Peter Schlemhil
Der Titel des Werks Peter Schlehmhils wundersame Geschichte verweist bereits auf den Namen des Protagonisten.
Infos zur Person
- erzählt seine Lebensgeschichte beginnend als junger Mann bis ins hohe Alter
- zunächst arm, bedeutungslos, niederer sozialer Stand, mittellos (S. 17)
- über seine familiäre Herkunft ist nichts bekannt
- kommt von einer Schiffsreise und besucht das Anwesen eines reichen Bauherren (S. 9)
- verkauft seinen Schatten für einen Sack mit Gold und wird plötzlich reich (S. 15)
- hat großes Interesse an der Wissenschaft und Talent für die Forschung
Charakter
- kapitalistisch denkend: Die Tatsache, dass Schlehmhil so schnell und unüberlegt seinen Schatten für Geld verkauft, um somit endlich an Reichtum und Ansehen zu gelangen, spricht für einen geldgierigen und materialistisch denkenden Charakter.
- fehlerbehaftet, blind, leichtsinnig: Er erkennt die eigentlich teuflische Gestalt in seinem Antagonisten viel zu spät und verliert letztendlich gegen ihn.
- moralisch makelhaft: Das Geld verleitet ihn dazu, seinen Schatten zu verkaufen und ist die einzige Motivation für ihn. Damit übergeht er seine Moral und sein Gewissen bzw. er handelt nicht im Sinne der Moral.
- beeinflussbar, naiv: Er ist sehr leicht zu überreden und zeigt sich naiv. Diese Charakterzüge werden von seinem Intriganten ausgenutzt, der ihn um den Finger wickelt.
- dynamisch, wissbegierig, neugierig: meidet den Stillstand, die Einfachheit und die Monotonie; ist ständig unterwegs und oft auf der Suche nach seinem wahren Glück, seiner Identität und persönlichen Erfüllung; große Wissbegierde für die Wissenschaft, Tüchtigkeit, Disziplin und Intelligenz zeichnen ihn bei seiner Arbeit aus
- unfähig, abhängig, melancholisch: macht nach Misserfolgen einen sehr resignierenden Eindruck; weint oft (S. 53); es fällt ihm schwer, selbstständig zu leben und ein eigenständiges Leben zu führen; zeigt sich abhängig von der Hilfe und Unterstützung seines Dieners und Freundes Bendel, ohne den er womöglich verloren wäre
- asozial, menschen- und weltfremd: Ein Leben innerhalb der Gesellschaft scheint langfristig nicht möglich zu sein, weshalb auch dauernd vor Menschen flieht. Zunächst ist es wegen seines Problems der Schattenlosigkeit. Später flieht er in die Natur und reist alleine um die Welt und zwar fernab von jeglicher Sozialisation. Er nimmt die Figur eines gesellschaftlichen Außenseiters ein, der einsam lebt.
- entwickelt sich weiter: Im Verlauf der Geschichte erkennt er, dass Geld ihn auf Dauer nicht erfüllen kann und widmet sich seinen geistlichen Interessen zu. Er ist zwar sowohl ohne Schatten als auch ohne Geld unterwegs, aber findet zumindest annähernd sein eigentliches, lang gesuchtes und ersehntes Glück. Dadurch wirkt er nicht weiter fremdbestimmt, sondern kann sich dem einsten Verlust seiner Selbstkontrolle entziehen und zeigt sich dadurch selbstbestimmt.
- romantisch: naturverbunden; findet beim Nachgehen seiner Leidenschaft das wahre Glück in der Natur als durchaus empfindsame Person
- reflektiert: Er bewahrt seinen Freund Bendel vor weiteren Problemen und wünscht sich ein selbstbestimmtes, unschuldiges Leben für ihn, sodass er nicht weiterhin unter seinen Fehlertaten leiden muss. (S. 53) Außerdem fällt auf, dass Schlemhil der Kontakt zur Gesellschaft fehlt und er somit versucht, sich an unterschiedlichen Stellen zu integrieren und sozial zu verhalten: Er verteilt das Gold unter den Menschen und gönnt seinem Diener Rascal mitleidig sogar das geklaute Geld: „(...) dem armen Schelmen die kleine Beute gönnen; ich spende gern allen, warum nicht auch ihm?“ (S. 30)