Persönliche Einflüsse
Bei Mario und der Zauberer finden sich viele autobiografische Bezüge bzw. persönliche Einflüsse aus dem Leben des Autors wieder. Diese sollen im Folgenden näher beleuchtet werden.
Biografie
- Geboren am 6. Juni 1875 in Lübeck als zweiter Sohn einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie. Sein älterer Bruder Heinrich wird auch als Schriftsteller berühmt
- Thomas Mann bricht die Schule vor dem Abitur ab
- Nach dem Tod des Vaters 1891 zieht die Familie 1894 nach München, wo Thomas Mann kurze Zeit als Volontär bei einer Feuerversicherung arbeitet.
- Mit 21 Jahren erhält er als volljähriger Mann genug Geld aus dem Erbe des Vaters, dass er beschließt, freier Schriftsteller zu werden; sein Debüt ist die Novelle Gefallen 1894.
- Er reist mit seinem Bruder Heinrich nach Italien (1896–1898) und arbeitet ein Jahr in der Redaktion der Satirezeitschrift Simplicissimus.
- Mann veröffentlicht 1901 seinen ersten Roman Buddenbrooks, der ihn sofort berühmt macht.
- 1905 heiratet er die wohlhabende Jüdin Katia Pringsheim aus München und bekommt mit ihr sechs Kinder, darunter Klaus, Erika und Golo Mann, die sich ebenfalls als Schriftsteller einen Namen machen.
- Er bricht mit seinem Bruder Heinrich, weil dieser den Ersten Weltkrieg ablehnt, während Thomas Mann ihn zunächste befürwortet.
- Anfang der 1920er Jahre nimmt er in München an mehreren Sitzungen eines Hypnoseforschers teil und schreibt Berichte darüber.
- 1926 verbringt er mit seiner Frau und den beiden jüngsten Kindern einen Urlaub in Italien.
- In den 1930ern werden Thomas Manns Werke verboten, weil er sich öffentlich gegen die Nationalsozialisten ausspricht; er gerät ins Visier der NS.
- 1933 nach der Machtergreifung Hitlers bleibt Thomas Mann in der Schweiz, wo er mit seiner Familie bis 1938 lebt.
- 1938 siedelt Mann nach Amerika über, wo er 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft annimmt.
- Auch nach dem Krieg kehrt er nur sporadisch nach Deutschland zurück, der er die These der Kollektivschuld vertritt.
- 1952 zieht er zurück in die Schweiz, wo er am 12. August 1955 in Zürich stirbt.
Parallelen aus Manns Leben zur Novelle
- Thomas Mann verbrachte selbst einen Urlaub mit seiner Frau und den Kindern in Italien und erlebte die nationalistische Stimmung im Land.
- Die unangenehmen Hotelerlebnisse sowie die Strandszenen und vor allem die Darbietungen des Hypnosekünstler hat der Autor tatsächlich so erlebt, nur den tödlichen Ausgang hat er fiktiv gestaltet; außerdem sind die Namen des Ortes und der Name Cipolla frei erfunden.
- In einem Brief an einen Bekannten beschrieb Thomas Mann, wie fremdenfeindlich die Badegäste in Forte dei Marmi zu ihnen waren und dass es zu einem Aufruhr kam, als seine Tochter den Badeanzug ausgezogen hat.
- Die Familie von Mann besuchte im Urlaub die Vorstellung des Hypnotiseurs Cesare Gabrielli, der wohl Vorlage für Cipolla war.
- Mit dem Phänomen der Hypnose kannte sich Thomas Mann durch seine Teilnahme an einer Hypnoseforschung in München aus; außerdem interessierte er sich stark für die Theorien zur Massenpsychologie von Sigmund Freud.
- Das Werk kann als Antwort auf den Roman Die kleine Stadt (1909) seines Bruders Heinrich interpretiert werden. Dieser hatte den gemeinsamen Italienaufenthalt verarbeitet und die Aufführung eines Wandertheaters in einem mehr und mehr liberalen Städtchen beschrieben. Besonders auffällig: eine der Nebenfiguren hieß Cipolla.
- Zu der Zeit, in der Mann an Mario und der Zauberer arbeitete, kehrte er mehr und mehr vom deutsch-nationalen Denken ab und hielt entsprechende Reden in der Öffentlichkeit.