdinand durch die Bedrängung der Millers zur Heirat mit Lady Milford zu zwingen, als gescheitert an. Wurm hält das für das falsche Vorgehen und erinnert den Präsidenten daran, wie er seinen Vorgänger selbst am Tage des Mords noch freundlich behandelt hat. Der Präsident solle sich seinem Sohn nicht offen als Feind, sondern als Freund zeigen - Ferdinands Schwäche sieht er in seinem Idealismus und seinem Wunsch, für die Gerechtigkeit einzutreten. Daher solle der Präsident Ferdinands Eifersucht wecken, um ihn und Luise zu entzweien. Ein falscher Liebesbrief soll Ferdinand zugespielt werden, aber Luise muss ihn selbst schreiben (Ferdinand kennt Luises Handschrift). Wurm schlägt dem Präsidenten vor, die Eltern Luises im Geheimen festzunehmen und zum Schein mit dem Tode zu bedrohen. Luise soll erpresst werden, den Liebesbrief zu schreiben, damit ihre Eltern freigelassen werden. Um die Sache auch vor Ferdinand geheim zu halten, sollen alle einen Eid schwören, das Geschehene zu verschweigen. So fehlt nur noch ein angeblicher Liebhaber - der Präsident wählt den Hofmarschall als Empfänger des falschen Liebesbriefes aus und will gleich zur Tat schreiten.

Szene 2

Präsident von Walter lässt den Hofmarschall zu sich kommen und informiert ihn, dass die Heirat Ferdinands mit Lady Milford zu scheitern droht. Hinterlistig nutzt er eine Lüge, um den Hofmarschall auf seine Seite zu bringen: Sollte Ferdinand Lady Milford nicht heiraten, werde der Oberschenk von Bock ihr Ehemann. Sogleich empört sich Hofmarschall von Kalb über von Bock, den er seit 21 Jahren inbrünstig hasst. Er erzählt dem Präsidenten vom (lächerlichen) Grund seines Hasses: Von Kalb hatte das verlorene Strumpfband einer adeligen Dame bei einem Ball zuerst gesehen, doch von Bock habe es ergattert und der Dame zurückgebracht, dabei habe das dem Hofmarschall zugestanden. Von Kalb fragt daher den Präsidenten, ob es einen Weg gebe, diese Heirat zu verhindern. Der Präsident schlägt von Kalb vor, sich als Liebhaber Luises auszugeben und seinen Namen für einen Brief herzugeben. Um dem Hofmarschall Angst einzujagen, behauptet der Präsident, von seinem Posten zurücktreten zu müssen, falls der Plan scheitere - damit würde auch von Kalb seine Arbeit verlieren. Bereitwillig gibt der Hofmarschall deswegen seinen Namen für die Intrige her.

Szene 3

Wurm hat die Eltern Luises gefangennehmen lassen, der Präsident lässt die zweite Phase des Plans beginnen.

Szene 4

Wir befinden uns wieder im Hause der Millers. Luise hat alle Hoffnung in ihre Liebe verloren, aber Ferdinand ist optimistisch, seinen Vater bezwingen zu können. Auch wäre er bereit, mit Luise zu fliehen und ihre Eltern mitzunehmen. Er sagt ihr, dass ihre Liebe ihm mehr bedeute als seine Heimat. Luise jedoch hält von seinem Plan nichts, sie fürchtet den Fluch des Präsidenten, der auf sie fallen würde. Sie verkündet Ferdinand, dass sie ihren Anspruch auf ihn aufgebe, er solle sich mit seinem Vater versöhnen. Luise will das Glück und das Familienleben Ferdinands nicht durch ihre Liebe zerstören. Sie sieht es daher als Pflicht an, auf ihn zu verzichten. Ferdinand jedoch kann Luise nicht verstehen, er verlässt sie zornig und wirft ihr vor, einen Liebhaber zu haben. Anders kann er sich nicht erklären, wieso sie ihre Liebe aufgibt und ihm Lebewohl sagen will.

Szene 5

Alleingelassen beginnt Luise, sich um ihre Eltern zu sorgen. Diese sind unauffindbar und sollten doch längst zuhause sein. Unbemerkt betritt Wurm das Zimmer und lauscht.

Szene 6

Wurm gibt sich Luise zu erkennen, die zuerst erschreckt, dann jedoch voller Verachtung reagiert. Er teilt ihr mit, dass ihr Vater wegen Majestätsbeleidigung im Gefängnis sitzt, auch ihre Mutter wurde gefangengenommen. Die verzweifelte Luise will daraufhin zum Herzog und ihm ihr Leid demonstrieren. Wurm lobt ihr Vorhaben spöttisch und deutet an, dass der Herzog ihre Eltern freilassen werde, würde sie mit diesem schlafen. Luise, die sich ihre moralische Reinheit bewahren möchte, fragt nach einer anderen Möglichkeit, ihre Eltern zu befreien. Nun unterbreitet Wurm Luise langsam, was sie tun soll: Sie soll Ferdinand eifersüchtig machen und einen falschen Liebesbrief schreiben. Wurm beginnt ihr den Brief zu diktieren, welchen Luise nur unter größten seelischen Qualen niederschreiben kann. Im an den Hofmarschall gerichteten Brief wird Ferdinand als ahnungslos Betrogener ausgelacht, Luise stellt sich darin als verächtliche Schauspielerin dar, die Ferdinand rund um die Uhr etwas vorspielt. Wurm bietet ihr nach der Niederschrift als Alternative zum Brief an, seine Geliebte zu werden, um ihre Eltern zu befreien. Luise aber hat nur Verachtung für Wurm übrig. Am Ende der Szene muss Luise auf die Religion schwören, den Brief als ihren eigenen anzuerkennen.

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