Cipolla
Die eigentliche Hauptrolle in Mario und der Zauberer spielt Cavaliere Cipolla, der als Hypnotiseur mit seiner Darbietung in Torre Halt macht, sich selbst aber auf den Werbeplakaten als Zauberkünstler ankündigt.
Infos zur Person
- Zauberkünstler und Hypnotiseur
- Sein genaues Alter ist unklar; er ist nicht mehr jung und schon ein gebrechlicher Mann
- Körperliche Fehlbildung mit einem Buckel und Gehschwierigkeiten
- Ähnlichkeit mit einem bösartigen Zirkusdirektor
- Verlebtes, hartes Gesicht mit großen Tränensäcken unter stechenden Augen, verschlossenem, faltigen Mund, schwarzem Schnurrbart und fast kahlem oberen Schädel
- Ein unmodischer und schlecht sitzender Gehrock, weiße Handschuhe, ein Siegelring und ein Zylinderhut muten veraltet und grotesk an
- Er spricht mit metallischer und röchelnder Stimme
- Er raucht und trinkt jede Menge
- Arbeitet mit einer Reitpeitsche und intensiven Blicken
Charakter
- Talentierter Rhetoriker: er schafft es allein mit Worten, die Menschen für sich einzunehmen; Cipolla spricht eine hohe, förmliche und höfliche Sprache, die die Zuschauer beeindruckt; er teilt gekonnt Spitzen aus, ohne dabei Schimpfworte zu gebrauchen; er heuchelt durch geschickte Formulierung Bewunderung für die Zuschauer wie Mario, obwohl er sich selbst als etwas Besseres fühlt
- Intelligent: Für seine Zahlenspiele sucht er im Publikum gezielt Personen aus und leitet die Menschen durch dezente Hinweise dazu, die richtigen Zahlen zu nennen; er durchschaut die Charaktereigenschaften der Zuschauer schnell und kann so perfekt reagieren; er erklärt geschickt, dass Willensfreiheit nicht existiert
- Strenge Art: Er weist das Publikum mehr als einmal zurecht; er kritisiert den jungen Mann, der sich traute, ironisch einen guten Abend zu wünschen; er spricht mit strenger, eindringlicher Stimme
- Kein Humor: Über die ironische Begrüßung des jungen Mannes im Publikum kann er nicht lachen; er lässt sich nicht auf lockeres und witziges Geplänkel ein, sondern reagiert immer ernst und streng
- Arrogant: Er hält sich für den größten Hypnotiseur überhaupt; erklärt selbstverliebt, dass er als Phänomen bezeichnet wird und beinahe nur gute Abende hat; er betont, dass er trotz seines Krüppeldaseins eine einmalige Show abliefert, weil er alles durch geistiges Können ausgleicht; er stolziert durch den Saal; sein Blick wirkt arrogant; er raucht und trinkt mit selbstgefälligem Gehabe
- Gehässig: Er hat kein Mitgefühl mit seinen Versuchsopfern wie Giovanotto oder Mario; wenn die jungen Männer ungewollt seine Befehle ausführen, macht er sich gemein über sie lustig; er zieht ungeniert über ganz Torre als ungebildet her, weil zwei junge Männer angeblich nicht schreiben können
- Eifersüchtig: Er betont immer wieder, wie schwer seine Arbeit sei; Cipolla kann es nicht haben, dass das Publikum Mitleid mit einem seiner Versuchsopfer hat, anstatt ihm für sein Können zu huldigen; er ist offensichtlich neidisch auf die jungen, gutaussehenden Männer im Saal
- Übellaunig: er scheint keinerlei Freude zu empfinden; Cipolla nimmt alle Situationen schlecht gestimmt auf und beklagt sich; er ist schnell gereizt und wippt verstimmt mit seinem Fuß
- Insgeheim unsicher: er will vom Publikum unbedingt respektiert und bewundert werden; er bettelt indirekt immer wieder nach Komplimenten; er betont auffallend oft, wie er in der Presse oder von bekannten Personen gelobt wurde; er macht andere durch Sticheleien klein, um sich selbst mächtig zu fühlen; er braucht immer wieder Zigaretten und Alkohol, um sich zu stärken