
Je nach Anordnung der einzelnen Szenen ergeben sich für Woyzeck verschiedene Mordmotive, die immer anders gewichtet werden können.
Eifersucht
- Scheint das offensichtlichste Mordmotiv zu sein
- Eifersucht entwickelt sich durch Maries Untreue
- Woyzeck hat im Gegensatz zum Tambourmajor kein Selbstbewusstsein, weshalb er eifersüchtig auf diesen wird
- Maries Untreue ist jedoch nur der Anlass für den Mord, sie ist aber nicht die Ursache
- Einzig Marie gibt Woyzeck noch einen Halt in der Gesellschaft
- Durch Verlust ihrer Treue kann Woyzeck dem gesellschaftlichen Druck, der auf ihm lastet, nicht länger standhalten
- Eifersucht und Mord führen zur Selbstzerstörung Woyzecks
Psychose
- Woyzeck hört immer wieder Stimmen, ein Symptom für Schizophrenie oder für eine Psychose
- Wird durch Erbsendiät nicht hervorgerufen, aber Halluzinationen verschlimmern sich und Woyzeck baut sowohl physisch als auch psychisch stark ab
- Psychose entsteht durch Druck der Gesellschaft und Stress
- Woyzeck muss drei Nebentätigkeiten annehmen, um Geld für seine Familie und die Hochzeit zu verdienen
- Wird von der Oberschicht gedemütigt
- Folgen der Psychose sind Vereinsamung und Isolation
- Niemand scheint Woyzeck helfen zu können
- Menschen sind verängstigt von Woyzecks getriebenem Verhalten
- Woyzeck halluziniert und hört Stimmen, die ihm sagen, dass er Marie umbringen soll
- Scheint nicht mehr selbstbestimmt zu handeln
- Mord zum Teil auch als Folge der psychischen Instabilität
Befreiung aus der Gesellschaft
- Woyzeck wird von der Gesellschaft unterdrückt und gedemütigt
- Gesellschaft wird dabei von Hauptmann, Doktor und Tambourmajor verkörpert
- Fügt sich der Willkür anderer Menschen aus der Oberschicht, obwohl dies in ihm Wut und Verzweiflung auslöst
- Woyzeck im Drama ein Mensch zweiter Klasse, der zum Objekt und später sogar zum Tier degradiert wird
- Mord als Ventil für die aufgestaute Aggression
- Mord an Marie ist somit auch eine Form des Protests gegen die bestehenden sozialen Verhältnisse
- Mord als Versuch, sich aus der Gesellschaft, dem Druck und den Zwängen zu befreien