11. Vigilie
Am Morgen nach der Punsch-Gesellschaft erwachten Konrektor Paulmann und Registrator Heerbrand verkatert und rätselten, wie sie alle nur so verrückt werden konnten. Während Heerbrand und Veronika schon wie Anselmus wirres Zeug von sprechenden Papageien und dem Anselmus in der Glasflasche redeten, stand für Paulmann fest, dass Anselmus alle mit seine Halluzinationen angesteckt hatte. Er wollte Anselmus deshalb nicht wieder in seinem Haus haben.
Nach einigen Monaten, in denen Anselmus nicht mehr aufgetaucht ist, ließ sich am 4. Februar Heerbrand wieder blicken und verkündete, dass er am berüchtigten Punsch-Abend seine bevorstehende Beförderung feiern wollte. Er wurde zum Hofrat ernannt und machte nun Veronika einen Heiratsantrag. Als er ihr dazu ein Paar Ohrringe überreichte, erinnerte sie sich an ihren Traum von einem Leben als Hofrätin und nahm den Antrag an. Nicht aber ohne Heerbrand und ihrem Vater alles über ihren Liebeszauber für Anselmus zu beichten. Paulmann verzweifelte, hielt seine Tochter für wahnsinnig. Heerbrand jedoch zeigte Verständnis für Veronika und hatte selbst wohl schon viel von der Rauerin gehört. So verlobte er sich mit Veronika, die schon bald wie einst erträumt in ihrem Erker saß.